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Johann Peter
Hebel (1760-1826)
Der berühmteste Mundartdichter
des süddeutschen Raumes wurde am 10. Mai 1760
in Basel geboren. Seine Schul- und Studienzeit
verbrachte er in Schopfheim, Lörrach,
Karlsruhe und Erlangen, wo er Theologie studierte.
1783 kehrte er als Lehrer nach Lörrach
zurück und wechselte 1791 an das Karlsruher
Gymnasium. In der badischen Residenzstadt wurde
Johann Peter Hebel von Heimweh nach seiner
ländlichen südbadischen Heimat geplagt
und verarbeitete seine Erinnerungen und
Sehnsüchte in teils heiteren, teils ernsten
oder besinnlichen Gedichten, die er alle in
alemannischer Mundart schrieb. 1803 wurden sie
veröffentlicht. 1808, im selben Jahr, in
welchem er zum Gymnasialdirektor in Karlsruhe
ernannt worden war, begann er mit der Herausgabe
der Jahreskalender "Der rheinländische
Hausfreund", die bis 1815 regelmäßig
erschienen und 1819 nochmals eine weitere Auflage
erfuhren. Zahlreiche von Johann Peter Hebel selbst
verfasste Geschichten in diesen Kalendern fanden
große Anerkennung und wurden 1811 in der
Sammlung "Schatzkästlein des rheinischen
Hausfreundes" publiziert. Dieses
"Schatzkästlein" wurde zu einem regelrechten
Hausbuch und erfreute sich bis ins 20. Jahrhundert
ständiger Beliebtheit.
1819 wurde Johann Peter Hebel Prälat und
Mitglied der Ständeversammlung am badischen
Hof.
Über Jahrzehnte hinweg war der begeisterte
Wanderer, der die nähere und fernere Umgebung
Karlsruhes gern zu Fuß erkundete, auch Gast
in Baden-Baden und berichtete in vielen Briefen
über seine in der Stadt gewonnenen
Eindrücke, so zum Beispiel in einem Brief vom
20. August 1812, als er sich mitten in der Saison
in der Bäderstadt aufgehalten hat: "Man ist in
einer ganz anderen Welt. Überall Glanz,
Wohlleben, Müßiggang, Geldspiel,
Könige, Fürsten, Grafen, Professoren,
Juden, Komödianten untereinander."
Johann Peter Hebel nutzte seine Zeit in Baden-Baden
nicht nur zur regelmäßigen Anwendung des
Thermalwassers, um seine "rheumatische Materie" zu
lindern, sondern er frönte auch gelegentlich
dem Glücksspiel und nahm darüber hinaus
Kontakte zu seinem wichtigsten Verleger, Johann
Friedrich Cotta, auf.
Anfang September 1826 hielt sich Johann Peter Hebel
zum letzten Mal in Baden-Baden auf. Während
einer Dienstreise nach Mannheim und Heidelberg
starb einer der ersten wirklichen Kurgäste
Baden-Badens am 22. September 1826 in
Schwetzingen.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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