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Honoré de Balzac
Glanz und Elend der Kurtisanen
Tachenbuch, 635 Seiten, Insel-Verlag


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Cora Pearl

Die Sommerhauptstadt Europas und die demi monde

Der klangvolle Begriff demi monde fasst ein Phänomen, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem in Frankreich Hochkonjunktur hatte, in zwei Worten zusammen.

Die Ära des französischen Kaisers Napoléon I. war zu Ende. Ein umstrukturiertes Europa etablierte sich. Reichtum und Macht des Adels und des Klerus' früherer Jahrhunderte waren übergegangen in politische und gesellschaftliche Formen, die durchaus auch "nicht standesgemäßen" Personen Erfolgschancen einräumten. Unzählige nutzten die Möglichkeiten, zu Reichtum und Macht zu kommen. Begünstigt durch die aufkommende industrielle Revolution gelangten die Männer in der Regel durch Geschäftstätigkeit und Spekulation zu Geld und Einfluss. Den Frauen blieb größtenteils nur die Möglichkeit, unter Einsatz körperlicher Vorzüge oder geistiger Qualitäten eine gewisse einflussreiche Position in einer Männerwelt, die von einer regelrechten Sucht nach Zerstreuung geprägt war, zu erlangen. Ein wichtiges Hilfsmittel hierfür war das prunkvolle Auftreten in höfischer Manier, ähnlich dem Verhalten, das in den Jahrhunderten zuvor von vielen Höflingen, speziell am französischen Königshof, gezeigt worden war. Für dieses Verhalten hatten die Franzosen den Begriff Courtoisie geprägt, und die Nachahmerinnen im 19. Jahrhundert wurden, gewissermaßen als eine Art Berufsbezeichnung, Courtisanes genannt und der sogenannten demi monde zugerechnet.

Kurtisanen waren Frauen äußerst gepflegter Erscheinung mit ausgezeichneten Manieren, die sich ihre Liebhaber selbst aussuchten und dann von diesen aufs Üppigste mit Geld und Geschenken bedacht wurden. Die Herren der feinen Gesellschaft genossen zwar den Kontakt zu den Kurtisanen. In ihrer feinen Gesellschaftsschicht wurden die Kurtisanen allerdings nicht akzeptiert. Sie lebten in einer eigenen "halbfeinen Welt", der demi monde. Die Kurtisanen pflegten mit ihren Gönnern alle von einer vergnügungssüchtigen Gesellschaft favorisierten Orte in Europa aufzusuchen, unter anderem auch Baden-Baden, die Sommerhauptstadt Europas des 19. Jahrhunderts. Sie stiegen in den besten Hotels ab, besuchten Konzert- und Theaterveranstaltungen und versuchten sogar ihr Glück im Casino. Eine,
Léonide Leblanc, hatte soviel Glück beim Spiel, dass ihr der Gewinn nicht ausbezahlt werden konnte. Madame Leblanc hat, so könnte man sagen, die Bank gesprengt.

Marie Duplessis, die "Kameliendame" Alexandre Dumas', des jüngeren, und ebenso Verdis "La Traviata", war 1842 Gast in der Kurstadt. Ihr folgten neben Marie Colombier noch weitere Kurtisanen wie Therese Lachmann und Eliza Crouch, besser bekannt unter dem Namen Cora Pearl. Letztere reiste z.B. 1864 mit fünfzehn Reit- und Wagenpferden sowie sechs verschiedenen Equipagen, Kutschen und unzähligem Reisegepäck an, was ebenso für Aufmerksamkeit sorgte wie die Tatsache, dass ihr der Zutritt zum Casino verwehrt werden sollte. Ihr seinerzeitiger Liebhaber wusste dies allerdings kavaliersmäßig zu verhindern. Mit dem Ende des französischen Kaiserreiches im Jahr 1870 endete auch die große Zeit der Kurtisanen. Einige wenige hatten sich bis dahin eine beeindruckende Position in der Gesellschaft "erarbeitet", wie z.B. Therese Lachmann, die Mehrzahl beendete ihr Leben in bescheidenen Verhältnissen oder gar im Elend wie Cora Pearl.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden


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© by WAEPART, Baden-Baden/Germany. All Rights Reserved. Abbildung: Cora Pearl von Wolfgang Peter