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Hotel Colmar
Der Blume-Brunnen am Beginn der
Lange Straße erinnert noch knapp 150 Jahre
nach dem Verkauf des alten Gasthauses "Blume" und
dessen Abriss an das Wirtshaus, dem er
gegenüber stand. Warum der Brunnen
Blume-Brunnen und nicht Fuchs-Brunnen heißt,
ist ungeklärt. Die beiden Gasthäuser
"Blume" und "Fuchs" standen nämlich genau
nebeneinander am Beuerner Tor.
Die ersten Gastwirte der "Blume", soweit
überliefert, waren Bäcker und betrieben
im 17. Jahrhundert sowohl eine Bäckerei als
auch die Gastwirtschaft im selben Haus. Die
Familien Vogel, Kraft, Stroh und Braun
bewirtschafteten das Haus bis Ende des 18.
Jahrhunderts. Danach ging es in den Besitz des
Metzgers Ludwig Georg Hoffmann über, dessen
Sohn Aloys im Jahr 1832 nach dem Abriss der
Stadtmauer und der Anlage der Grabenpromenade, der
späteren Sophienstraße, die "Blume" zu
einem stattlichen Haus mit dreigeschossigem Anbau
zur Grabenpromenade und einem Saal im ersten
Obergeschoss, der sich bei der Bevölkerung
bald reger Beliebtheit erfreute, ausbaute.
Der Saal war unter anderem Treffpunkt des im Mai
1847 gegründeten Badener Turnvereins, dessen
Mitglieder während der badischen
Revolution des Jahres 1849 mit den Rebellen
in den Kampf zogen.
1853 verkaufte Aloys Hoffmann sein Hotel an die
Brüder Philipp und Franz Grosholz, die das
Haus abrissen, um ihr Hotel "Viktoria" bauen zu können.
Die "Blume"-Konzession benötigten sie nicht,
da sie bereits im Besitz der Wirtschaftsgenehmigung
für das Gasthaus "Fuchs" waren.

Erstere erwarb Anton Merkel, der neben dem
"Badhotel zum
Hirsch" das Haus Lange Straße 34
erstanden hatte. Ab dem Sommer 1856 bewirtete er
dort Gäste in seinem Restaurant und
Café "Blume" und vermietete vermutlich
Fremdenzimmer in seinem geräumigen Haus.
Aus- und Umbauten folgten ebenso wie
Besitzerwechsel. Hotel "Beuttenmüller"
hieß das Hotel für kurze Zeit und danach
bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
Hotel "Müller". Heute ist das Hotel
"Colmar" eines der wenigen Häuser in
der Lange Straße, dessen Funktion als Hotel,
wenn auch nur als Hotel garni, beibehalten worden
ist.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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