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Luise von Preußen

Luise von Preußen (1838-1923)

Am 3. Dezember 1838 wurde Luise Marie Elisabeth von Preußen als einzige Tochter des preußischen Prinzenpaares Augusta und Wilhelm in Berlin geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Luise von Preußen in Berlin und Koblenz, nachdem ihr Vater 1849 Generalgouverneur des Rheinlandes geworden war.

Die
Revolutionsjahre 1848/49 hatten Wilhelm von Preußen auch in das Großherzogtum Baden geführt. 1849 hat er mit seinen Truppen den Aufstand blutig niedergeschlagen und das ganze Land unter preußisches Protektorat gestellt. Die Fürstenhäuser Baden und Preußen pflegten darauf hin enge Beziehungen.

Augusta von Preußen erzog ihre Tochter in allen so genannten "fürstlichen Tugenden" wozu vor allem die Caritas, die Wohltätigkeit, zählte. Waisenhäuser und Krankenanstalten lernte Luise von Preußen schon in jungen Jahren kennen ebenso wie die vornehme Pflicht zu helfen, wo Hilfe nötig war.

Mit knapp 17 Jahren verlobte sich Luise von Preußen mit dem badischen Großherzog Friedrich. Ein Jahr später heirateten sie am 20. September 1856 in Berlin. Am 9. Juli 1857 wurde Sohn Friedrich geboren.

Die junge Großherzogin Luise gab sich weniger mit dem höfischem Leben ab als mit der Bereisung von Schulen, Krankenhäusern und Heimen in ihrem neuen Heimatland. Die Anliegen der badischen Frauenvereine machte sie sich zu Eigen.

Diese waren ursprünglich entstanden, um die aus den vielen Kriegen, die Mitteleuropa im 19. Jahrhundert erschütterten, entstandenen Notsituationen Kriegsgeschädigter zu mildern. Allmählich wandelten sie sich zu Hilfsvereinen, die auch in Friedenszeiten die Unterstützung Bedürftiger betrieben. Zu tun gab es in den Zeiten der aufkommenden industriellen Revolution mit dem einhergehenden Elend der Arbeiter genug.

Die energische Landesfürstin verfolgte entschlossen ihre sozialen Ziele und erreichte 1859 den Zusammenschluss sämtlicher badischer Frauenvereine. Sieben Jahre später konstituierte sich dieser badische Frauenverein als Komitee zur "Verbesserung des Loses verwundeter und kranker Krieger" gemäß der Konvention von 1863 des Genfer Internationalen Komitees, welche den Beginn der weltweiten Aktivitäten des Roten Kreuzes einläutete.

Großherzogin Luise, die mittlerweile dreifache Mutter war, trieb die Entwicklung voran. Ihr Name wurde damit untrennbar mit dem Badischen Roten Kreuz verbunden. Jede Art von Ausbildungsstätten in Krankenpflege und Hauswirtschaft für Frauen entstanden ebenso wie Pflegeheime.

In Baden-Baden wurde das Ludwig-Wilhelm-Pflegeheim ins Leben gerufen und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Wöchnerinnenheim auf dem Marktplatz eingerichtet.

Trotz schwerer persönlicher Schicksalsschläge - 1888 verlor Großherzogin Luise innerhalb weniger Wochen ihren jüngsten Sohn, ihren Vater und ihren Bruder - blieb ihr Einsatzwille ungebrochen. Durch Wohltätigkeit sollten "Reinlichkeit und Sittlichkeit in allen Lebensbereichen verbessert und gestärkt werden.

Großherzogin Luise war 68 Jahre alt, als ihr Mann, der in Baden zum Inbegriff des Landesvaters geworden war, starb. Für sie, die ihr Leben lang im Dienste der Wohltätigkeit gewirkt hatte, bot dieses einschneidende Ereignis allerdings keinen Anlass, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Eine Vielzahl an Aufgaben war zu erledigen. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war Großherzogin Luise beim Helfen an vorderster Front mit dabei.

Alles Leid und Elend, welches Luise in ihrem Leben gesehen hatte, alle Schicksalsschläge, die sie ertragen musste, relativierten sich am 9. November 1918. Ihr Sohn, Großherzig Friedrich II., dankte ab. Die Jahrhunderte alte Vorherrschaft des Adels in Baden hatte wie auch im übrigen Deutschland ein Ende gefunden.

Die anschließende Flucht aus Karlsruhe führte zuerst nach Zwingenberg und im Jahr 1919 ins
Neue Schloss nach Baden-Baden, welches im Familienbesitz geblieben war. Ihre körperlichen Gebrechen und ihre Krankheitsbedingte Erblindung waren für Großherzogin Luise kein Anlass, den Wohltätigkeitsgedanken auszugeben. Noch an ihrem Todestag forderte sie ihren Arzt auf: "Nicht wahr, wenn Sie noch jemanden wissen, dem ich helfen kann, so sagen Sie es mir." (Annette Borchardt-Wenzel, Die Frauen am badischen Hof)

Am 23. April 1923 starb die Verfechterin aristokratischer Ansprüche und deren Verpflichtung zur Wohltätigkeit, deren Lebenswerk unzähligen Menschen zum Segen gereichte, im Neuen Schloss in Baden-Baden.

Von Rika Wettstein Baden-Baden


Großherzogin Luise Mädschenpensionat

Das Großherzogin Luise Mädchenpensionat in Baden-Baden.


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