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Bertolt Brecht
(1898-1956)
Der Dramatiker, Lyriker und
Theatermann wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg
als Eugen Bertholt Brecht, Sohn des
Papierfabrikdirektors Bertholt Brecht, aus dem
badischen Achern stammend, und dessen Frau Sophie,
geboren. Am großelterlichen Haus in der
Hauptstraße 66 in Achern, wo Bertolt Brecht
häufiger Gast in den Schulferien war, erinnert
eine Gedenktafel an ihn. Der Besuch der
evangelischen Schule der Barfüßler in
Augsburg ließ Aigin, wie er zu Schul- und
Jugendzeiten genannt wurde, zum exzellenten
Bibelkenner und zum Bewunderer der ausdrucksvollen
Sprache des Bibelübersetzers Luther werden.
Mit 15 Jahren schrieb er sein erstes Drama "Die
Bibel". Ab 1914 veröffentlichten die
Augsburger Neuesten Nachrichten
regelmäßig Beiträge des in seinem
Freundeskreis zum unbestrittenen
Dichterfürsten gewordenen Bertolt Brecht. Dem
Notabitur im Jahr 1917 folgte das Studium der
Medizin und Naturwissenschaften in München,
unterbrochen von einem Einsatz als Lazarettsoldat
während des Ersten Weltkriegs. Bertolt Brechts
Studieninteressen wandten sich immer mehr der
Literatur zu. 1918 erschien das Drama "Baal" und
1922 wurde das Stück "Trommeln in der Nacht"
an den Münchner Kammerspielen
uraufgeführt und begründete Bertolt
Brechts Ruf als glänzender Dramatiker.
1924 zog es Bertolt Brecht nach Berlin, wo er zwei
Jahre neben Carl Zuckmayer Dramaturg am Deutschen
Theater war.
1927 wurde sein erster Gedichtband "Die
Hauspostille" veröffentlicht. Im selben Jahr
nahmen Bertolt Brecht und der Komponist Kurt Weill
(1900-1950) an dem erstmals in Baden-Baden
veranstalteten Musikfest der Deutschen Kammermusik
teil. Das Songspiel "Mahagonny", nach den Texten
Bertolt Brechts und nach der Musik Kurt Weills,
wurde neben Werken der Komponisten Béla
Bartok und Paul Hindemith aufgeführt.
Vom 25. bis 28. Juli 1929 fand das
Deutsche-Kammermusik-Fest zum dritten und letzten
Mal in der Kurstadt statt, und zwar mit den
Uraufführungen "Der Lindbergflug" von
Brecht/Hindemith/Weill und "Lehrstück vom
Einverständnis" von Brecht/Hindemith.
Letzteres wurde vom Baden-Badener Publikum
gnadenlos ausgepfiffen. Die Aufführung endete
in einem Tumult, der musikalisch vom Musikverein
Lichtental unter dem Dirigat Paul Hindemiths mit
einem Marsch begleitet wurde. Bei den Gästen
und Einwohnern der Kurstadt hatte die
künstlerische Avantgarde keine Chance.
In Berlin, im Theater am Schiffbauer Damm, hatte
die Uraufführung der "Dreigroschenoper" am
31.8.1928 hingegen den Welterfolg dieses
Brecht/Weillschen Werkes begründet.
Mittlerweile hatte Bertolt Brecht begonnen, sich
mit der Marxistischen Lehre auseinander zusetzen,
und diese in seinen "Lehrstücken" und anderen
Werken umzusetzen. Deplaziert waren seine Gedanken
und Forderungen in der beginnenden Ära des
Nationalsozialismus', weswegen Bertolt Brecht und
seine zweite Frau, die Schauspielerin Helene
Weigel, am 28. Februar 1933 Deutschland
verließen und über verschiedene
europäische Länder 1941 nach Los Angeles
gelangten. In dieser bewegten, von materiellen
Problemen begleiteten Zeit waren Werke wie "Mutter
Courage" oder "Furcht und Elend des Dritten
Reiches" entstanden. Bertolt Brecht geriet in den
USA wegen seiner sozial- und zeitkritischen Werke
in die Isolation und kehrte, sobald es die
Verhältnisse zuließen über die
Schweiz nach Deutschland zurück.
1948 gründete er in Ostberlin seine eigene
Schauspielertruppe "Berliner Ensemble" und setzte
sich weiter schreibenderweise mit dem neu
entstandenen kommunistischen Staat DDR, der seiner
Meinung nach nicht für die Menschen sondern
für die Statistik errichtet worden war,
auseinander. Sein künstlerisches Wirken hat
die seinerzeitige Kulturpolitik der DDR
maßgeblich mitgestaltet, während im
bundesrepublikanischen Teil Deutschlands Bertolt
Brechts Werke boykottiert wurden.
Am 14. August 1956 starb Bertolt Brecht in
Ostberlin. Sein vielfältiges Werk wurde bald,
auch in der Bundesrepublik Deutschland, als
Klassikergut gewertet.
"An die Nachgeborenen" hat der Dichter und
Kommunist ohne Parteibuch unter anderem folgende
Worte gerichtet:
"Ach wir
die wir den Boden bereiten wollten für
Freundlichkeit,
konnten selber nicht freundlich sein.
Ihr aber, wenn es so weit sein wird,
daß der Mensch dem Menschen ein Helfer
ist,
gedenkt unser
mit Nachsicht."
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
Zitate von Bertolt
Brecht
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