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Otto
von Bismarck (1815-1898)
An Otto von Bismarcks Verbundenheit
mit Baden-Baden erinnert noch heute das
unübersehbare 13 Meter hohe Standbild an den
Jesuitenstaffeln. Es wurde von dem Bildhauer Oskar
Alexander Kiefer nach Vorbildern mittelalterlicher
"Rolandsäulen" geschaffen. Das Denkmal wurde
1915 aufgestellt. Bereits 20 Jahre zuvor wurde Otto
von Bismarck Ehrenbürger von Baden-Baden.
Desweiteren wurde eine Straße nach ihm
benannt und zwei Wände am Battert: die
Bismarck-Westwand und die Bismarck-Ostwand.
Otto von Bismarcks erster Besuch in Baden-Baden war
am 21. 7. 1845. Damals konnte noch niemand ahnen,
dass aus dem Dreißigjährigen einmal der
Reichskanzler werden würde.
1851 war er mit seiner Frau Johanna wieder in der
Kurstadt zu Besuch als neu ernannter
Legationssekretär bei der preußischen
Bundesgesandtschaft in Frankfurt.
Von 1854 bis1858 hielt er sich jedem Sommer in
Baden-Baden auf und auch in späteren Jahren
immer wieder, und zwar zur gleichen Zeit wie Kaiser
Wilhelm I., der mit seiner Frau, Kaiserin Augusta,
im Maison Meßmer wohnte. Man sah Bismarck bei
vielen kulturullen Veranstaltungen. Besonders
interessierten ihn die Gesangsdarbietungen von
Pauline Viardot.
In der Baden-Badener Stadtgeschichtsliteratur
werden viele politische Unterredungen
aufgeführt, die Bismarck hier getätigt
haben soll.
Bismarck wohnte immer im Hôtel
d'Angleterre,
seinem Lieblingshotel. (RW)
Kurz-Biografie
1. April 1815
Otto von Bismarck wurde in Schönhausen
geboren. Er entstammte einer alten
Landadelsfamilie.
1832
Jurastudium in Berlin.
1838
Abbruch seines Jurastudium. Er diente als
"Einjährig-Freiwilliger" beim
preußischen Militär.
1839
Tod seiner Mutter. Er übernahm in
Hinterpommern mit seinem Bruder Bernhard die
Bewirtschaftung der väterlichen Güter
Kniephof, Külz und Jarchelin.
1845
Er wurde Abgeordneter des Landtages in Pommern,
sein Vater starb im gleichen Jahr und Otto von
Bismarcks übernahm das väterliche
Stammgut Schönhausen.
8. Mai 1847
Nachrücker in den Vereinigten
Preußischen Landtag für einen erkrankten
Abgeordneten. Im Sommer des Jahres heiratete er
Johanna von Puttkammer in Reinfeld (Pommern).
1848
Otto von Bismarcks bot sich Friedrich Wilhelm IV.
in den Märztagen der Revolution für
konterrevolutionäre Aktivitäten an.
1851
Er wurde als Vertreter zum Bundestag nach Frankfurt
am Main gesandt, um die "volle Verachtung" für
den "Deutsch-Nationalen Schwindel"
auszudrücken. Damit wurde er zum erbitterten
Feind Österreichs.
1852-1862
Preußischer Gesandter im diplomatischen
Dienst am russischen Hof in St. Petersburg und im
Anschluss daran in gleicher Mission in Paris.
Ernennung zum preußischen
Ministerpräsidenten unter König Wilhelm
I.
1867
Otto von Bismarck wurde Bundeskanzler des
Norddeutschen Bundes.
18. Januar 1871
Er wurde mit der Reichsgründung in Versailles
zum Reichskanzler unter Kaiser Wilhelm I.
ernannt.
1879
Bismarck schloss den Zweierbund zur
Friedenssicherung mit Österreich ab.
1882
Er schloss durch den Beitritt von Italien den
Dreierbund ab und vereinbarte mit Russland den
Rückversicherungsvertrag.
20. März 1890
Kaiser Wilhelm II. entließ Bismarck aus
seinem Amt wegen unüberwindbarer
persönlicher und politischer
Gegensätze.
30. Juli 1898
Otto von Bismarck starb auf seinem Landgut
Friedrichsruh im Sachsenwald.
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