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Abschaffung der Folter in Baden


Für die Tortur wurde ein abgelegener Ort gesucht
Verbot der Folter in der Markgrafschaft Baden-Durlach

1744 bat die Regierung von Baden-Baden die Nachbarherrschaft Baden-Durlach um Amtshilfe: Ob man nicht einen Scharfrichter ausleihen könne, der Erfahrung mit der Spitzgertentortur habe. Diese neue Art der Folter, mit der man Verdächtige zum Geständnis zwingen wollte, sollte auch in Baden-Baden eingeführt werden. Baden-Durlach konnte helfen. Der Durlacher Scharfrichter kannte die "Bambergische Tortur", die nach ihrem Ursprungsort benannt war. Die schriftliche Gebrauchsanleitung ließ man den Nachbarn gleich mit der Antwort zukommen. Allerdings konnte man nicht mit Wissen aus praktischer Anschauung dienen, denn in Baden-Durlach war die Foltermethode noch nicht angewendet worden. Nur einmal hatte man die Folter gegen einen Pferdedieb beschlossen. Dieser gestand freilich schon unter dem Eindruck der Drohung.

In der Markgrafschaft Baden-Baden bediente man sich fortan der "modernen" Foltermethode. Dabei wurde der auf einen Bock gefesselte Verdächtige abwechselnd mit Lederpeitschen und Haselruten ausgepeitscht. Diese qualvolle Prozedur konnte sich über Tage hinziehen, wenn der Verdächtige nicht gestehen wollte. Die Erfinder rühmten sich, dass die Gefahr bleibender Schäden gegenüber anderen Foltermethoden gering sei. Mitgefühl zeigte man mit den verhörenden Beamten, da sie sich durch umherfliegende Rutenspitzen verletzen konnten. Wichtig erschien es, die Tortur an einem abgelegenen Ort auszuführen, um die Mitbürger nicht durch die Schreie der Gefolterten zu belästigen.

Gleichzeitig aber waren die Gegner der Folter auf dem Vormarsch. In Preußen wurde sie bereits 1754 abgeschafft. Auslöser war das falsche Geständnis eines unbescholtenen Theologiestudenten unter der Tortur. Bei weiteren Untersuchungen konnte die Unschuld des Geständigen jedoch zweifelsfrei bewiesen werden. Daraufhin verbot Friedrich der Große die Folter.

In Baden-Durlach hatte sich schon Magdalena Wilhelmine, die Witwe Karl Wilhelms, gegen die Folter gewandt. Ihr Enkel, Markgraf Karl Friedrich, der unter dem Einfluss der Aufklärung zahlreiche Justizreformen anstieß, schaffte sie am 9. September 1767 ab: Die peinliche Befragung sei kein geeigneter rechtlicher Beweis, bedrohe Unschuldige und stimme auch nicht mit seiner persönlichen Gesinnung überein. Karl Friedrich ging aber behutsam vor. Von einer Veröffentlichung seiner Entscheidung sah er ab - sei es aus Furcht vor der Reaktion anders gesinnter Fürsten oder weil er die Folter als Drohung erhalten wissen wollte. Auch behielt er sich Ausnahmefälle vor, in der die Folter weiter gestattet sein sollte. Von dieser Möglichkeit machte er aber offenbar keinen Gebrauch.

Markgraf Karl Friedrich hatte den ersten, entscheidenden Schritt gemacht, dem die anderen deutschen Regenten vielfach nur sehr zögerlich folgten. Um die peinliche Befragung in Baden vollständig abzuschaffen, brauchte es aber längere Zeit. Erst in der liberalen Aufbruchsphase unter Großherzog Leopold 1831 wurden die letzten Bestimmungen dazu gestrichen.

Von Volker Steck, BNN 9.9.2002

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In Freiburg im Breisgau, der
"Hauptstadt" der Zähringer, befindet sich seit 1999 das "Mittelalterliche Foltermuseum" , das mit rund 100 Exponaten Zeugnis ablegt über die widerlichen Schreckenstaten, die Menschen von Menschen angetan wurden. In direkter Nachbarschaft zum Freiburger Münster gelegen versteht sich das Museum als Mahnmal gegen Misshandlungen.

Sex und Folter

Das Buch zum Thema:

Sex und Folter in der Kirche. 2000 Jahre Folter im Namen Gottes.
Von Horst Herrmann
Gebundene Ausgabe, 351 Seiten, Orbis Verlag, München

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