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Albrecht
Schoenhals
Albrecht
Schoenhals ist der Sohn einer Engländerin und
eines deutschen Stabsarztes. Erwurde am 7.
März 1888 in Mannheim geboren und wuchs in
Freiburg/Breisgau auf und ging nach dem Besuch
eines humanistischen Gymnasiums nach Berlin, um
Medizin zu studieren. Anschließend arbeitete
er als Unterarzt an der Berliner Charité und
meldete sich dann freiwillig als Militärarzt
zum Feldartillerieregiment nach Metz. Im letzten
Kriegsjahr erlitt er eine schwere Verwundung am
Arm, schrieb während der Genesung an seiner
Doktorarbeit und schloss sich nach Kriegsende einem
Freikorps an der Heeresschule Döberitz an.
Da er seinen ursprünglichen Wunsch, Chirurg zu
werden, der Armverletzung wegen hatte aufgeben
müssen, entschied Albrecht Schoenhals sich
schließlich für die Schauspielerei und
nahm Unterricht bei Eduard von Winterstein. Sein
erstes Bühnenengagement erhielt er 1920 am
Stadttheater Freiburg, wo er als „Orest“ in Goethes
„Iphigenie auf Tauris“ debütierte. Danach war
er in Halberstadt, wieder in Freiburg (1921/24), in
Baden-Baden, Frankfurt am Main, Dortmund und an den
Hamburger Kammerspielen (1928-34) beschäftigt.
In Hamburg wurde er 1934 vom Besetzungschef der UFA
entdeckt und für eine Doppelrolle in Arthur
Robisons Liebesfilm „Fürst Woronzeff“
engagiert. Durch seinen distinguierten Charme und
die Eleganz seiner Erscheinung war er von Anfang an
auf die Rollen von Adligen, Ärzten und
Künstlern festgelegt. Dass unter einer
scheinbar tadellosen Oberfläche auch
charakterliche Abgründe verborgen sein
konnten, zeigte Schoenhals in einem seiner
erfolgreichsten Filme - Willi Forsts Kriminalfilm
„Mazurka“ -, in dem er einen Vergewaltiger spielt,
der Jahre nach der Tat von seinem Opfer -
verkörpert von Pola Negri - erschossen wird.
In dem Liebesfilm „Intermezzo“ erscheint er als ein
mysteriöser Spieler, der die Notlage einer
Operndiva ausnutzt, um ihr die Rechte an ihrer
Stimme abzukaufen, und in Veit Harlans
Tolstoi-Verfilmung „Die Kreutzersonate“ als
Verführer einer verheirateten Frau. In einer
Reihe anderer Filme jedoch stellte Schoenhals
außerordentlich verlässliche, sogar
aufopferungsbereite Männer dar, wie z. B. in
dem Film „Roman eines Arztes“, in dem er als
Ehemann für einen von seiner Frau begangenen
Mord ins Gefängnis geht.
Albrecht Schoenhals’ Partnerinnen waren die
großen Diven der Ufa wie Pola Negri, Camilla
Horn und Sybille Schmitz, und die „Darlings“ der
nationalsozialistischen Führungsspitze, wie
Lil Dagover, Olga Tschechowa und Lída
Baarová. Seine Karriere endete schlagartig,
als er 1940 die ihm angetragene Titelrolle in dem
Hetzfilm „Jud Süß“ ablehnte. Er wurde
danach nur noch in wenigen Filmen eingesetzt und
war auch zum ersten Mal zur Mitwirkung in einem
NS-Propagandafilm gezwungen: In dem Jugendfilm
„Kopf hoch, Johannes!“ (1941) spielte er einen
Gutsbesitzer; dessen halbwüchsiger Sohn wird,
nachdem der Vater sich nicht um ihn gekümmert
und die Mutter ihn heillos verwöhnt hat, in
eine Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola)
gesteckt, wo man ihm den Sinn für
Kameradschaft beibringt. Schoenhals zog sich in die
Theaterarbeit und auf sein Landgut „Annenhof“ bei
Baden-Baden zurück.
