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Paracelsus (1493-1541)
Paracelsus, eigentlich Philippus Aureolus
Theophrastus Bombastus von Hohenheim wurde 1493 in
Einsiedeln im eidgenössischen Kanton Schwyz
als Sohn des adeligen Arztes Wilhelm Bombastus von
Hohenheim geboren. Der Vater Wilhelm war das
illegitime Kind eines Hohenheimers und musste sich
deshalb seinen Lebensunterhalt als Arzt verdienen.
Von der Mutter ist, außer dass sie eine
Leibeigene des Klosters Einsiedeln war und dass sie
noch in der Kindheit des Paracelsus gestorben sein
muss, nichts weiter bekannt.
Durch die ärztliche Tätigkeit seines
Vaters erwuchs in Paracelsus schon früh der
Wunsch, in dessen Fußstapfen zu treten.
Nach einer längeren Wanderschaft ließ
sich Wilhelm von Hohenheim mit seinem Sohn 1502 im
Kärntner Städtchen Villach nieder, wo
Paracelsus eine gediegene humanistische Ausbildung
sowie theologische Grundkenntnisse erhielt. Um 1507
verließ Paracelsus Villach, um Philosophie
und Medizin an verschiedenen deutschen
Universitäten zu studieren.
Unzufrieden mit dem dortigen Lehrbetrieb ging er
1513 nach Ferrara in Italien, wo er 1515/16 zum
"Doktor beider Arzneien" (Innere Medizin und
Chirugie) promovierte.
Anschließend reiste er auf verschiedenen
Pilgerstraßen und als Militärarzt
mehrere Jahre lang umher und durchstreifte dabei
ganz Europa.
Auf seinen Reisen sammelte er viele
praktische Erfahrungen beim einfachen Volk, dem
seine Zuneigung galt, und lernte dabei auch die
unterschiedlichen Heilmethoden der germanischen,
romanischen und slawischen Länder kennen.
1524 hatte er sich in Salzburg als
praktizierender Arzt niedergelassen. Überall
wo Paracelsus auftauchte, stritt er mit der
ansässigen Ärzteschaft, die in seinen
Augen einer versteinerten Schulmedizin anhing.
Er trat konsequent für die eigene Erfahrung
und Beobachtung ein, was sich auch in seinen
zahlreichen Schriften niederschlug, denn er
vertraute lieber auf den Tatsachenbefund: "Dass
einer wisse und nit wähne!" Seine Philosophie
war: weg vom Allgemeinen und den ewigen alten
Ideen, hin zu den Einzelbefunden und dem
Konkreten.
1526 kam er nach Baden-Baden, wo er sich für
längere Zeit aufhielt, um ausgedehnte
Untersuchungen der heißen
Quellen
durchzuführen. Hier behandelte er auch den
kranken Markgrafen Philipp I.
In seinen Schriften ist über die Baden-Badener
Quellen zu lesen:
"Damit die Kranken geheilt werden, hat Gott in
seiner Schöpfung verordnet, daß im
aufspringenden Wasser mehr Kraft erfunden werde,
denn in gescheiten Briefen geschrieben. Die
heißen Wasser von Badin (Baden-Baden) aber
sind vollkommener als alles andere.
Am 24. September 1541 erlosch dieses unstete Leben
im Alter von nur 48 Jahren.
Zu Paracelsus Lebzeiten wurden nur 24 seiner
Schriften gedruckt. Erst im 20. Jahrhundert wurden
seine "Sämtliche Werke" verlegt, die sein
reiches Schaffen und immenses Arbeitspensum
belegen. (red)
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