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Seht, da steht der große Hecker,
eine Feder auf dem Hut,
Seht, da steht der Volkserwecker, lechzend nach
Tyrannenblut! Wasserstiefel, dicke Sohlen, Säbel
trägt er und Pistolen, Und zum Peter sagt er: "Peter
sei du Statthalter!"
"Peter", sprach er,
Du regiere Constanz und den Bodensee,
Ich zieh' aus und commandire unsre tapfre Armee; Mit
Pollacken und Franzosen wird der Herwegh zu mir
stoßen,Und der stirbt lebendig eh'r, bis daß er
ein Hundsfott wär"
Pflästerer und
Schieferdecker, alles niedrig und hoch,
Alles jauchzte unserm Hecker, bis er aus zum Kampfe zog.
Handwerksburschen, Literaten, Tailleurs, Bauern,
Advokaten,Alles folgte rasch dem Zug, als er seine Trommel
schlug.
Rumbidibum, so
hört man's schlagen, Rumbidibum Dumdumdumbum; Und bei
Straf ließ Weißhaar sagen rings im ganzen Land
herum: "Thut euch schnell zusammenraffen, gebt mir
Mannschaft, Pferde, Waffen, Oder ich bring Alles um;
Rumbidibum Dumdumdumbum."
Durch die Baar that
man jetzt wandern, und hernach ins Wiesenthal, Und daselbst
stieß man bei Kandern auf Soldaten ohne Zahl, Edler
Gagern, wackre Hessen, wollt ihr euch mit Hecker messen?
Gagern, du kommst nicht zurück, Vivat hoch die
Republik!
Gagern wollt
parlamentieren, doch das ist nicht Heckers Arth; ",Ich",
sprach er, "soll retiriren, ich mit meinem roten Bart!?"
Ach! nun hört man Schüsse knallen, General Gagern
sah man fallen, Und der tapfre Hinkeldey saß zu Pferde
auch dabei.
Und als Gagern war
gefallen, fing man leider auf dem Rhein, Zur
Bekümmerniß uns allen, unsern edlen Struwel ein;
Man that ihn in Eisen legen, aber von des Heckers wegen,
Ließ der Oberamtmann Schey den Gefang'nen wieder
frei.
Kaiser,
Weißhaar, Struwel, Peter, alle trieb man allbereits
Gleichsam als wie Uebeltäter in die schöne freie
Schweiz. Doch der Peter, der kam wieder, legt die
Statthalterschaft nieder, "Denn", sprach er, "ich werde alt,
und verlier' sonst mein Gehalt."
Hecker, sag, wo
bist du Hecker? legst die Hände in den Schooß?
Auf nun, du Tyrannenschrecker, jetzt geht es auf Freiburg
los. Badner, Hessen und Nassauer stehen dorten auf der
Lauer. Doch wir kommen schon hinein, denn neutral will
Freiburg sein.
All die
schönen Stadtkanonen, großer Hecker, sie sind
dein; Und man ladet blaue Bohnen nebst Kartätschen
schnell hinein. Langsdorf will recognosciren,
läßt sich auf den Münster führen, und
guckt durch ein Perspektiv, ob es gut geht oder schief.
Oben her vom
Güntersthale, hinter Wald und Hecken vor, Kam im Sturm
mit einem Male, Siegels wildes, tapfres Corps. Aber unsre
Hessenschützen ließen ihre Büchsen blitzen,
Und das Corps zog sich zurück, aus war's mit der
Republik.
Denn hinein zu
allen Thoren stürmte jetzt das Militär, Und die
Freischar war verloren trotz der tapfren Gegenwehr; Alle,
die sich blicken ließen, that das Militär
erschießen; Alle Führer gingen durch, und erobert
war Freiburg.
Doch nun kamen
Herwegh's Schaaren, er und seine Frau kam nach, Kamen in der
Chais gefahren auf dem Weg nach Dossenbach. Doch zu ihrem
großen Ärger sah man dort die Würtemberger;
Miller, dieser große Schwab, kam von einem Berg
herab.
Heckers Geist und
Schimmelpfennig machten da den Schwaben warm: Herwegh sah's,
er fuhr einspännig, und es fuhr ihm in den Darm. Unter
seinem Spritzenleder fercht' er sich vorm Donnerwetter;
Heiß fiel es dem Herwegh bei, das der Hinweg besser
sei.
"Ach, Madamchen",
that er sagen, "aus ist's mit der Republik! Soll ich Narr
mein Leben wagen? Nein! für jetzt nur schnell
zurück! Laß für meinen Kopf uns sorgen, komm
ich heut nicht, komm ich morgen; Ach, wie kneipt's mich in
den Leib, wende um, mein liebes Weib!"
Und Madam
hieß ihn verkriechen sich in ihren treuen
Schooß, Denn er konnt kein Pulver riechen, und es ging
erschrecklich los; Schimmelpfennig war erstochen, manche
Sense ward zerbrochen, Und erschossen mancher Mann, die ich
nicht all nennen kann.
Also ist's in Baden
gangen: was nicht fiel und nicht entfloh, ward vom
Militär gefangen, liegt zu Bruchsal auf dem Stroh; Ich,
ein Spielmann bei den Hessen, der kann Baden nicht
vergessen, Der den Feldzug mitgemacht, habe dieses Lied
erdacht.
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Friedrich Hecker, der Nestor der
deutschen Freiheitskämpfer.
Abb: Archiv WAEPART
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