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Hans Kuhn (1905-1991)
Am 12. Oktober 1905 wurde Hans Kuhn
in Baden-Baden in eine Kaufmannsfamilie
hineingeboren. Gegenüber dem
weltberühmten Café König bot die
Familie in einem Feinkostgeschäft allerhand
Köstlichkeiten zum Kauf an. Überliefert
ist, dass der künstlerisch ambitionierte Hans
Kuhn für ausgefallene und Aufsehen erregende
Schaufensterdekorationen während der
Weihnachtszeit sorgte.
Mit dem Kaufmännischen hatte er wohl wenig im
Sinn, denn er begann 1923 in München ein
Mathematikstudium und das Studium der
Kunstgeschichte. Im Jahr darauf wechselte Hans Kuhn
nicht nur seinen Studienort, sondern auch sein
Studienfach. Beim Expressionisten Ludwig Meidner
nahm er in Berlin Unterricht und wurde 1925 in die
Berliner Akademie der Bildenden Künste
aufgenommen.
Paris, der Schmelztiegel der
Avantgardekünstler, war von 1926 bis 1929 die
nächste Station in Hans Kuhns Leben. Dort
wurde er von Roger Bissière unterrichtet.
Gerade einmal 24 Jahre alt, ließ er sich in
Italien nieder. Nach sechsjährigem
künstlerischem Arbeiten in Italien kehrte Hans
Kuhn nach Berlin zurück, wo er 1937 nicht nur
die Beschlagnahmung seiner Bilder erleben musste,
sondern darüber hinaus von den
Nationalsozialisten wie so viele seiner
Künstlerkollegen mit Ausstellungsverbot belegt
wurde.
Im Zweiten Weltkrieg zum Kriegsdienst eingezogen,
fungierte er wegen seiner Sprachkenntnisse als
Dolmetscher in Italien und Frankreich. Als
Kriegsgefangener kehrte er nach Baden-Baden
zurück, wo die französische
Besatzungsmacht ihr Hauptquartier eingerichtet
hatte.
1946 organisierte Hans Kuhn eine große
Ausstellung "Moderne französische Malerei" im
Kurhaus, in welcher, von Braque bis Renoir,
Werke aller Künstler vertreten waren, die in
der modernen französischen Malerei Rang und
Namen hatten. Das Leitwort einer 1947 organisierten
Ausstellung lautete "Deutsche Kunst der Gegenwart",
der 1948 eine Ausstellung französischer
Volkskunst folgte. Die zweisprachig gehaltenen
Kataloge zu den Ausstellungen wurden in der
Offenburger Druckerei Franz Burdas hergestellt, was
Hans Kuhn nicht nur eine lebenslange Verbindung zur
Familie Burda bescherte, sondern 1954 auch den
Auftrag, ein Wandbild für den Eingangsbereich
des Verwaltungsneubaus der Druckerei zu
gestalten.
Zu jenem Zeitpunkt war Hans Kuhn bereits von Carl
Hofer als Professor für Wandmalerei an die
Berliner Hochschule für Bildende Kunst
berufen. Dieses Amt übte er bis 1974 aus, was
ihn zum Pendler zwischen Berlin, Italien und
Baden-Baden werden ließ. Der
Mitbegründer der 1950 wieder geschaffenen
Formation des 1903 entstandenen Deutschen
Künstlerbundes hatte auch eine Familie
gegründet, derer er sich bis ins hohe Alter
von 85 Jahren erfreuen durfte.
Am 12. Dezember 1991 starb der Künstler, von
dem Fachleute meinen, er sei der erste Maler aus
Baden-Baden, der über die Kurstadt hinaus
Wirkung und Resonanz erlangte, in seiner
Heimatstadt.
In der Staatlichen Kunsthalle
Baden-Baden
erinnerte von April bis Juli 2005 eine Auswahl
ausgesuchter Arbeiten nicht nur an den
Künstler, sondern verdeutlichte auch auf
beeindruckende Weise Hans Kuhns
Souveränität im Umgang mit Farbe und
Form.
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