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Otto
Flake (1880-1963)
In Metz,
Hauptstadt des Bezirks Lothringen, seinerzeit zum
Deutschen Reich gehörend, wurde Otto Flake am
29. Oktober 1880 als Sohn deutscher Eltern geboren.
Im Elsass wuchs er auf, besuchte das Gymnasium in
Colmar und studierte anschließend
Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in
Straßburg. Seine ersten beruflichen Stationen
waren Paris und Berlin, wo er als
regelmäßiger Mitarbeiter der "Neuen
Rundschau" tätig war. Während des 1.
Weltkrieges arbeitete Otto Flake in der
Zivilverwaltung in Brüssel.
1918 ließ er sich in Zürich nieder und
schloss sich dem Kreis der Dadaisten, einer
künstlerischen Bewegung, die zwischen 1916 und
1923 die überlieferte Kultur in Wort und Bild
in Frage stellte, an.
Zahlreiche Reisen durch Europa führten Otto
Flake im Jahr 1928 nach Baden-Baden, wo er fortan
mit seiner Familie lebte.
"Merkwürdig ist, daß noch kein
Schriftsteller die große Zeit Badens
(1845-1869) für einen Roman verwendet hat"
schrieb Otto Flake im Vorwort zu seinem Roman
"Hortense oder die Rückkehr nach Baden-Baden",
der 1933 veröffentlicht wurde.
Tatsächlich ist es ihm gelungen, in diesem
Roman das Flair der Blütezeit des Kurorts im
19. Jahrhundert meisterlich wiederzugeben,
wofür ihm Dank und Anerkennung
gebührt.
Anerkennung verschaffte sich Otto Flake keineswegs,
als er ebenfalls 1933 mit anderen Kollegen einen
Treueschwur auf Adolf Hitler leistete. Namhafte
Literaten wie Thomas Mann, Bertolt Brecht und
Alfred Döblin übten empörte Kritik
daran und sorgten mit dafür, dass Otto Flake
künstlerisch isoliert wurde.
Gezwungenermaßen musste Otto Flake in den
Folgejahren des 2. Weltkriegs Groschenromane unter
einem Pseudonym veröffentlichen, um seinen
Lebensunterhalt zu sichern.
Erste Schritte aus seiner künstlerischen
Isolation heraus ermöglichte ihm die
französische Besatzungsmacht, die ihn 1945 in
den mehrköpfigen Kulturrat der Stadt, dessen
Aufgabe die Durchführung von Ausstellungen und
Vorträgen war, berief. Otto Flake hielt wieder
öffentliche Lesungen. Sein künstlerisches
Schaffen wurde allerdings erst Jahre später
durch die Unterstützung des Schriftstellers
Rolf Hochhuth wieder einer größeren
Öffentlichkeit zugänglich.
Da Otto Flake aus dem seit Jahrhunderten
umkämpften Grenzgebiet Elsass-Lothringen
stammte und die tragische Entwicklung in der
deutsch-französischen Beziehung kannte, setzte
er sich nicht nur schriftstellerisch für eine
Vermittlung zwischen Franzosen und Deutschen ein
und erreichte zusammen mit weiteren engagierten
Persönlichkeiten, dass in Baden-Baden, dem
Hauptquartier der französischen
Besatzungsmacht, nach dem 2. Weltkrieg, Deutsche
und Franzosen nach anfänglichen Problemen
zuerst friedlich nebeneinander, später
freundschaftlich miteinander leben konnten.
Am 10. November 1963 starb Otto Flake in
Baden-Baden. Sein Nachlass ist in der
Stadtbibliothek der Kurstadt dem interessierten
Publikum zugänglich.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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