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Hotel Drei Könige
Gastwirt wollte der Rotgerber Peter
Bauer im Jahr 1753 unbedingt werden. Er hatte sich
deshalb in der so genannten Unterstadt in der
Nähe der südlichen Stadtmauer einen Bauplatz gekauft, worauf er
ein kleines Gasthaus, das nicht nur genug Platz
für Menschen, sondern auch für Pferde
bieten sollte, errichten wollte. Vorerst scheiterte
sein Gesuch, eine Genehmigung zum Betreiben einer
Gastwirtschaft zu erhalten, was nicht nur heftigen
Protest des Peter Bauer, sondern auch eine von Amts
wegen angeordnete Überprüfung der
tatsächlich genutzten Schank-Konzessionen in
der Stadt nach sich zog.
1754 erhielt Peter Bauer die so genannte
Schildgerechtigkeit mit der Maßgabe, sein
Haus "Zu den Drei Mohren" zu nennen.
Tatsächlich nannte er seine kleine
Gastwirtschaft allerdings "Zu den Heiligen Drei
Königen". Neben seiner Tätigkeit als
Gastwirt arbeitete er weiter als Gerber.
Sein gleichnamiger Sohn, der den Betrieb vom Vater
übernahm, neigte eher zur Gerberei, weswegen
dessen Tochter Margaretha und ihr Mann, der Gerber
Johann Maier, das Gasthaus führten.
1789 wurde die Gastwirtschaft geschlossen und erst
im Jahr 1798 vom nächsten Schwiegersohn
Friedrich Maier, von Beruf ebenfalls Gerber, und
dessen Frau Theresia wieder eröffnet. Die
Kinder der beiden wurden ebenfalls Gastwirte. Sohn
Xaver gründete 1840 das Hotel "Europäischer
Hof", die Tochter Theresia heiratete
Valentin Kah vom Gasthaus "Traube".
Es waren keine weiteren Familienmitglieder
vorhanden, die den elterlichen Betrieb hätten
weiterführen können, und so übernahm
Wilhelm Feder im Jahr 1849 das kleine
zweigeschossige Gasthaus und erweiterte es zu einem
Haus mit 17 Fremdenzimmern.
August Hoffmann, der neue Besitzer ab 1869,
ließ das alte, nicht mehr
zeitgemäße Wirtshaus abbrechen und einen
dreigeschossigen Neubau errichten.

Darüber hinaus verwirklichte er hinter seinem
neuen Haus an der Stelle, an der ehemals die
Stadtmauer gestanden hatte, im Jahr 1890 den Bau
eines viergeschossigen Gebäudes. Das Hotel
"Drei Könige" bestand also aus zwei
Gebäudeteilen, wovon eines an der Lange
Straße, das andere an der Luisenstraße
lag.
Seinen Nachfolgern sollte es vorbehalten bleiben,
das Hotel zu einem Haus Ersten Ranges zu
machen.
Zwei Jahre lang bewirtschaftete Ludwig August
Hoffman aus der Gastwirtsfamilie, die ehemals das
Hotel "Blume" geführt hatte, das Hotel,
bis es im Jahr 1896 von Gustav Hoffmann, einem Sohn
des 1890 verstorbenen August Hoffmann,
übernommen wurde.
Dieser fügte dem Gebäudekomplex durch
Zukauf ein drittes Gebäude, an der
Luisenstraße gelegen, hinzu und glich die
drei Häuser höhenmäßig an.

Ansichtskarte Hotel Drei
Könige
(Abb.: Archiv WAEPART)
86 bestens ausgestattete Zimmer erhielt das Hotel.
Hotelgäste speisten auf der verglasten
Terrasse an der Luisenstraße, Passanten im
Restaurant an der Lange Straße.
Bis 1929 wurde das ganzjährig geöffnete
Hotel von Gustav Hoffmann erfolgreich
geführt.
Nach zweimaligem Besitzerwechsel kaufte die
Bäder- und Kurverwaltung das Anwesen. Garten
und Restaurant-Terrasse an der Luisenstraße
verschwanden, um Platz für eine
Straßenverbreiterung zu schaffen.
In dem seither mit Wohn- und
Geschäftsräumen ausgestatteten Haus
erinnert lediglich ein beliebtes Szenelokal im
Erdgeschoss, dessen Eingangstür sich direkt
unter dem an einem Erkergiebel angebrachten Bild
der Heiligen Drei Könige befindet, an dessen
fast zweihundertjährige gastronomische
Nutzung.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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