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Nikolaus Lenau
(1802-1850)
Das unstete Leben des Franz
Nikolaus Niembsch, späteren Edler von
Strehlenau, begann am 13. August 1802 im kleinen
Ort Csatád in Ungarn. Seine Kindheit und
Jugendzeit waren geprägt vom ausschweifenden
Spielerleben und frühen Tod des Vaters, sowie
der zweiten Eheschließung der Mutter und
deren unruhigem Lebensstil.
Mehr als zehn Jahre studierte Franz Nikolaus
Niembsch Edler von Strehlenau ab 1819 in
verschiedenen Richtungen, nämlich
Rechtswissenschaften, Medizin, Philosophie und
Landwirtschaft, in Österreich, Ungarn und
Deutschland, ohne sich für eine Fachrichtung
entscheiden zu können oder gar einen Abschluss
zu erzielen.
Geige spielen und Dichten konnte der junge Mann
hervorragend. Obwohl er in Wien Kontakt zu Johann
Strauß, dem älteren, hatte, entschied er
sich für ein Leben als freier
Schriftsteller.
1831 kam Nikolaus Lenau, der Dichter, nach
Stuttgart, wo er auf Mitglieder des
schwäbischen Dichterkreises traf, wodurch er
unter anderem Justinus Kerner und Johann Friedrich
Cotta
kennen lernte. Letzterer verlegte Nikolaus Lenaus
ersten Gedichtband im Jahr 1832.
Da war der "schöne Mann mit den feurigen Augen
und den Edelmannsallüren" (Cotta) bereits nach
Amerika ausgewandert.
Ein Jahr später war er allerdings wieder nach
Europa zurück gekehrt und begann ein unruhiges
Pendlerleben zwischen Wien und Stuttgart, das unter
anderem beeinflusst war von verschiedenen, nach
unterschiedlicher Dauer gescheiterten Beziehungen
zu Frauen.
Nikolaus Lenau formulierte seine Gedanken zu
Einsamkeit, Schwermut, Vergänglichkeit und
Verfall in verschiedenen Werken, z.B. im Drama
"Faust" (1835), welches autobiographische Züge
trägt.1838 erschien sein nächster
Gedichtband "Neuere Gedichte".
Die Natur fand in seinen Werken ebenso Eingang wie
politische Gedanken zu Fortschritt, sowie
politischer und religiöser Freiheit.
Am 28. Juni 1844 kam Nikolaus Lenau, der kurz vor
einem Nervenzusammenbruch stand, auf Verordnung
seines Stuttgarter Arztes nach Baden-Baden. In der
Kurstadt wollte er eigentlich seinen "Don Juan"
beenden, unternahm statt dessen jedoch
Ausflüge in die Umgebung, genoss das Leben
eines Urlaubers und traf sich mit Freunden aus dem
schwäbischen Dichterkreis.
Seine letzte große Liebe entflammte ebenfalls
in der Kurstadt. Sobald Nikolaus Lenau Marie
Behrend begegnet gewesen war, verliebte er sich
unsterblich in sie und beabsichtigte, sie zu
heiraten. Zur Hochzeit sollte es allerdings nicht
kommen, da sich Nikolaus Lenaus Gesundheitszustand
dramatisch verschlechterte, was am 22. August 1844
seine Einweisung in eine Stuttgarter Heilanstalt
zur Folge hatte. Ein Jahr später wurde er von
Verwandten nach Oberdöbling bei Wien gebracht,
wo er am 22. August 1850 starb.
Dem bedeutendsten Lyriker Österreichs des 19.
Jahrhunderst huldigte Österreich im Jahr 1964
mit dem Nikolaus-Lenau-Preis, der 1965 zum
österreichischen Staatspreis für
europäische Literatur umbenannt wurde.
Baden-Baden ehrte Nikolaus Lenau im Jahr 1902, als
die literarische Welt Nikolaus Lenaus 100.
Geburtstag beging, indem die Stadt gemäß
dem Beschluss des Stadtrats einen "prächtigen
Weg mit herrlicher Aussicht auf das Badener Tal"
nach dem vom Schwarzwald und der Kurstadt so
begeisterten Lyriker benannte.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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Ein
Schwarzwald-Gedicht:
Wildverwachs'ne dunkle Fichten,
Leise klagt die Quelle fort;
Herz, das ist der rechte Ort
Für dein schmerzliches
Verzichten!
Grauer Vogel in den Zweigen,
Einsam deine Klage singt,
Und auf deine Frage bringt
Antwort nicht des Waldes
Schweigen.
Wenn's auch immer Schweigen bliebe,
Klage, klage fort; es weht,
Der dich höret und versteht,
Stille hier der Geist der Liebe.
Nicht verloren hier im Moose,
Herz, dein heimlich Weinen geht,
Deine Liebe Gott versteht,
Deine tiefe, hoffnungslose!
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