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Badeherberge "Zum Ungemach"

Die Verbindung von Klöstern und Beherbergungsbetrieben ist in Baden-Baden schon etwas besonderes. Das Kapuzinerkloster wurde 1809 vom badischen Baumeister
Friedrich Weinbrenner zum Luxushotel "Badischer Hof" umgestaltet. Das Jesuitenkolleg am Marktplatz wurde ebenfalls im 19. Jahrhundert in ein Zentrum für Glücksspiel und Vergnügen samt Hotel "Darmstädter Hof" umgewandelt. Gut 150 Jahre zuvor hatte es sich gerade umgekehrt verhalten, als an der Stelle der Badeherberge "Zum Ungemach" ein Kloster des Ordens der Sepulchrinerinnen errichtet wurde.

Die Badherberge "Zum Ungemach" war schon einzigartig in der mittelalterlichen Residenzstadt Baden. Unterhalb des
Neuen Schlosses direkt an der östlichen Stadtmauer gelegen, war sie die einzige Badeherberge, die nach ihrem Besitzer, der Familie Ungemach, benannt worden war.

Sie war die größte Badeherberge mit 60 Badekästen, 26 Zimmern und vielen Schlafräumen und sie verfügte über eine eigene Thermalwasserquelle. Die jeweiligen Wirte mussten also kein Nutzungsrecht vom Landesherrn pachten. Es kann angenommen werden, dass in dieser Herberge viele Fürsten des Mittelalters, die nach Baden gekommen waren, Quartier bezogen haben.

Im Jahr 1596 gab es Streit wegen der Thermalwassernutzung mit dem Wirt der benachbarten Badeherberge
"Zum Engel", weswegen Moritz Heckner, der seinerzeitige "Ungemach"-Wirt kurzerhand den "Engel" kaufte.

1684 war das Ende der mehr als 200 Jahre alten Badeherberge "Zum Ungemach" gekommen, als Markgräfin Maria Franziska das gesamte Anwesen erwarb, um dem von ihr eingerichteten Kloster der Ordensfrauen "Vom Heiligen Grab" Erweiterungsmöglichkeiten zu verschaffen.

1670 hatte Markgräfin Maria Franziska ihren Gatten Leopold Wilhelm, Sohn des regierenden Markgrafen Wilhelm, dazu bewogen, ein Haus auf dem Schlossberg gegenüber der markgräflichen Kanzlei den Nonnen des Ordens "ad sanctum sepulchrum" zu schenken. Ursprünglich hatten sich die Ordensfrauen vornehmlich um die Pflege des Grabes Jesus' und der Grabeskirche gekümmert, später widmeten sie sich verstärkt der Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen. Markgräfin Maria Franziska wollte eben diese Ausbildung in der Residenzstadt fördern. Dieses Vorhaben gelang und das Haus auf dem Schlossberg wurde zu klein.

In den Jahren 1686/87 wurden mit Ausnahme des Brunnens und des Badehauses alle Gebäude der ehemaligen Badeherberge "Zum Ungemach" abgerissen und eine Klosterkirche samt daran angrenzendem Klostergebäude errichtet und in Betrieb genommen.

Der große
Stadtbrand, dem das Kloster als eines der ersten Gebäude zum Opfer fiel, setzte am 24. August 1689 dem Klosterleben ein vorläufiges Ende. 1697 wurde der Wiederaufbau begonnen. Zwölf Jahre später verkauften die Ordensfrauen die Rechte an der "Ungemach"-Thermalquelle an den damaligen Wirt des Gasthauses "Zum Drachen", weil sie das Wasser offenbar nicht zu nutzen wussten. Ebenso wenig Wert legten sie auf einen Teil des Grundstückes der Badeherberge "Zum Salmen", welches ihnen ihre Gönnerin, Markgräfin Maria Franziska, die im Jahr 1702 gestorben war, erworben hatte, um den Nonnen eine direkte Verbindung zur Straße zu sichern. Der "Salmenwirt" Johann Adolf Stephani kaufte den Anteil wieder zurück.

Nach dem Tod Maria Franziskas erfuhren die Nonnen durch das badische Herrscherhaus wenig Unterstützung, weswegen sie neben ihrer eigentlichen Lehrtätigkeit und der Unterhaltung eines Mädchenpensionats auch noch Gasträume für Besucher von auswärts anboten. Durch den Zukauf landwirtschaftlich nutzbarer Grundstücke schufen sie sich eine weitere Einnahmequelle.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts änderte sich die Haltung der Herrscherhauses gegenüber den engagierten Nonnen, die bis dahin schon eine Vielzahl von Mädchen im Lesen, Schreiben und in Religion unterrichtet hatten. Vornehmlich die Markgräfinnen Maria Viktoria und Stéphanie, sowie Großherzogin Luise unterstützten die Nonnen, sicherten ihre Existenz und ermöglichten sogar den weiteren Ausbau der Klosteranlage trotz Säkularisierung und Kulturstreits im 19. Jahrhundert.

1921 wurde das Kloster "Vom Heiligen Grab" eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die in Grund-, Real- und Handelsschule ein breites Wissen vermittelte. Nach erheblichen Repressionen während des so genannten Dritten Reiches und einer schweren Beschädigung der Klosteranlage bei einem der wenigen Luftangriffe auf Baden-Baden im Zweiten Weltkrieg wurde den Nonnen von der französischen Besatzungsmacht gestattet, das Kloster instand zu setzen und die Schule wieder in Betrieb zu nehmen.

1970 wurde die Schule zum Vollgymnasium, das 1991 an die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg übergeben wurde. Die renommierte Schule besteht weiter, obwohl das Kloster selbst im November 2001 seine Pforten für immer geschlossen hat. Die Klosterräume werden vom mittlerweile größten Gymnasium Baden-Badens genutzt.

Von Rika Wettstein Baden-Baden


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