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Hotel Stadt Baden
Die bizarre Geschichte des Hotels
"Stadt Baden" beginnt in der Mitte des 18.
Jahrhunderts, als der Metzger Hans Georg Kiefer von
seinem Schwiegervater ein Haus in der Unterstadt,
der heutigen Lange Straße, kaufte und sich
die Genehmigung, die Gastwirtschaft "Zum Wolf"
betreiben zu dürfen, besorgte. Die
Geschäfte gingen offenbar schlecht, denn 1753
lies er die Konzession gegen die Bezahlung einer
jährlichen Gebühr ruhen. Sein Sohn Ignaz
verkaufte Haus und Konzession im Jahr 1785 an den
Seiler Franz Josef Kleinmann, der das Gasthaus
wieder eröffnete und wegen schlechter
Geschäfte die Konzession vier Jahre
später abermals nicht mehr nutzen wollte.
1797 gelangte die so genannte
Realgastwirtschaftsgerechtigkeit an den
Schuhmachermeister Ignaz Weiss, der den "Wolf" mit
amtlicher Zustimmung in "Stadt Baden" umbenannte
und in der Küferstraße eine
Gastwirtschaft eröffnete.
Nach einigen weiteren
Verkaufsversuchen landete die Konzession im Jahr
1806 beim Walkmüller Aloys Burkhard, der
direkt am Beuerner Tor, teilweise an Stelle der dort
bereits abgetragenen Stadtmauer und direkt am
Gasthaus "Fuchs", ein neues Haus gebaut hatte.
Das Hotel "Stadt Baden" befand sich genau auf dem
Platz, der später Leopoldsplatz genannt werden sollte, und stand
nach der kompletten Beseitigung der Stadtmauer und
dem Abriss des Beuerner Tores der Gestaltung des
künftigen Mittelpunktes der sich ständig
vergrößernden Stadt im Weg.
Von 1812 bis 1820 wurde das Hotel "Stadt Baden" vom
Bäckermeister Anton Thiergärtner
bewirtschaftet, danach ging es in den Besitz des
Metzgermeisters Aloys Groß über. Dieser
wehrte sich mit allen Mitteln gegen den Abriss des
Hauses und wollte auch keine Tauschangebote
akzeptieren. Sein Sohn Nikolaus, der das Haus ab
1840 führte, war ebenso wenig
verhandlungsbereit, bis er im Jahr 1847 ein
passendes Haus gleich östlich des Bahnhofs gelegen gefunden hatte.

Am 1. Januar 1848 eröffnete er das Hotel
"Stadt Baden" neben dem Bahnhof in der heutigen
Lange Straße 75.
1851 erwarb Eduard
Rößler, dessen Familie das "Hôtel de
Hollande" führte, das Hotel "Stadt
Baden" und baute es zu einem vor allem von
Geschäftsleuten besuchten florierenden Betrieb
aus. Eugen Rößler, sein Nachfolger,
gestaltete das Gebäude, in welchem 42
Fremdenzimmer Unterkunft boten, im Jahr 1888 um. In
den Folgejahren wurde es bis zur Einstellung des
Hotelbetriebs im Jahr 1920 von Pächtern
bewirtschaftet.
Das im Jahr 1927 eingerichtete
Arbeitsamt betreut noch heute Arbeitssuchende im
Gebäude des ehemaligen Hotels "Stadt
Baden".
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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