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Fanny Lewald

Fanny Lewald (1811-1889)
war die bedeutendste deutsche Schriftstellerin ihrer Zeit.

Bis zu ihrem 14. Lebensjahr besuchte Fanny Lewald eine Privatschule, da ihr Vater trotz seiner Vorbehalte gegen die "gelehrten Frauenzimmer" dem Bildungshunger seiner hochbegabten ältesten Tochter nachgab. Ein Universitätsstudium kam für sie - wie im 19. Jahrhundert für Frauen üblich - nicht in Betracht. Dass sie es schaffte, sich als erfolgreiche Schriftstellerin durchzusetzen, zeugt von großem Talent und Selbstbewusstsein.

Ihr Cousin, der Publizist August Lewald (1792–1871), Herausgeber der Zeitschrift "Europa", übersiedelte 1840 von Stuttgart nach Baden-Baden. Nachdem von Fanny Lehmann einige Artikel in der Zeitschrift ihres Cousins erschienen waren, veröffentlichte sie 1843 die beiden Romane "Clementine“ und "Jenny“.

Fanny Lewald war eine energische Vorkämpferin der Frauenemanzipation: Sie forderte das uneingeschränkte Recht der Frauen auf Bildung und auf gewerbliche Arbeit. Sie übte Kritik an der Zwangsverheiratung junger Frauen und sprach sich gegen das Scheidungsverbot aus. In ihrem dritten Roman "Die Lebensfrage“ forderte sie eine Erleichterung der Ehescheidung. Soziale Fragen beschäftigten sie immer wieder: So in ihrem Werk "die Lage der weiblichen Dienstboten“ (1843) oder "Der dritte Stand“ (1846). Daneben gehörten zu ihrem schriftstellerischen Repertoire fantasievolle Erzählungen und auch Reiseschilderungen.

Im Meyers Konversationslexikon (erschienen 1885-1892) findet sich folgender Eintrag:
"Fanny Lewalds Romane sind durch eine außerordentlich scharfe Beobachtung, durch energische Plastik der Gestaltung und klare Durchbildung des Stils ausgezeichnet. Die Grundlage ihrer Anschauung aber ist ein herber und harter Realismus, der im rechnenden Verstand und in der leidenschaftslosen Nüchternheit eine Art Ideal erblickt, von ihr die Lösung aller Rätsel des Daseins erwartet und begreiflicherweise nur in einzelnen Fällen eine poetische Wirkung hervorzurufen vermag."

Über ihren ersten Besuch 1832 in Baden-Baden schrieb sie in ihren Erinnerungen:

In heiterster Gemüthsverfassung langten wir in Baden-Baden an, und der Gedanke, mich in einem der ersten Badeorte der Welt zu befinden, entzückte mich. Alles, was ich in deutschen, französischen und englischen Romanen von Badeorten im Allgemeinen und von Baden-Baden in's Besondere gelesen hatte, webte sich in meiner Phantasie zu einem magischen Ganzen zusammen, das in schattenhaft wechselnden Bildern an meinem Geiste vorüberzog. Ein Kursaal, ein Spielsaal, Promenaden, Trinkhallen, berühmte Leute, galante Kavaliere, geputzte Damen, schöne Kavalkaden, Bälle, und Gott weiß welche Herrlichkeiten noch, schwebten mir vor der Seele, wirbelten kaleidoskopisch durcheinander, und ich empfand wieder einmal jene frohe Zuversicht der Jugend, jene Neugier der Unerfahrenheit, die so beglückend ist, weil sie immer nur Erfreuliches und Bedeutendes zu finden erwartet. Und Gutes und Bedeutendes wurde mir in Baden-Baden auch zu Theil, wenn schon nicht so direct und nicht in der Weise, welche ich mir vorgestellt hatte.

Unsere Fahrt nach Baden hatte meinem Onkel Friedrich Jacob Lewald, dem jüngsten Bruder meines Vaters gegolten, der ein Jahr vorher, der Cholera wegen, von Breslau, wo er ansässig war, mit seiner ganzen Familie nach Süddeutschland gegangen war, und seinen Aufenthalt daselbst verlängert hatte, weil die Entwickelung des dort bereits eingebürgerten Constitutionalismus ihn interessirte, und später die Niederkunft meiner Tante das Verweilen bis in das Frühjahr nöthig machte, wo man sich denn wieder der schönen Jahreszeit wegen nicht von den lieblichen Gegenden trennen wollte. Die Familie hatte den Winter in Mannheim und Heidelberg zugebracht und war dann zum Frühjahr nach Baden übergesiedelt, wo mein Onkel ein ganzes Haus, auf der Wiese neben der Lichtenthaler Allee, zur Miethe genommen hatte.

Von Wolfgang Peter, Baden-Baden



© WAEPART, Baden-Baden/Germany. Abbildung: Zeichnung datiert 1848, Künstler unbekannt

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