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Johann Friedrich Cotta
(1764-1832)
Zu Beginn seiner
Laufbahn als aufstrebender Verleger hatte der junge
Cotta, ein studierter Jurist, mehr Schulden als
Bücher. Mit Fleiß, Geschäftssinn,
Ausdauer und vor allem einem untrüglichem
Gespür für hohe Qualität brachte er
es zu einem Verlag von Weltruhm. Dabei verlor er
gerade im Umgang mit seinen Autoren nie seine
Menschlichkeit, wovon die folgenden Zeilen,
geschrieben von Heinrich Heine anlässlich des
Todes Cottas, Zeugnis ablegen: "... Das war ein
Mann, der hatte die Hand über die ganze
Welt."
Etwa 2,5 Millionen Euro nach heutigem Wert
dürfte Cotta im Laufe seiner
geschäftlichen Beziehungen an Goethe bezahlt
haben, er wurde davon nicht arm, sondern stieg auf
zum "Napoleon der Verleger", wie er zur seiner Zeit
genannt wurde. Cotta gab nicht nur Bücher
heraus, ihm gehörte auch der erste deutsche
Presse-Großkonzern, mit den Flaggschiffen
"Augsburger Allgemeine Zeitung" und dem
"Morgenblatt für die gebildeten Stände".
Die bedeutete nicht nur Geld, sondern auch
Einfluss, politisch und gesellschaftlich. Und Cotta
konnte sich leisten, Mäzen zu spielen, durch
Förderung junger, dem Bürgertum suspekter
Talente wie etwa Heinrich Heine. Cotta starb 1832,
im gleichen Jahr wie sein schwierigster Kunde,
Goethe.
1807 erwarb Cotta das bescheidene Kapuzinerkloster
in Baden-Baden und ließ es von Friedrich
Weinbrenner mit gigantischem
Aufwand zum ersten europäischen Luxushotel
"Badischer Hof" um-
und ausbauen. Für die Gäste wurden
glänzende Bälle veranstaltet, es gab
einen Billiardsaal und ein Casino war in Betrieb.
Noch heute ist der "Badische Hof" eine
Nobelherberge und es lohnt sich eine Besichtigung
bei einer Tasse Kaffee in der Säulenhalle oder
im schön gestalteteten Garten neben dem
berühmten "Drei-Schalen-Brunnen". (red)
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