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Kloster Lichtental

Irmengard von Baden (um 1200-1260)

Die Gründerin des heute noch bestehenden
Klosters Lichtenthal in Baden-Baden wurde um die Wende zum 13. Jahrhundert geboren. Ihr Vater, Heinrich I. (um 1173-1227) Herzog von Sachsen und Pfalzgraf bei Rhein mit dem Beinamen "der Schöne", entstammte dem Adelsgeschlecht der Welfen. Ihre Mutter Agnes war die Tochter Konrads Pfalzgraf bei Rhein, der dem Staufergeschlecht angehörte. Um 1220 heiratete Irmengard den Markgrafen Hermann V. von Baden, der schon vor seiner Regierungszeit in Baden den Stauferkönig Friedrich Barbarossa (um 1125-1190) überall hin begleitet und bei dessen Kreuzzügen entschlossen gekämpft hatte, was ihm neben dem Beinamen "der Kleine" auch noch die Attribute "der Fromme" und "der Streitbare" einbrachte.

Um 1190 hatte Hermann V. die Herrschaft in Baden übernommen und wurde Dank der Mitgift seiner Frau zum Begründer der "großen Markgrafschaft" und Graf im Pfinzgau. Irmengard brachte, da der Vater ohne männlichen Nachkommen geblieben war, einen Teil des Herzogtums Braunschweig mit in die Ehe, welches von Hermann V. gegen Durlach, Eppingen, Ettlingen, Pforzheim und Sinsheim getauscht wurde.

Hermann V. stammte aus der badischen Seitenlinie der Zähringer. Irmengard war durch ihre Heirat also mit allen drei Adelsfamilien, die sich bis ins 13. Jahrhundert um die Vorherrschaft im Südwesten des deutschen Reiches gestritten haben, verwandt.

Alle drei Familien hatten Hausklöster: die Staufer das Kloster Lorch, die Welfen das Kloster Altomünster, das nach Weingarten verlegt wurde, die Zähringer das Kloster St. Peter. So mag es nicht verwundern, dass Markgräfin Irmengard von Baden ein großes Interesse daran hatte, ebenfalls ein Kloster zu gründen. Irmengard war eine überzeugte Anhängerin Bernhards von Clairveaux, dem berühmtesten aller Kreuzzugsprediger, der dem Zisterzienser-Orden angehörte und welcher der Legende nach im 12. Jahrhundert auf dem Weg von Speyer nach Konstanz ins Oostal gekommen sein soll und an jenem Ort, an welchem später das Kloster entstanden ist, ausgerufen haben soll: "In diesem lichten Tale will ich meinem Orden ein Kloster bauen." Außerdem sah sie wohl die Notwendigkeit ein, Frauen zu unterstützen und sich um die Armen zu kümmern.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1242 begann Irmengard mit der Umsetzung ihres Planes, in der Nähe des Dorfes Beuern, dem heutigen Baden-Badener Stadtteil Lichtental, ein Frauenkloster, das dem Zisterzienser-Orden unterstellt sein sollte, zu gründen. Gegen alle Widerstände seitens des Generalkapitels des Ordens, der die Gründung von Frauenklöstern sehr erschwerte, und des Bischofs von Straßburg setzte sie sich energisch durch. Der Straßburger Bischof wollte kein Frauenkloster in seinem Bistumsbereich gestatten, weswegen Irmengard den Bischof von Speyer um Erlaubnis bat. Der kleine Fluß Oos war nämlich bereits seit den Auseinandersetzungen der Alemannen und der Franken Grenzfluss der Hoheitsbereiche der Bischöfe von Straßburg und Speyer. Um die Klosteranlage komplett im Hoheitsgebiet des Bistums Speyer bauen zu können, wurde das Flussbett kurzerhand verlegt.

Für die Finanzierung des Baus und des Klosterbetriebs haben die Söhne Irmengards Hermann VI. und Rudolf I., die nach dem Tod des Vaters gemeinsam die Regierung übernommen hatten, in zahlreichen Schenkungen gesorgt. Irmengard, die gleich beim Bezug des Klosters in dasselbe eingetreten ist, ließ bei seiner feierlichen Einweihung im Herbst 1248 den Leichnam ihres von Backnang überführten Gemahls im Kloster Lichtenthal beisetzen. Für mehr als ein Jahrhundert wurde das Kloster Lichtenthal zur Grabstätte der badischen Markgrafen und somit zu deren Hauskloster, in welchem Frauen aufgenommen und ausgebildet wurden und Arme und Kranke Pflege erfuhren. Markgräfin Irmengard hatte ihr Ziel erreicht.

Am 24. Juni 1260 starb sie im Kloster und wurde vor dem Hochaltar der Klosterkirche an der Seite ihres Mannes beigesetzt.


Von Rika Wettstein, Baden-Baden



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