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Hermann Billing
(1867-1946)
Architekt
zwischen Historismus, Jugendstil und Neuem Bauen,
Planer der Kunsthalle
Baden-Baden.
Hermann Billing wurde als drittes von dreizehn
Kindern des Maurers Christian Billing und seiner
Frau Lisette, geborene Zoller, geboren. Die Familie
war seit dem 18. Jahrhundert im Karlsruher
Dörfle ansässig. Hermann Billings
Großvater konnte sich als Bauunternehmer
einen Namen machen und Hermann Billings Vater
gelang es, das Geschäft zu einem der
größten Unternehmen in Karlsruhe zu
entwickeln.
1870 zog die Familie vom Dörfle in das zu der
Zeit neu entstandene Viertel Südstadt. Hermann
Billing besuchte die Volksschule und das Karlsruher
Realgymnasium, wo er bereits durch sein
Zeichentalent auffiel.
Nach seinem Schulabschluss besuchte er die
Karlsruher Kunstgewerbeschule. Nach einem Jahr
brach er die Schule ab und leistete seinen
Militärdienst als
"Einjährig-Freiwilliger". Danach arbeitete er
für ein Jahr im väterlichen Betrieb.
1886 begann er mit dem Architekturstudium an der
Technischen Hochschule Karlsruhe. Bereits 1888
brach Billing das Architekturstudium ab, um dem
akademischen Betrieb zu entfliehen und Erfahrungen
in der Praxis sammeln zu können. In Berlin
fand er in einem Architekturbüro eine
halbjährige Anstellung als Zeichner. Zwischen
Militärübungen in Karlsruhe und einen
Praktikum bei einem Spezialisten für
Theaterbauten in Berlin, unternahm er verschiedene
Studienreisen.
1892 heiratete er Selma Anwandter (1868-1921), die
als Tochter eines Brauereibesitzers Vermögen
in die Ehe bringt. So ist es Hermann Billing
möglich, sich ohne akademischen Abschluss als
Privatarchitekt in Karlsruhe niederzulassen. Durch
unkonventionelle Einsendungen zu
Architekturwettbewerben wurde man schnell auf ihn
aufmerksam.
Waren seine Entwürfe für eine
Durchführung zunächst zu
avantgardistisch, stellten sich allmählich
Aufträge durch private Bauherren ein. Die
Wohnung der Familie und sein Büro waren in der
Nowackanlage 5. Im Jahr 1895 bezog Billing das
erste von der Wohnung getrennte Büro in der
Karl-Friedrich-Straße 24. Hermann Billing
bemühte sich um einen Lehrauftrag an der
Staatlichen Akademie der Bildenden Künste,
wurde aber abgelehnt.
1898 baute er für sich und seine Familie ein
erstes eigenes Wohnhaus in der
Eisenlohrstraße 23.
Durch die immer bessere Auftragslage konnte Billing
den Architekten Josef Mallebrein (1868-1915) als
Geschäftspartner gewinnen, das Büro wurde
in "Billing & Mallebrein" umbenannt. Hermann
Billing richtete Zweigbüros in Baden-Baden,
Mannheim und Frankfurt/Main ein.
Das Karlsruher Büro bezog Räume in der
Stephanienstraße 96, dem von ihm geplanten
Torbogenbau am Eingang der Baischstraße.
Billing erhielt einen Lehrauftrag in "dekorativer
Architektur" an der Staatlichen Akademie der
Bildenden Künste.
1902 zog sich Mallebrein aus dem gemeinsamen
Büro in Karlsruhe zurück, inzwischen in
der Baischstraße 4, und wird in Freiburg
tätig.
Die von Hermann Billing geplante Kunsthalle in
Baden-Baden wurde 1909 eröffnet.
Geschichte der
Kunsthalle
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