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Hotel Viktoria
Direkt am Südeingang zur
mittelalterlichen Stadt, hinter dem Beuerner Tor gelegen, wurde das Gasthaus
"Fuchs" zur Zeit des großen
Stadtbrandes von der Familie Jörger
bewirtschaftet.
Die Witwe des Johann Jacob Jörger hatte das
Haus samt der so genannten
Realgastwirtschaftsgerechtigkeit an den Metzger
Johann Georg Kah verkauft. Mehr als 100 Jahre
sollte das Haus im Besitz der Familie Kah
bleiben.
Franz Xaver Kah, der letzte "Fuchs"-Wirt,
fügte zu Beginn des 19. Jahrhunderts dem
Gasthaus eine "Dependance" auf der hinter dem
Gasthaus gelegenen Stadtmauer hinzu und plante nach
dem Fall des Beuerner Tores und der Stadtmauer
einen Neubau, wozu er allerdings das Gelände,
worauf sich das Hotel "Stadt Baden" befand, mit verwenden wollte. Die
Verwirklichung des Plans scheiterte am
Kaufpreis.
Franz Xaver Kahs Tochter Albertine hatte Philipp
Grosholz geheiratet. Dieser wollte zusammen mit
seinem Bruder Franz ein Luxushotel an der Stelle
des alten Gasthauses "Fuchs" und des 1847
abgerissenen Hotels "Stadt Baden" bauen.
1851 verkaufte deshalb der mehr als 80jährige
Franz Xaver Kah das Gasthaus an seinen
Schwiegersohn, der gemeinsam mit seinem Bruder
sofort mit dem Neubau eines beeindruckenden Hauses
begann. Der Zukauf des Gasthauses "Blume" ermöglichte einen Hotelbau
mit 140 Gästezimmern, Rauchzimmer,
Lesekabinett, Damensalon,
Frühstückszimmer und Speisesaal.

Am 26. Juni 1853 wurde das von "Fuchs" in
"Viktoria" umbenannte Hotel eröffnet und bot
in den folgenden Jahrzehnten einer Vielzahl
hochrangiger Gäste, worunter sich auch
häufig der König von Württemberg
befand, allerbeste Unterkunft. Philipp Grosholz,
der sich vornehmlich in Paris aufhielt, hatte 1865
das Hotel vollständig seinem Bruder Franz
überlassen. Dieser sorgte dafür, dass das
Hotel in tadellosem Zustand von seinen Erben
übernommen werden konnte.
Um die Wende zum 20. Jahrhunderts herum hatte das
Hotel, das eigentlich optimal im sich entwickelnden
Zentrum des modernen Baden-Baden gelegen war,
zunehmend mit der durch den Straßenverkehr
verursachten Lärmbelästigung zu
kämpfen. Unter anderem fuhr die neu
eingerichtete Straßenbahn an drei Seiten des
Hotels vorbei.

Ansichtskarte aus dem Jahre
1907
(Abb.: Archiv WAEPART)
In "C. Wild's Führer durch Baden-Baden" von
1910/1911 wird das ehemals so beliebte Hotel
"Viktoria" nicht wie das "Hôtel
d'Angleterre" oder das Hotel "Messmer" als "Haus I. Ranges"
aufgeführt, sondern als "zentral gelegen,
nächst dem Kurhaus und den Bädern,
Hauptfront nach Süden. Lift, elektrisches
Licht, Zentralheizung. Mäßige Preise.
Das ganze Jahr geöffnet."
beschrieben.
Ein Großbrand im Jahr 1912
führte zur Einstellung des Hotelbetriebs.
Seither wird der große Gebäudekomplex
als Wohn- und Geschäftshaus genutzt,
prägt aber nach wie vor das Bild des
Leopoldsplatzes.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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