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Dietrich von Choltitz
(1894-1966)
Dietrich von Choltitz wurde am 9.
November 1894 geboren. Er diente im Ersten
Weltkrieg an der Westfront, zuletzt als Leutnant
und verblieb in der Weimarer Republik in der
Reichswehr, wo er seit 1929 Rittmeister und Chef
einer Kavallerie-Schwadron war. Später wurde
er zunächst als Major, dann 1938 als
Oberstleutnant Kommandeur des 3. Bataillons des
Luftlande-Infanterieregiments 16.
Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs war von
Choltitz' Bataillon hauptsächlich 1940 an der
Besetzung der Brücken von Rotterdam per
Luftlandung beteiligt. Im September 1940 wurde von
Choltitz Kommandeur des gesamten Regiments, seit
1941 als Oberst. Im Krieg gegen die Sowjetunion war
von Choltitz' Einheit maßgeblich an der
Eroberung Sewastopols im Juni 1942 beteiligt. 1942
wurde er zum Generalmajor, 1943 zum Generalleutnant
befördert. Seine Kommandostellen umfassten
z.B. die 260. Infanteriedivision, stellvertretender
Kommandeur und später Kommandeur verschiedener
Armeekorps und Panzerkorps; seit März 1944 in
Italien und ab Juni 1944 an der Westfront.
Am 1. August 1944 wurde von Choltitz zum General
der Infanterie befördert und am 7. August zum
Wehrmachtsbefehlshaber von Paris ernannt. General
Dietrich von Choltitz traf am 9. August 1944 in
Paris ein. In den darauffolgenden 16 Tagen
widersetzte sich von Choltitz mehreren Befehlen
Adolf Hitlers, Paris bis zum letzten Mann zu
verteidigen und als zerstörte Stadt
zurückzulassen. Der Führerbefehl vom 23.
August lautete: "Paris darf nicht oder nur als
Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen."
Bekanntestes Zitat aus einem Telefonat Hitlers mit
von Choltitz ist Hitlers Frage "Brennt Paris?"
Durch eine Mischung aus aktiver Kontaktaufnahme mit
dem "Feind", intensiven Verhandlungen mit der
Résistance, Demonstration von Stärke
(Militärparaden) und Drohungen konnte von
Choltitz den Aufruhr und Aufstand der
Bevölkerung von Paris und somit gravierende
Kämpfe und Zerstörungen in der
Weltmetropole verhindern. Dietrich von Choltitz
übergab die Stadt nach hinhaltendem Widerstand
in einigen Vororten von Paris nahezu unversehrt am
25. August 1944 gegen 14.45 Uhr an General Leclerc
(französische Armee) und den Kommunisten Henri
Rol-Tanguy (Führer der Pariser
Resistance/FFI). Er verhinderte somit ein zweites
Stalingrad und wurde später von vielen Seiten
als "Retter von Paris" betrachtet.
1947 wurde der General aus alliierter
Kriegsgefangenschaft entlassen. Dietrich von
Choltitz starb am 5. November 1966 an einem
langjährigen Kriegsleiden (Lungenemphysem) im
Stadtkrankenhaus in Baden-Baden. Er wurde auf dem
Stadtfriedhof von Baden-Baden in Anwesenheit auch
hoher französischer Offiziere beigesetzt.
Weitere Infos:
Eine Website mit vielen Fotos und Dokumenten,
erstellt von Choltitz' Sohn: www.choltitz.de
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