Baden-Baden - der ultimative Stadtfüherer

Baden-Baden News

Baden-Baden Facts

Inhalt

Stadtrundgang

Stadtplan

Ämter A-Z

Anreise

Geschichte

Kunst/Kultur/Museen

Sehenswürdigkeiten

Festspielhaus

Theater

Casino

Thermen

Hotels buchen

Events

Sport/Freizeit

Restaurants

Cafés/Bars

Shopping

Buch-Shop

Stadtteile

Umgebung

Elsass

Awards

Links

Archiv

Ihre Werbung bei uns

Kontakt

Newsletter

Gästebuch

Impressum


Hotels in Baden-Baden buchen

Hotel am Markt Baden-Baden

Hotel Am Markt

Der zentrale Platz der spätmittelalterlichen Residenzstadt Baden war der Marktplatz mit seiner alles überragenden
Stiftskirche. So verwundert es nicht, dass der Bäcker Franz Göringer im Januar 1718 direkt rechts von der Kirche einen Bauplatz erwarb, um dort ein Haus zu bauen, das anfangs vermutlich noch nicht als Gastwirtschaft genutzt wurde. Ein Dutzend Jahre später war Franz Göringer dann Wirt des Gasthauses "Grüner Baum". Das Recht, am Marktplatz eine Gastwirtschaft betreiben zu dürfen, war jedoch nur ihm persönlich erteilt worden, was in den nachfolgenden Jahrhunderten für manches Problem sorgen sollte.

Unkompliziert mag die Übertragung des persönlichen Wirtschaftsrechts auf Franz Göringers Schwiegersohn, den Bäcker Franz Joseph Scheibel, der die Gastwirtschaft übernommen hatte, vonstatten gegangen sein. Der Geschäftsverlauf gestaltete sich allerdings wenig erfolgreich, weswegen die Gastwirtschaft "Grüner Baum" im Jahr 1763 zur Versteigerung ausgeschrieben wurde und letztendlich in den Besitz des Kollegiatsststifts überging. Das günstig gelegene Gebäude wurde Jahrzehnte für Kirchenzwecke genutzt. Die Gastwirtschaft wurde nicht mehr betrieben.

Nach der Säkularisierung und der damit einhergegangen Verstaatlichung kirchlicher Besitztümer zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Haus an den Bäckermeister Xaver Hippmann verkauft, der mit allerlei Anstrengung, da ein Gasthaus direkt bei der Kirche von manchen einflussreichen Persönlichkeiten nicht so gern gesehen war, auch wieder die Gastwirtschaft "Grüner Baum" einrichtete. Seine Erben verkauften das Gasthaus an den Bäckermeister Joseph Kah, dem wiederum lediglich das persönliche Wirtschaftsrecht zugestanden wurde. Joseph Kah bewirtschaftete das Haus recht erfolgreich, baute 1819 eine separate Backstube und bewirtete vornehmlich Einheimische. Fünf Fremdenzimmer wurden zur Übernachtung angeboten.

Da keiner der Söhne das Haus übernehmen wollte, wurde es im Jahr 1846 an den Kellner Ludwig Kah verkauft, der nach etlichen Auseinandersetzungen mit den Bürokraten die Genehmigung zur Bewirtschaftung erhielt und im Juli 1847 den "Grünen Baum" als einfache Gastwirtschaft mit zehn Fremdenzimmern eröffnete.

Es gab aber immer noch Streitigkeiten mit dem Vorbesitzer wegen des Kaufpreises und der gehabten Unannehmlichkeiten, was letztendlich dazu führte, dass Joseph Kah drei Jahre später der "Grünen Baum" wieder selbst übernahm.

1852 wurde dessen Sohn Hermann die persönliche Wirtschaftsgerechtigkeit zuerkannt. Die dauerhafte so genannte Schildgerechtigkeit wurde allerdings weiterhin versagt, da der Stadtrat, wie seine Vorgänger, eigentlich keine Gastwirtschaft neben der Kirche dulden wollte.

Nach einer übergangsweisen Verpachtung führte Hermann Kah junior den "Grünen Baum" weiter und baute ihn gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit einer Gartenwirtschaft und einer zusätzlichen Schwankwirtschaft im Keller aus.

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts präsentierte sich der "Grüne Baum", der immer noch im Familienbesitz war, als Haus für einfache Ansprüche mit Kaffeeterrasse und Restaurant.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Haus wie alle anderen Hotelbetriebe der Stadt von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt worden.

1951 wurde es unter neuen Besitzern und neuem Namen wieder eröffnet. Gustav und Hilde Bogner nannten ihren Hotel- und Restaurantbetrieb "Hotel Am Markt" und stellten ihre Dienste weiterhin vornehmlich Einheimischen und örtlichen Vereinen zur Verfügung.

Im Gastgeberverzeichnis 2001/2002 Baden-Badens ist in der Beschreibung des Hotels kein Wort über die Nähe zur Stiftskirche, die den jeweiligen Eignern teilweise existenzielle Schwierigkeiten bereitet hat, zu lesen. Dort ist das Haus, das nahezu 300 Jahre am selben Platz steht, folgendermaßen beschrieben: "Kleines, von der Familie Bogner seit Jahrzehnten geführtes Haus in der Altstadt, oberhalb der Fußgängerzone in unmittelbarer Nähe der Thermalbäder (Caracalla-Therme). 5 Minuten zu Fuß zum Kurhaus. Restaurant mit Abendessen für die Hausgäste."

Von Rika Wettstein Baden-Baden


Zurück



© by WAEPART, Baden-Baden/Germany. All Rights Reserved.