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Walter Bargatzky

Walter Bargatzky (1910-1998)

Am 13. April 1910 in Baden-Baden als Sohn des Direktors der Mädchen-Realschule Eugen Bargatzky geboren, absolvierte Walter Bargatzky an den Universitäten Heidelberg und Berlin das Studium der Rechtswissenschaften. Nach dem Zweiten Staatsexamen und der Promotion war er von 1935 bis 1938 als Assessor beim Oberlandesgericht Karlsruhe beschäftigt, von wo er Anfang 1939 an das Reichsjustizministerium abgeordnet wurde. Zu Kriegsbeginn eingezogen, wurde Walter Bargatzky 1941 als Beamter zum deutschen Militärbefehlshaber in Frankreich nach Paris versetzt. Dort, im berühmten Jugendstil-Hotel Majestic, traf Bargatzky auf eine bunt gemischte Truppe, deren einigendes Band die gemeinsame Sympathie für Frankreich war. Darüber hinaus lebten sie in einem "merkwürdigen Vakuum zwischen politischen Zwängen und vollkommener Unabhängigkeit". Seine kritische Distanz zu den Nationalsozialisten wusste sich Bargatzky zu bewahren, indem sein Streben und Tun darauf ausgerichtet war, "Inseln des Rechts" in einer zunehmend als rechtlos sich erweisenden Welt zu schaffen. Lange Zeit kämpfte er mit Rechtsgutachten gegen die völkerrechtswidrige Verbringung von Kunst- und Kulturgütern aus Frankreich nach Deutschland, wenn auch ohne Erfolg.

Sein widerständiges Handeln ließ ihn fast zwangsläufig in Kontakt treten mit dem Kreis der sich ab 1943/1944 in Paris bildenden militärischen Opposition. Obwohl nicht Mitglied des engsten Kreises des Widerstands, war er nach einem geglückten Attentat auf Hitler als Ankläger für das abzuhaltende Tribunal über die Spitzen des Pariser Sicherheitsdienstes und der Gestapo vorgesehen. Über das Risiko, das er dabei einging, war sich Bargatzky wohl bewusst. Da ihm keine direkten Verbindungen zum militärischen Widerstand nachgewiesen werden konnten, verblieb Bargatzky nach dem Scheitern des Aufstands vom 20. Juli 1944 in Paris, von wo er sich mit den restlichen deutschen Truppen im August 1944 zurückzog.

Im April 1948 wurde Walter Bargatzky zum ersten Richter des neu errichteten Verwaltungsgerichts Freiburg ernannt. Noch im selben Jahr amtierte er als Generalsekretär des Sekretariats der westdeutschen Landesregierungen in Frankfurt am Main. Nach Gründung der Bundesrepublik setzte Bargatzky seine Karriere im Bundesinnenministerium fort und wurde unter Kanzler Erhard von 1963 bis 1966 zum beamteten Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium befördert. Schon seit 1950 war er Vizepräsident des Deutschen Roten Kreuzes, dessen Präsident er nach seiner Pensionierung von 1967 bis 1982 wurde. Am 4. November 1998 verstarb Walter Bargatzky in Bonn.

1995 wurde in Paris im Musée Jean Moulin eine Ausstellung "Des Allemands contre le nazisme" gezeigt. In ihr ging es nicht darum, den deutschen Widerstand mit der französischen Résistance zu vergleichen; vielmehr bezweckte die Ausstellung eine Anerkennung der politischen und kulturellen Wurzeln der Bundesrepublik Deutschland. Walter Bargatzky war "kein passiver Erdulder der nationalsozialistischen Herrschaft", er hat geholfen, diese Wurzeln im Boden zu verankern und hat deren Wachstum mit ermöglicht.

Von Kurt Hochstuhl, Baden-Baden
(Dr. Hochstuhl ist Leiter des Staatsarchives in Freiburg)



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