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Walter
Carlein
Der langjährige Baden-Badener
Oberbürgermeister wurde am 11. Juli 1922 in
Busenbach als Sohn eines Lehrers geboren und
absolvierte 1940 das Abitur. Seine Pläne, ein
Architekturstudium aufzunehmen, scheiterten am
Zweiten Weltkrieg, an dem er als Pilot teilnahm.
Später befehligte er als Offizier eine eigene
Staffel. Nach Kriegsende begann er ein Studium der
Rechts- und Staatswissenschaften, ab 1948 auch der
Philosophie. Im gleichen Jahr später wurde er
Diplom-Volkswirt. Seine Dissertation verfasste er
1952 zum Thema „Die Besteuerung der
Gemeindebetriebe unter besonderer
Berücksichtigung der Konzessionsabgaben“. 1954
kam er als Rechtsassessor nach Baden-Baden. Er trat
1957 der CDU bei. Mitte der 1950er Jahre war er
Präsident des Fußballvereins SC
Baden-Baden. Kommunalpolitisch übernahm
Carlein 1957 das Amt des Stadtrechtsrat, dazu
übernahm der Jurist die Leitung des Amts
für öffentliche Ordnung. Besonders
engagierte er sich für Umwelt- und
Lärmschutz. Oberbürgermeister
Ernst Schlapper
kürte Carlein bereits Ende der 1950er Jahre zu
seinem Nachfolger, blieb aber noch fast zehn Jahre
in seinem Amt. Im Jahr 1968 räumte Schlapper
aus Altersgründen seinen Platz im Rathaus. Bei
der folgenden Bürgermeisterwahl kam mit
Trudpert Müller, dem späteren
Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks
Karlsruhe, Carleins größter Kontrahent
aus der eigenen Partei. Nach der erfolgreichen Wahl
trat Carlein am 1. Juli 1969 seinen Dienst als
neuer Oberbürgermeister an.
Carlein schaffte es noch im Jahr seiner
Amtseinführung die Stadtklinik Baden-Baden in
den Bedarfsplan des Landes aufzunehmen und
erfolgreich den Anschluss Baden-Badens an den
Landkreis Rastatt zu verhindern. Außerdem
handelte er mit dem Land aus, eine Kürzung der
Gelder aus der Spielbankabgabe zurückzunehmen
und der Bäder- und Kurverwaltung zukommen zu
lassen. Im Jahr 1971 wurde der Flugplatz Baden-Oos,
der bis 1997 existierte, erweitert. Ein Jahr
später wurden unter Carlein Ebersteinburg,
Steinbach,
Neuweier und
Varnhalt
eingemeindet, drei Jahre später folgten
Haueneberstein und
Sndweier.
Insgesamt wuchs die Einwohnerzahl der Stadt von vor
der Eingemeindung von etwa 38000 auf fast 49000 im
Jahr 1975. In den Folgejahren forcierte er die
Entwicklung der Stadt zu einem Kurort, so setzte er
sich für das Zustandekommen eines Stadt- und
Kurortentwicklungsplans Anfang der 1970er Jahre
ein. Im Jahr 1973 wurde die Lange Straße zu
einer Fußgängerzone umfunktioniert. Noch
im Jahr seiner ersten Wiederwahl im Jahr 1977
konnte er die Eröffnung der Stadtklinik
feiern, zum damaligen Zeitpunkt eines der
modernsten Krankenhäuser des Landes. Ein Jahr
später folgte die Einweihung der Autobahnkirche und
der Beginn der Sanierung des Merkurturms. Am 27.
April 1979 wurde die Merkurbergbahn nach
dem Umbau wiedereröffnet. Im Jahr 1981 fand
zum einen die Landesgartenschau in Baden-Baden
statt, zum anderen auch der elfte Olympische
Kongress. Im Jahr 1985 folgte Carleins erneute
Wiederwahl. Gefolgt wurde sie vom Baubeginn des
Michaelstunnels, der 1986 begann und 1989 in
Betrieb genommen werden konnte. Im Juni 1990 wurde
er in den Ruhestand verabschiedet. In den Jahren
nach seinem Ausscheiden hielt er sich aus der
Politik weitestgehend heraus.
Daneben war Carlein von 1969 bis 1990 Vorsitzender
des Verwaltungsrates und des Kreditausschusses der
damaligen Stadtsparkasse Baden-Baden. Er war
außerdem Mitglied des Hauptausschusses des
Deutschen Städtetags (DST) und war
Vorsitzender des Ausschusses für mittlere
Städte im DST. Seine Frau, mit der er drei
Kinder hatte, starb wenige Wochen vor ihm.
Anlässlich seines 60. Geburtstags bekam er
1982 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Im Jahr 1990 wurde er Ehrenbürger
der Stadt. Später
bekam er auch das Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.
Außerdem war er Träger des
französischen Nationalverdienstordens
(Kommandeur) und Ritter des Kreuzes von
Konstantinopel. Dr. Carlein verstarb am 24. August
2011:
Wolfgang Peter erinnert sich: Die
OB-Wahl 1977 - eine Zitterpartie
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