In den frühen 1950er Jahren drehte er auch
wieder Filme, in denen er weitgehend in seinem
alten Rollenfach blieb und oft sogar mit den alten
Partnerinnen auftrat, als Nebendarsteller jedoch
allmählich in den Hintergrund trat. Von 1956
bis 1968 war Schoenhals wiederholt in
Fernsehproduktionen zu sehen. Seit den frühen
1960er Jahren widmete er sich vermehrt privaten
Interessen wie der französischen Literatur,
einem Gebiet, in dem er auch als Übersetzer
und Herausgeber tätig wurde. 1965 erhielt
Schoenhals das Filmband in Gold für
„langjähriges und hervorragendes Wirken im
deutschen Film“, und 1967 das Große
Bundesverdienstkreuz. 1969 kehrte er für eine
Nebenrolle in Luchino Viscontis Film „Die
Verdammten“ noch einmal zum Kinofilm zurück.
Er starb am 4. Dezember 1978 mit 90 Jahren und
liegt auf dem Friedhof Baden-Baden begraben.
Albrecht Schoenhals war ab 1930 mit der
Schauspielerin Anneliese Born verheiratet. Ein Sohn
Kai wurde 1933 geboren.
Filmografie
1934: Ihr größter Erfolg (Johannes
Meyer)
1935: Warum lügt Fräulein Käthe?
(Georg Jacoby)
1935: Mazurka (Willi Forst)
1935: Stradivari (Géza von
Bolváry)
1935: April, April! (Detlef Sierck)
1935: Einer zuviel an Bord (Gerhard Lamprecht)
1935: Stützen der Gesellschaft (Detlef
Sierck)
'1936: Hannerl und ihre Liebhaber (Werner
Hochbaum)
1936: Arzt aus Leidenschaft (Hans H. Zerlett)
1936: Boccaccio (Herbert Maisch)
1936: Intermezzo (Josef von Baky)
1937: Tango Notturno (Fritz Kirchhoff(
1937: Das große Abenteuer (Johannes
Meyer)
1937: Kreutzersonate (Veit Harlan)
1937: Die gläserne Kugel (Peter Stanchina)
1937: Man spricht über Jacqueline (Werner
Hochbaum)
1938: Rote Orchideen (Nunzio Malasomma)
1938: Rätsel um Beate (Johannes Meyer)
1938: Maja zwischen zwei Ehen (Fritz Kirchhoff)
1938: Der Spieler (Gerhard Lamprecht)
1939: Roman eines Arztes (Jürgen von
Alten)
1939: Die Frau ohne Vergangenheit (Nunzio
Malasomma)
1939: Ich verweigere die Aussage (Otto
Linnekogel)
1940: Traummusik (Géza von
Bolváry)
1940: Nanette (Erich Engel)
1940: Angelika (Jürgen von Alten)
1940: Herz ohne Heimat (Otto Linnekogel)
1940: Ritorno (Géza von Bolváry)
1941: Kopf hoch, Johannes! (Viktor de Kowa)
1942: Vom Schicksal verweht/Giungla (Nunzio
Malasomma)
Nachkriegsfilme
1949: Verführte Hände (Fritz Kirchhoff,
1949)
1949: Man spielt nicht mit der Liebe (Hans
Deppe)
1950: Drei Mädchen spinnen (Carl Froelich)
1950: Export in Blond (Eugen York)
1951: Eva und der Frauenarzt (Erich Kobler)
1951: Die Schuld des Dr. Homma (Paul Verhoeven)
1952: Illusion in Moll (Rudolf Jugert)
1954: Bei Dir war es immer so schön (Hans
Wolff)
1954: Bildnis einer Unbekannten (Helmut
Käutner)
1955: Das Forsthaus in Tirol (Hermann
Kugelstadt)
1956: Smaragden-Geschichte (Fernsehfilm)
1958: Juchten und Lavendel (Fernsehfilm)
1959: Affäre Dreyfus (Fernsehfilm)
1959: Das Genie und die Göttin
(Fernsehfilm)
1960: Bezaubernde Julia (Fernsehfilm)
1961: Teufel ist los, Der (Fernsehfilm)
1962: Der kleine Lord (Fernsehfilm)
1963: Scotland Yard jagt Dr. Mabuse
1964: Der Trojanische Krieg findet nicht statt
(Fernsehfilm)
1965: Alle machen Musik (Fernsehserie)
1968: Ida Rogalski (Fernsehserie)
1969: Die Verdammten (La caduta degli dei) (Luchino
Visconti)
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