Baden-Baden - der ultimative Stadtfüherer

Baden-Baden News

Baden-Baden Facts

Inhalt

Stadtrundgang

Stadtplan

Ämter A-Z

Anreise

Geschichte

Kunst/Kultur/Museen

Sehenswürdigkeiten

Festspielhaus

Theater

Casino

Thermen

Hotels buchen

Events

Sport/Freizeit

Restaurants

Cafés/Bars

Shopping

Buch-Shop

Stadtteile

Umgebung

Elsass

Awards

Links

Archiv

Ihre Werbung bei uns

Kontakt

Newsletter

Gästebuch

Impressum


Hotels in Baden-Baden buchen



Badeherberge Zum Salmen

Nicht nur in der
Römerzeit war das Thermalwasser Baden-Badens geschätzt worden, auch im Mittelalter lockten die Geschichten um die Heilkraft des warmen Wassers Gäste an, die in mehr als einem halben Dutzend Badeherbergen Unterkunft fanden.

Eine der größten mittelalterlichen Badeherbergen war die Herberge "Zum Salmen", die bereits im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt ist.

Im 16. Jahrhundert war der "Salmen" ein großes Gasthaus mit 58 Badekästen, 15 Zimmern, 15 Schlafzimmern und 10 Dienstbotenkammern. Beim
großen Stadtbrand im Jahr 1689 wurde das stattliche Haus, das Johann Adolf Stephani verpachtet gewesen war, vollkommen zerstört.

Acht Jahre später kaufte Johann Adolf Stephani nicht nur den Platz, auf dem der "Salmen" gestanden hatte, sondern auch den benachbarten Platz, wo einst die Badeherberge
"Zum Engel" bewirtschaftet worden war, und begann mit dem Bau einer neuen Badeherberge, die um einen Innenhof herum errichtet wurde.

1702 wurde Johann Adolf Stephani durch
Markgraf Ludwig Wilhelm von der allgemeinen Abgabenpflicht befreit. Er musste lediglich noch für Reichs- und Kreisumlagen, sowie Kriegsfolgekosten aufkommen. Dies wirkte sich natürlich förderlich auf die Wirtschaftlichkeit der Badeherberge aus, deren Erfolg in erster Linie allerdings dem rührigen Besitzer, der das Haus hervorragend bewirtschaftete, zuzuschreiben ist. Johann Adolf Stephani war nicht nur Wirt einer großen Badeherberge, sondern Stadtrat, Gerichtsmitglied und letztendlich im Jahr 1720 Bürgermeister.

Die Bewirtschaftung des "Salmen" hatte sein Sohn übernommen. Nach dessen Tod im Jahr 1733 wurde das Haus verpachtet.

Mit Adam Haag, der sich später Haug nannte, dem Ehemann einer Enkeltochter Johann Adolf Stephanis, wurde der Familienbetrieb weiter geführt. Die Abgabenbefreiung galt auch für ihn weiter.

Designierter "Salmen"-Wirt wurde nach Adam Haugs Tod dessen minderjähriger Sohn Heinrich aus zweiter Ehe. Bis zu seiner Volljährigkeit führte sein Stiefvater Peter Nagel den "Salmen" vorbildlich und baute ihn den Erfordernissen entsprechend aus, womit er dafür sorgte, dass der "Salmen" im Jahr 1789 bestens ausgestattet an Heinrich Haug übergeben werden konnte.

Beim frühen Tod Heinrich Haugs im Jahr 1795 war der künftige Wirt der noblen Badeherberge, Heinrich Haug junior, erst fünf Jahre alt, so dass die Mutter mit ihren zweiten Ehemann die Badeherberge treuhänderisch weiter führte.

Das komfortable Haus verfügte nicht nur über knapp 100 Badewannen, sondern bot den Gästen in einem Nebenzimmer an sieben Spieltischen auch die Möglichkeit, ihrem Spieltrieb nachzugehen.

Als Heinrich Haug junior den "Salmen" übernommen hatte, machte er sich sofort daran, das viel gefragte Haus zu vergrößern, wobei ihm durch die Mauern des im Norden an das Haus grenzenden Frauenklosters "Vom Heiligen Grab" und die
Stadtmauer enge Grenzen gesetzt waren.

Er setzte sich also intensiv dafür ein, dass Stadtmauer und Spitaltor, die seinem Expansionsdrang im Wege standen, abgerissen wurden. Nach deren Abriss im Jahr 1821 fügte Heinrich Haug dem "Salmen" einen prächtig ausgestatteten Tanzsaal hinzu. Der passionierte Jäger legte auf beste Küche, in welcher viele Wildspezialitäten angeboten wurden, großen Wert. Trotz aller Anstrengungen konnte der "Salmen" mit den neu entstandenen Hotels im Umfeld des zum Mittelpunkt des kurörtlichen Lebens gewordenen heutigen
Kurhauses, wie dem " "Maison Meßmer" oder dem "Hôtel d'Angleterre", nicht konkurrieren. Am 25. April 1841 gab Heinrich Haug ein auserlesenes Abschiedsmahl, welches die fast 150jährige Ära der Familien Stephani und Haug als "Salmen"-Wirte beendete.

Der Spielbankpächter Bénazet hatte danach den Plan, aus dem Haus ein Fürstenbad zu machen, verwarf diesen allerdings und verkaufte im Jahr 1844 den "Salmen" an den Kellner Heinrich Kah, dessen Vater das Gasthaus
"Grüner Baum" betrieb. Die Blütezeit des "Salmen" war allerdings vorbei.

Der badische Staat erwarb den "Salmen" und verlegte das herrschaftliche Freibad von der Badeherberge
"Zum Baldreit" in die Badeherberge "Zum Salmen".

1890 wurde der gesamte Gebäudekomplex, der auf mehr als 1800 Quadratmetern errichtet war, abgerissen, um Platz zu schaffen für den Bau des
Kaiserin-Augusta-Bades, das als reines Damenbad rechts neben dem Friedrichsbad entstand. Nur 70 Jahre später musste dieses prachtvoll gestaltete Bad einer weiteren Umgestaltung des so genannten Bäderviertels der Kurstadt weichen. Heute erinnert nichts mehr auf dem freien Platz vor dem Friedrichsbad und dem Kloster "Vom Heiligen Grab" an eine der ältesten und besten Badeherbergen der Stadt.

Die Wirtschaftskonzession des "Salmen" war bereits 1865 auf das Haus Gernsbacher Straße 34 übertragen worden, wo der Küfer Wilhelm Siegel bis zum Jahr 1884 ein kleines Gasthaus betrieb. Florian Baumgärtner, der nächste Inhaber, baute das Haus zu der heute noch bestehenden Form aus.

Nach einem nochmaligen Besitzerwechsel führte die Familie Reinbothe von 1920 bis 1971 das Hotel "Salmen". Danach wurde das Haus als Geschäftshaus mit Apotheke und Arztpraxen genutzt.

Von Rika Wettstein Baden-Baden


Zurück



© by WAEPART, Baden-Baden/Germany. All Rights Reserved.