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Friedrich
Böer (1904-1987)
Der Schöpfer
ungewöhnlicher Sachbücher für
Kinder, Jugendliche und interessierte Erwachsene
wurde am 17. Januar 1904 in Hamburg als viertes von
fünf Kindern einer Apothekerfamilie geboren.
1905 zog die Familie nach Berlin. Friedrich
Böer absolvierte dort seine Schulzeit und
erlebte als Heranwachsender die politischen Wirren
in der Reichshauptstadt, die er für sich mit
Zeitungsausschnitten, Fotos, Zitaten und
Niederschriften eigener Beobachtungen festhielt und
mit dieser Komposition eine individuelles, zugleich
aber objektiv gestaltetes, Zeitdokument
gestaltete.
Nach dem Abitur begann Friedrich Böer im Jahr
1921 eine Buchhändlerlehre, nach deren
erfolgreicher Beendigung er ab 1923 die Herstellung
von Büchern erlernte, wobei ihm die Aufgabe
der Beschaffung von Bildmaterial für
Schulbücher, Prospekte und Buchumschläge
oblag.
Von 1928 an arbeitete Friedrich Böer als
Bildredakteur am Bibliographischen Institut in
Leipzig und besorgte Bilddokumente für "Meyers
Lexikon".
1931 kehrte er nach Berlin zurück, machte sich
als "Bildbeschaffer und Redakteur" selbständig
und entwickelte Ideen für ein Kinderbuch.
1933 erschien sein erstes, in einer Kombination von
Zeichnung und Fotomontage eigenwillig
illustriertes, Kinderbuch "Klaus der Herr der
Eisenbahnen".
Der Erfolg dieses Buches lies Friedrich Böer
weitere Kinderbücher, die das Leben in einer
Großstadt, das Leben auf einem Bauernhof und
Wissenswertes über Schiffe, Fischfang und
Hafen beschreiben, verfassen und gestalten.
1935 heiratete Friedrich Böer Doris Puhonny,
eine Tochter des bekannten Grafikers Ivo Puhonny. Bis
1943 wohnte die fünfköpfige Familie
Böer in Berlin, um dann nach Baden-Baden, wo
die verwitwete Linda Puhonny lebte, zu ziehen.
Friedrich Böer konnte seiner Familie erst 1945
folgen, da er 1940 zum Dienst bei der Luftwaffe
eingezogen worden war.
In seiner Baden-Badener Zeit beschäftigte sich
Friedrich Böer mit Büchern über
Schiffe und Häfen sowie mit der Herausgabe von
Bilderbögen und einer
Kinder-Illustrierten.
Von 1957 bis 1969 arbeitete er als Redakteur beim
Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg, seiner
Heimatstadt, wohin er mit seiner Familie
zurück gekehrt war. Sachberichte und
Hörspiele verfasste er für den NDR,
recherchierte und beobachtete nebenher aber auch
noch für seine geplanten Bücher. Selbst
im Ruhestand blieb er weiter aktiv, sammelte
Informationen und setzte diese, sehr oft verbunden
mit Eindrücken aus seinem langen an
Erfahrungen reichen Leben, in dem ihm eigenen Stil
um. Sein letztes Sachbuch "Alles über ein
Containerschiff" erschien zu seinem 80. Geburtstag
am 17. Januar 1984.
Am 23. Juni 1987 starb der wissensdurstige
Vermittler vieler interessanter Aspekte aus dem 20.
Jahrhundert in Hamburg. Seine letzte
Ruhestätte fand er im Familiengrab der
Puhonnys in Baden-Baden.
Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Barbara
Murken, Ottobrunn
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