|
Wilhelm Furtwängler
(1886-1954)
Der Dirigent und Komponist wurde am
25. Januar 1886 in Berlin geboren. In München
studierte er Musik, unter anderem bei Joseph
Rheinberger und Max von Schillings.
1905 wurde er Repetitor in Breslau, 1906
Chordirigent in Zürich, 1907 Dritter
Kapellmeister der Münchner Hofoper und 1910
war an der Straßburger Oper tätig.
1911, im Alter von 25 Jahren, engagierte man ihn
als Operndirektor in Lübeck und vier Jahre
später in Mannheim. Zur gleichen Zeit war er
noch als Dirigent in Frankfurt tätig.
In Baden-Baden war er 1917 zum ersten Mal und
führte mit dem Mannheimer Nationaltheater
Richard Wagners "Ring der Nibelungen" auf. Auch
1921 hatte er in der Kurstadt an der Oos ein
Gastspiel.
1922 wurde Furtwängler Dirigent des Leipziger
Gewandhausorchesters und der Berliner
Philharmoniker und 1928 wurde er zum Berliner
Generalmusikdirektor ernannt.
Ab 1931 war er als Leiter der Festspiele in
Bayreuth tätig und wurde 1933
Vizepräsident der Reichsmusikkammer. Aus
Protest gegen die nationalsozialistische
Kulturpolitik - die Nazis verboten ihm, Hindemiths
"Mathis der Maler" aufzuführen - trat er 1934
von allen Ämtern zurück.
1935 nahm er seine Dirigiertätigkeit wieder
auf, war jedoch zunächst nur im Ausland
tätig. Ab 1945 stand er auf der schwarzen
Liste der Alliierten und erhielt erst 1947 wieder
die Erlaubnis zu arbeiten.
Die nächsten Stationen seines Wirkens waren
die Opernhäuser in Salzburg, Mailand, Bayreuth
und Wien. 1952 wurde er Dirigent auf Lebenszeit bei
den Berliner Philharmonikern. Ab 1949 gastierte er
regelmäßig in Baden-Baden.
Furtwänglers Hauptinteresse galt der
Interpretation "alter" Meister, vor allem
Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Wagner und
Bruckner. Er selbst komponierte vier Sinfonien. Vom
theoretischen Musikinteresse Furtwänglers
zeugen auch seine Schriften "Brahms und Bruckner",
"Gespräche über Musik" oder "Ton und
Wort" .
Auf seinen Wunsch brachte man ihn kurz vor seinem
Tod in das Sanatorium nach Ebersteinburg bei Baden-Baden. Dr. von
Löwenstein, der leitende Arzt, hatte jedoch
keine Chance, den an einer hochfiebrigen Bronchitis
erkrankten Dirigenten zu heilen und so verstarb
Wilhelm Furtwängler am 30. November 1954.
Zur Erinnerung an den großen Dirigenten hat
man einen Spazierweg von Ebersteinburg zum Alten
Schloss nach ihm benannt. Dort findet man auch eine
in den Fels gemeiselte Widmung, die mit den Worten
endet: "Er war ein Freund dieser Landschaft, er
liebte die Einsamkeit ihrer Wege und den Frieden
ihrer Wälder."
Von Wolfgang Peter, Baden-Baden
 Auch beim Augustaplatz-See hat man
eine Büste des Dirigenten aufgestellt. (Foto:
Wolfgang Peter)
|