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Andreas Friedrich
(1798-1877)
wurde 1798 als zweiter Sohn eines
Holzbildhauers im oberelsässischen
Ribeauville/Rappoltsweiler geboren. Er wurde von
seinem kunstverständigen Vater sehr
gefördert und verließ bereits im Alter
von 15 Jahren sein Elternhaus, um in
Straßburg eine Bildhauerlehre anzutreten.
Nach seiner Lehre war Friedrich in Wien, Prag,
Dresden und Berlin beschäftigt. In Berlin
restaurierte er die "Schlüterschen Statuen"
auf dem Zeughaus. Er hinterließ seine Spuren
jedoch auch in Paris und Rom, wo er beispielsweise
an einem Standbild der "Nymphe Alsa" arbeitete.
Für die Stadt Baden-Baden hat er 1851 das
"Totengräber-Denkmal" geschaffen und auch
gestiftet. Es wurde in den Anlagen beim Landesbad
aufgestellt.
Gegen seinen Wunsch wurde es nach einigen Jahren
von dieser Stelle entfernt und "versteckt" an der
oberen Einfahrt des Baden-Badener Hauptfriedhofes
platziert. Das spätklassizistische Kunstwerk
aus rotem Sandstein stellt einen
Tötengräber dar, der den Verstorbenen
seinen letzten Dienst erweist.
Das Meister-Erwin-Denkmal im Stadtteil Steinbach
stammt ebenfalls von Andreas Friedrich. Es soll an
den großen Sohn des Ortes, an den genialen
Baumeister des Straßburger Münsters
erinnern.
Am 14. September 1851 erhielt Friedrich die
Ehrenbürgerwürde der Stadt Baden-Baden.
Im Stadtarchiv findet mam den Textentwurf für
die Ehrenbürgerurkunde:
Nachdem Herr Statuaire Andreas
Friedrich mit der seltensten Uneigennützigkeit
der Stadt Baden ein Denkmal der Kunst verehrt und
damit sich selbst in unserer Stadt ein Denkmal
errichtet hat, das ihn, den Künstler, in engem
Verband mit unserer Stadt erhalten wird, er sich
hindurch den Dank und die Hochachtung der hiesigen
Stadt im vollkommensten Grade erworben hat, so
haben wir, der Gemeinderath und Bürger der
großherzoglichen Stadt Baden vermöge
einstimmigem, in der gesetzmäßigen
Versammlung vom 5. September Ratsprotokoll Nr. 1277
gefassten Beschlusses als Zeichen der Dankbarkeit
und der Verehrung ihm, dem Künstler Herrn
Andreas Friedrich von Straßburg, das
Ehrenbürgerrecht in der hiesigen Stadt
ertheilt. Zu dessen Urkunden wurde
gegenwärtige Fertigung von dem Gemeinderath
und Bürgerausschuß unterzeichnet und mit
großer städtischer Insigel versehen und
wird solche Herrn Friedrich zugestellt. So
geschehen Baden-Baden, 14. September 1851. Die
Gemeinde - der Bürgerausschuss."
Der spendenfreudige Künstler
starb verarmt und völlig vergessen am 9.
März 1877 in Straßburg.
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Baden-Baden
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