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Der Magier am Dirigentenpult
Felix Mottl
von Frithjof Haas
440 Seiten, 69 Abb., Fadenheftung, Festeinband mit Schutzumschlag, Info Verlag

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Felix Mottl

Felix Mottl (1856-1911)

Felix Mottl wurde am 24. August 1856 in Unter St Veit, nahe Wien und heute zur österreichischen Metropole gehörend, geboren. Das dritte Kind des Kammerdieners der Fürstin Palm Peter Mottl und seiner Ehefrau Anna war von klein an ungewöhnlich. Mit drei Jahren besuchte Felix Mottl die Dorfschule. Mit vier Jahren konnte er bereits lesen. Sein Vater brachte ihm das Klavierspiel bei. In der Wiener Volksschule fiel er durch eine besonders schöne Singstimme auf, weswegen er mit 10 Jahren in das K.K. Löwenburgische Konvikt aufgenommen und zum Sängerknaben ausgebildet wurde, der bei Aufführungen der kaiserlichen Hofkapelle mitwirkte. Mit 14 Jahren sollte er nach dem Willen der Eltern Gymnasiast werden, woran Felix Mottl wenig Gefallen fand.

Da die Fürstin Palm ihm erlaubt hatte, sowohl ihre Loge in der Hofoper als auch im Burgtheater für Theater- und Opernbesuche zu nutzen, hatte Felix Mottl bereits viele Schauspiele und Opern erlebt. Musiker wollte er werden, so viel stand für ihn fest. Von Herbst 1870 an besuchte er das Wiener Konservatorium und wurde unter anderem von Anton Bruckner und
Otto Dessoff unterrichtet.

Seine besondere Vorliebe für Richard Wagners Werke führte dazu, dass Felix Mottl im Jahr 1873 die treibende Kraft bei der Gründung des Wiener Akademischen Richard-Wagner-Vereins wurde. 1875 traf er erstmals mit Richard Wagner in Wien zusammen. Einige Monate später war Felix Mottl als Klavierbegleiter auf Tournee, besuchte Richard Wagner in Bayreuth und trug seinen Wunsch, bei der Einstudierung des Rings der Nibelungen mitwirken zu dürfen, vor. Im Jahr darauf war Felix Mottl als Korrepetitor an der Wiener Hofoper beschäftigt. Als Sänger, Pianist, Komponist und Dirigent konnte sich der 20jährige wachsender Anerkennung erfreuen. Die Mitarbeit als musikalischer Assistent am Ring des Nibelungen bei den ersten Bayreuther Festspielen im Jahr 1876 zeitigte eine lebenslange Bindung zum Haus Wagner. Zehn Jahre später dirigierte Cosima Wagners "Spielmann" Felix Mottl die Erstaufführung von Tristan und Isolde in Bayreuth

Seit 1880 war er als Hofkapellmeister im Dienst des badischen Großherzogs Friedrich I., der Bayreuth wohlwollend unterstütze und Felix Mottl für dessen dortige Tätigkeit freistellte. Zuvor war Felix Mottl zwei Jahre lang Leitender Dirigent am Wiener Ringtheater gewesen und hatte sich auf Otto Dessoffs Aufforderung hin um die Stelle in Karlsruhe beworben.

Felix Mottls Dirigate in Bayreuth brachten ihm internationale Aufmerksamkeit ein, die sich auch auf das Beachten seines Wirkens in der badischen Residenzstadt ausdehnte. Dort wurde er nicht nur bei der großherzoglichen Familie und den Einheimischen immer beliebter. Er begeisterte auch in Baden-Baden, wo das Karlsruher Hoftheater jeden Mittwoch eine Opern- oder Schauspielvorstellung zu geben hatte. Bereits wenige Wochen nach seinem Amtsantritt glänzte Felix Mottl als Pianist und als Dirigent von Figaros Hochzeit im Oostal. 1881 dirigierte er im Beisein
Franz von Liszts das "Große Liszt-Concert zum Vorteil des Pensionsfonds für das Städtische Orchester". Im September 1909 fuhr er von München aus zu einem Symphoniekonzert letztmals in die Kurstadt.

In München war er seit 1904 als Generalmusikdirektor der Bayerischen Oper tätig. Weltruhm hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits erreicht. Von Karlsruhe aus hatte der im Jahr 1893 in Baden zum Generalmusikdirektor Avancierte nicht nur in ganz Deutschland musikalische Auftritte, sondern auch in europäischen Kulturstädten wie Paris, Brüssel, London, Prag und Sankt Petersburg. Die Metropolitan Opera in New York wollte ihn für längere Zeit verpflichten, weswegen Felix Mottl 1903 vom badischen Großherzog beurlaubt wurde. Im August 1904 kehrte er aus den USA nach Deutschland zurück und begann seine Arbeit im Dienst des bayerischen Königreichs, nachdem ihn Großherzog Friedrich I. auf eigenes Bitten aus seinem Vertrag entlassen hatte.

Auch in München schonte der Familienvater, dessen Ehe mit der Sängerin Henriette Standthartner nicht zum Besten stand, seine Kräfte nicht. Opernaufführungen und Abonnementkonzerte gehörten wie in Karlsruhe zu seinen Aufgaben. Zudem fuhr er häufig zu Vorbereitungen und Aufführungen von Abonnementkonzerten nach Wien. Seiner Gesundheit waren diese Anstrengungen äußerst abträglich. Herzprobleme stellten sich zunehmend ein und führten m 21. Juni 1911 zum Zusammenruch Felix Mottls, als er den 1. Akt von Tristan und Isolde zum 100. Mal dirigierte.

Im Krankenhaus fand fünf Tage später eine Nottrauung mit der Sängerin Zdenka Faßbender statt, die er nach seiner Scheidung hatte heiraten wollen. Am 2. Juli 1911 starb Felix Mottl in München.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden

© by WAEPART, Baden-Baden/Germany. All Rights Reserved. Abbildung: Wolfgang Peter

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