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Aquae - das Römerbad
Die Kelten - von den Römern
auch Gallier genannt - sind alle Stämme mit
einer gemeinsamen Sprache, die sich von der Donau
bis zum Atlantik in Mitteleuropa niedergelassen
hatten. Sie besiedelten wahrscheinlich das Tal der
Oos.
Julius Caesar, römischer Konsul und
späterer Diktator (59-44 v. Ch.) hat die
Gallier, die linkerhand des Rheins siedelten,
unterworfen und eine einfache Einteilung
vorgenommen: das Gebiet links des Rheins war
Gallien, das rechts des Rheins Germanien.
In der Folgezeit unternahmen die Römer immer
wieder Versuche, auch die rechtsrheinische Seite
des ehemaligen Keltengebietes zu besetzen, was
ihnen im 1. Jahrhundert nach Christus auch gelungen
ist. Kastelle, Legionslager, Städte und
Siedlungen wurden von ihnen im ganzen besetzten
Gebiet des heutigen Südwestdeutschland
errichtet.
An der Oos bauten sie um 70 n. Ch. eine Stadt, die
sie "Aquae" nannten, was soviel wie "die Wasser"
oder "die Bäder" bedeutet. Ursprünglich
als militärischer Stützpunkt angelegt,
gewann die zivile Nutzung im Laufe der Zeit an
Bedeutung.
Die hoch entwickelte römische Badekultur
führte wohl dazu, dass um die heißen
Quellen des Ortes herum ausgedehnte Badeanlagen
errichtet wurden. Die sogenannten Kaiserbäder
und Soldatenbäder entstanden am Florentiner
Berg.
Heute ist der Umfang der überbauten
Kaiserbäder mit schwarzem Kopfsteinpflaster
auf dem Marktplatz markiert. Die tiefer gelegenen
Soldatenbäder sollen wieder zur Besichtigung
zugänglich gemacht werden.
Neben den Bädern entstanden Wohn- und
Verwaltungsgebäude, Kultstätten,
Gutshöfe und Straßen.
Was an vielen Fundstätten im Lauf der
Jahrhunderte zutage gefördert worden ist,
lässt darauf schließen, dass Aquae
ungefähr das Ausmaß der Kernstadt des
heutigen Baden-Badens hatte.
Die Siedlung war also für römische
Verhältnisse keine große Stadt, aber
wahrscheinlich ein beliebter Kurort, der den
Römern Linderung bei allerlei Leiden, die sie
sich in dem ungewohnten germanischen Klima
zugezogen haben, bringen sollte.
Die römischen Kaiser Trajan (98-117 n. Ch.)
und Hadrian (117-138 n.Ch.) statteten Aquae einen
Besuch ab. Der Besuch mag dazu beigetragen haben,
dass Aquae zu Aquae Aureliae, dem Hauptort der
Civitas Aureliae Aquensis, aufstieg.
Um 210 war für die Römer im Gebiet
zwischen Rhein, Main und Lech die Hochzeit und
damit auch eine Blütezeit für Aquae
Aureliae.
So veranlasste der römische Kaiser Caracalla
(211-217 n. Ch.) einen luxuriösen Ausbau der
Kaiserbäder, was die Attraktivität der
Stadt sicherlich steigerte.
Ab 213 mussten die Römer schwere Kämpfe
mit eindringenden germanischen Stämmen
bestehen.
Ein von den Römern als Alamannen bezeichneter
Stamm fiel 260 in die römischen Siedlungen und
Städte, die wegen Soldatenmangels nicht mehr
ausreichend verteidigt werden konnten, ein und
brannte alles nieder. Aquae Aureliae wurde
vollkommen zerstört.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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