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Georg Herwegh

Georg Herwegh (1817-1875)

Der Revolutionsdichter des 19. Jahrhunderts wurde am 31. Mai 1817 als Sohn einfacher Gastwirtsleute in Stuttgart geboren.

1835 begann Georg Herwegh, dessen dichterisches Talent bereits während seines Seminaraufenthaltes in Maulbronn entdeckt worden war, das Theologiestudium an der Universität Tübingen, von der er jedoch nach einem Jahr wegen eines Regelverstoßes verwiesen wurde. Das darauf folgende Jurastudium brach Georg Herwegh aus freien Stücken ab und lebte als Autor und Übersetzer in Stuttgart. Sein Militärdienst beim Württembergischen Militär endete vorzeitig mit Suspendierung und Kerker wegen Offiziersbeleidigung. Einer erneuten Einberufung entzog sich Georg Herwegh 1839 durch Flucht in die Schweiz, wo er sich im Kanton Thurgau niederließ und in Zürich Vorträge über moderne Literatur hielt.

Sein erstes Buch "Gedichte eines Lebendigen", das 1841 erschien, rückte ihn in den Mittelpunkt öffentlichen Interesses. Die brisant formulierten Verse politischen Inhalts verschafften ihm die Sympathien vieler Intellektueller sowie die Zustimmung einer großen Leserschar, die sich mit Herweghs Wettern gegen bestehende Verhältnisse und der Forderung des Umsturzes der politischen Systeme durchaus identifizierten. Die überwältigende Resonanz auf sein Werk veranlasste Georg Herwegh, die Herausgabe einer politischen Monatsschrift mit dem Titel "Der deutsche Bote aus der Schweiz" zu planen. Zu Werbezwecken für diese Zeitschrift begab er sich 1842 auf eine Deutschlandreise. Während dieser wurde er in fast allen großen Städten von seinen Zuhörern begeistert gefeiert. In Berlin traf er unter anderem mit dem preußischen König Wilhelm IV. zusammen, was die verhängnisvolle Folge für ihn hatte, des Hochverrats verdächtigt und aus Preußen ausgewiesen zu werden. Andere deutsche Staaten folgten Preussens Beispiel und erklärten Georg Herwegh zur unerwünschten Person.

Er kehrte daraufhin in die Schweiz zurück, ließ sich in Basel-Land nieder, erwarb die Schweizer Bürgerrechte und heiratete 1843 Emma Siegmund, die er in Berlin kennen gelernt hatte.

Im selben Jahr erschien sein zweiter Band "Gedichte eines Lebendigen", der jedoch nicht den Anklang des ersten Bandes erreichte.

Georg Herwegh und seine Frau zogen für einige Jahre nach Paris, wo sie sich rasch mit den Literaten aus aller Welt anfreundeten. Während der Februarrevolution 1848 in Paris wurde Georg Herwegh der Führer der in Paris lebenden Deutschen und gründete die Pariser Deutsche Demokratische Legion, welche die revolutionäre Bewegung in Deutschland unterstützen wollte und deshalb mit knapp 4000 Mann an den Rhein marschierte, um den badischen Aufständischen zu helfen. Diese waren jedoch bereits besiegt worden. Auch Herweghs Freischärler ereilte dieses Schicksal. Er selbst floh, lebte wieder in Paris und danach in der Schweiz.

Der Respekt, der ihm bislang entgegengebracht worden war, war bereits stark gesunken und verflog gänzlich, als Herwegh wegen einer Liebschaft mit der Frau eines Freundes seine Familie verließ. In Zürich, wo er sich einige Jahre niedergelassen hatte, traf er auf Franz Liszt und Richard Wagner. Von Ferdinand Lassalle (1825-1864), dem Präsidenten des 1863 gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins wurde er im selben Jahr zum Bevollmächtigten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in der Schweiz bestimmt. Für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein dichtete Georg Herwegh im Jahr 1864 das Bundeslied, dessen 6. Strophe lautet:

"Mann der Arbeit aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still,
Wenn dein starker Arm es will."

1866 kehrte Georg Herwegh nach einer allgemeinen Amnestie in Deutschland mit seiner Frau, mit der er sich mittlerweile versöhnt hatte, und den beiden Söhnen nach Deutschland zurück und ließ sich in Baden-Baden nieder. Möglicherweise waren die Kontakte, die er in Paris zu Künstlern wie z.B. zu Pauline
Pauline Viardot-Garcia und Iwan Turgenjew, die damals in Baden-Baden lebten, gepflegt hatte, ausschlaggebend für diese Entscheidung.

Politisch betätigte er sich nicht weiter, obwohl es in Baden-Baden auch einen Arbeiterverein gegeben hat. Er machte Übersetzungen und schrieb weiter Gedichte. Wegen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 schrieb er einen "Epilog zum Kriege", in dem zu lesen ist:

"Du bist im ruhmgekrönten Morden
das erste Land der Welt geworden:
Germania, mir graut vor dir!"

Die Familie, die in der Stadt kaum Kontakte pflegte, zog mehrfach in Baden-Baden um und wohnte zuletzt in der Sophienstraße 21. Dort starb Georg Herwegh am 7. April 1875 an einer Lungenentzündung. Seine letzte Ruhestätte sollte "in seiner Heimat freier Erde", wie auf seinem Grabstein zu lesen ist, sein. Seinem Wunsch entsprechend wurde er in der Schweiz, in Liestal, beigesetzt.

In Baden-Baden erinnert eine Gedenktafel an seiner letzten Wohnstätte an Georg Herwegh.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden

Emma Herwegh
Text des Bundesliedes
Zur Revolution 1848-1849

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