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Wilhelm Kahlo
(1871-1941)
Wilhelm Kahlo wurde am 26. Oktober
1871 in Pforzheim als drittes Kind des
Schmuckfabrikanten Johann Heinrich Kahlo und seiner
Ehefrau, geborene Kaufmann, geboren.
1874 verkaufte Johann Heinrich Kahlo seine
Bijouteriefabrik und zog mit seiner Familie nach
Lichtental. Er hatte sein beachtliches
Vermögen in allerlei zinsbringende Geldanlagen
eingebracht, die ihm und seiner Familie
ermöglichten, von deren Rendite zu leben. Zu
einer gewisse Ruhe kamen die Kahlos allerdings
nicht, denn sie zogen nicht nur mehrfach um,
beispielsweise in die Näher des
Augustaplatzes, des Bertholdplatzes, des
Stadtbahnhofs und der Klosterweise, sondern mussten
auch zwei herbe Schicksalsschläge
verkraften.
Im April 1877 starb Wilhelm Kahlos knapp
14jährige älteste Schwester. Fast auf den
Tag genau ein Jahr später verlor er seine
Mutter, welche die Geburt ihres vierten Kindes das
Leben kostete. Drei Jahre später heiratete
sein Vater ein zweites Mal. Zu diesem Zeitpunkt war
Wilhelm Kahlo bereits ein Schulkind. Wo er in
Baden-Baden oder in Lichtental zur Schule ging, ist
wegen fehlender Dokumente (noch) nicht bekannt.
Ebenso wenig ließ sich bislang ermitteln, ob
oder wo er eine Berufsausbildung absolviert hat.
Künstlerisch ausgebildet muss er allerdings
gewesen sein, denn er konnte zeichnen, malen und
Klavier spielen.
Tatsache ist, dass Wilhelm Kahlo am 25. Mai 1890
über Hamburg nach Veracruz in Mexiko gereist
ist, und zwar von Pforzheim aus, wie den
Ausreisepapiere zu entnehmen ist. Der junge Mann
nannte sich von nun an Guillermo und sollte die
restlichen 51 Jahre seines Lebens nicht mehr in
sein Geburtsland zurückkehren.
Vor allem Pforzheimer Schmuckfabrikanten
unterhielten in Mexiko Schmuckgeschäfte. Dort
und in einem Eisenwarengeschäft arbeitete
Guillermo Kahlo als Buchhalter und betrieb
zielstrebig seine Einbürgerung. Mit 22 Jahren
heiratete er zum ersten Mal und war mit 26 Jahren
Witwer mit zwei Kindern. 1898 gründete er mit
der Fotografentochter Matilde Calderón seine
zweite Familie.
Kurz darauf erhielt Guillermo Kahlo seinen ersten
Fotoauftrag und betätigte sich fortan als
Fotokünstler. Der Tod seines Vaters im Jahr
1903 führte zu Erbstreitigkeiten. Letztendlich
erhielt Guillermo Kahlo einen Pflichtteil
zugestanden, wovon er im Jahr 1904 in
Coyoacán, einer damaligen Vorstadt der
mexikanischen Hauptstadt, ein Haus baute, das
später von seiner Tochter Frida zum Schutz
gegen böse Geister in Indigoblau gestrichen
wurde und damit zur mittlerweile weltberühmten
"Casa Azul", dem Blauen Haus, wurde. Im Jahr 1907
war Frida Kahlo als dritte Tochter aus seiner
zweiten Ehe in diesem Haus geboren worden. Ihr
tragisches Leben sollte das der gesamten Familie
mitprägen.
In den Jahren um Fridas Geburt herum war der zum
Starfotografen avancierte Guillermo Kahlo im
Auftrag des mexikanischen Innenministers auf langen
Reisen, um Kirchen und nationale Monumente Mexikos
zu fotografieren. Weitere Aufträge wie
beispielsweise das Fotografieren von
Industrieanlagen sicherten dem in sich gekehrten
und von periodischen Epilepsieanfällen
heimgesuchten Guillermo Kahlo seinen Ruf als
außergewöhnlicher Fotograf.
Nach dem Tod seiner Frau Matilde im Jahr 1932
nahmen Guillermo Kahlos körperliche Gebrechen
zu. Er lebte zurückgezogen im Haus seiner
ältesten Tochter, wo er am 14. April 1941
starb.
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Fridas Vater
Der Fotograf Wilhelm Kahlo
Von Pforzheim nach Mexiko
Gaby Franger und Rainer Huhle mit weiteren
Texten von Cristina Kahlo, Helga
Prignitz-Poda, Juan Coronel Rivera und
Raquel Tibol
248 Seiten, 60 Abbildungen, 119
Duotone-Tafeln, Festeinband mit
Schutzumschlag, Schirmer/Mosel Verlag
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Das Wilhelm Kahlo Studio im
Kunstmuseum Gehrke-Remund
Baden-Baden
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Mexiko
Frida - der Film mit Salma
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