|
Rosenhain
hatte seine Ausbildung bei Jakob Schmitt
in Mannheim und bei Schnyder von Wartensee
in Frankfurt/Main erhalten. 1837 ging er
nach Paris und veranstaltete
Kammerkonzerte. Dort trat er als Pianist
auf und setzte sich, gefördert von
Cherubini, Rossini und
Berlioz,
für die deutsche Musik ein. 1843
gründete er gemeinsam mit Johann
Baptist Cramer eine Klavierschule. Seit
1870 lebte Rosenhain in Baden-Baden in
einer prächtigen Villa. Der
15-jährige Brahms
eröffnete am 21. September 1848 sein
erstes eigenes Konzert mit eines
Komposition von Rosenhain (Adagio und
Rondo aus dem A-Dur-Konzert).
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 15. Dezember 1893:
"Aus Baden, 9. Dezember (1893). Zur
Vorfeier des auf den 2. Dezember fallenden
Geburtstages des in Baden-Baden
ansässigen Komponisten Jacques
Rosenhain veranstaltete das dortige
Kurkomitee im großen Saale des
Konversationshauses ein Festkonzert, in
welchem unter der ungewöhnlichen
regen Anteilnahme des Publikums, das dem
greisen Künstler große
Ovationen bereitete, verschiedene
Hauptwerke desselben zur Aufführung
kamen. J. Rosenhain ist am 2. Dezember
1813 in Mannheim geboren und wurde durch
die Gunst des Fürsten Karl Egon von
Fürstenberg bei Kalliwoda und
später bei Schnyder in Frankfurt als
Pianist und Komponist ausgebildet. Nach
Konzertreisen in Deutschland und einem
Besuch in London, wo er durch sein
herrliches Klavierspiel hohe und
höchste Anerkennung fand, siedelte er
zu dauerndem Aufenthalt nach Paris
über, welches dazumal den Mittelpunkt
musikalischen Lebens bildete. Hier schloss
der junge Rosenhain innige Freundschaft
mit Cherubini und Rossini. Das Jahr 1870
nötigte den Künstler, Paris zu
verlassen, und er ließ sich nun
dauernd in dem schönen Baden-Baden
nieder, wo sein gemütliches Heim den
Sammelpunkt hervorragender Künstler
und Gelehrter bildete. Einer der
prachtvollen Lorbeerkränze, die der
Ehrenabend dem Jubilar brachte, war von
der Prinzessin A. von Fürstenberg
gespendet, die sich ebenfalls unter den
Anwesenden befand."
Bühnenwerke von Jacob
Rosenhain:
Der Besuch im Irrenhaus (Johann Gottlieb
Rhode), Oper 1 Akt (1834 Frankfurt/M)

Liswena,
Oper 3 Akte, umgearbeitet als Le
Démon de la nuit (Etienne Arago),
Oper 2 Akte (1851 Paris)

Volage
et Jaloux (Thomas Sauvage), Oper 1 Akt
(1863 Baden-Baden)

Die Oper
"Der Besuch im Irrenhaus" wurde am 29.
Dezember 1834 in Frankfurt
uraufgeführt und wurde in
verschiedenen Städten gespielt.

Rosenhains
zweite Oper " Liswenna" ist leider heute
verschollen.

Seine
dritte Oper "Volage et Jaloux" komponierte
Rosenhain in Baden-Baden.

Neben
seinen Opern komponierte er noch
zahlreiche Lieder.

Der
heute so gut wie vergessene Pianist und
Komponist starb am 21. März 1894 in
Baden-Baden.
|