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Günther Juergens - der Baden-Baden Maler

Anna Zerr

Anna Zerr (1822-1881)

Als Tochter des Leiters der städtischen Kirchenmusik Joseph Zerr wurde Anna Zerr 1822 in Baden geboren und wuchs dort auf.

Inspiriert und gefördert durch ihren Vater startete das talentierte Mädchen schon in jungen Jahren ihre Gesangskarriere im Chor der Klosterschule Lichtental.

Bereits mit 12 Jahren sang sie die Mozartmesse "a prima vista", zwei Jahre später folgte dann ihr erster größerer Auftritt im Konversationshaus in Baden-Baden.

Durch die Unterstützung der Großherzogin Stephanie kam sie an das Pariser Konservatorium, wo ihrer begnadeten Stimme der letzte künstlerische Schliff verliehen wurde.

1839 debütierte die erst Siebzehnjährige an der Karlsruher Hofoper. Hier begann eine schwärmerische Liaison mit dem Erbprinzen Ludwig, dem ältesten Sohn Großherzog Leopolds. Ihre Zuneigung zu dem an Schwermut leidenden Erbprinzen ging soweit, dass sie sich weigerte zu singen, als dieser wegen seiner Krankheit nicht mehr in der Hofloge erscheinen konnte.

Sie verließ Karlsruhe und wurde mit knapp 25 Jahren Kaiserlich-Königliche Kammersängerin in Wien mit einer für die damalige Zeit enormen Gage von 12000 Gulden und einem Jahresurlaub von vier Monaten, den sie für ausgedehnte Gastspiele in ganz Europa nutzte.

Speziell für sie hatte Friedrich von Flotow die Oper "Martha" komponiert, die 1847 in Wien uraufgeführt wurde.

Um die Mitte ihres Jahrhunderts war Anna Zerr das, was man heute einen "Super-Star" nennen würde. Mit eigenem Orchester trat sie in London, in den USA, in Mexiko und sogar in Havanna auf.

Im Alter von vierunddreißig kehrte sie der Musik den Rücken und wohnte völlig zurückgezogen in ihrem Landhaus in Renchen. 1881 starb sie in Baden-Baden, wo sie auf dem Hauptfriedhof begraben wurde.

Von Wolfgang Peter, Baden-Baden


© by WAEPART, Baden-Baden/Germany. All Rights Reserved. Abbildung: Wolfgang Peter nach einer zeitgenössischen Vorlage.

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