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Das 20. Jahrhundert

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist durch drei Ereignisse mit schwerwiegenden Folgeerscheinungen geprägt:

1. Weltkrieg (1914-1918), Weltwirtschaftskrise (1929-1933), 2. Weltkrieg (1939-1945).

Der 1. Weltkrieg, der - wie schon die Kriege in den Jahrhunderten zuvor - aus nationalistischen und imperialistischen Gründen begonnen worden war, forderte nicht nur Millionen von Menschenleben, sondern führte auch zur Abschaffung der Monarchie im Deutschen Reich.

Postkarte 1915

Wohlfahrtspostkarte 1915, herausgegeben vom Badischen Landesverein des Roten Kreuzes.
Der Großherzog von Baden, Friedrich II., mit den Großherzoginnen Luise und Hilda von Baden.
(Archiv WAEPART)


Die Weltwirtschaftskrise, die hauptsächlich auf die Zerrüttung internationaler Wirtschaftsbeziehungen im und nach dem 1. Weltkrieg zurückzuführen ist, brachte nicht nur Millionen Menschen in Armut und Elend, sondern hatte durch die Bestrebungen, die internationalen Wirtschaftsverbindungen zu entflechten, Massenarbeitslosigkeit zur Folge. In Deutschland waren 6 Millionen Menschen arbeitslos.

Notgeldschein Baden-Baden

Notgeld-Schein von 1919
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Der 2. Weltkrieg wurde von Adolf Hitler, dem damaligen deutschen Führer und Reichskanzler, mit dem Einmarsch in Polen am 1. September 1939 provoziert. Neben der Katastrophe, die wiederum Millionen von Toten, Verwundeten und Heimatvertriebenen innerhalb eines Vierteljahrhunderts forderte, brachte dieser Krieg die Spaltung der Welt in zwei Blöcke unter der Führung der USA und der Sowjetunion, sowie die Teilung Deutschlands in vier Besatzungszonen, eine russische, eine englische, eine amerikanische und eine französische, mit sich. Baden-Baden wurde Hauptsitz der französischen Truppen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden viele Anstrengungen, die teilweise erfolgreich waren, unternommen, einen dauerhaften Frieden für Europa herbeizuführen.

Anders als im 19. Jahrhundert, als die Kurstadt fast von allen Wirren und Aufregungen des sich ändernden Deutschlands verschont geblieben ist und einem internationalen Publikum einen abwechslungsreichen und entspannenden Aufenthalt bieten konnte, wurde sie im 20. Jahrhundert voll in den Strudel des Geschehens gezogen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte das "Cur-Comité" mit 75.000 Gästeankünften und 900.000 Übernachtungen im Jahr, die zu 4/5 auf die 5 Saisonmonate Mai bis September entfielen, vollauf zufrieden sein.

Neben dem Kurbetrieb bestimmte eine rege Bautätigkeit, sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Bereich, das Stadtleben. Unter anderem entstand die erste Zigarettenfabrik Deutschlands:
die Cigarettenfabrik A. Batschari GmbH; des weiteren legte Camill Brenner durch Ankauf und Umbau des Hotels Minerva den Grundstock zum Brenner's Parkhotel.

Die kritische Versorgungslage und die Reisebeschränkungen des 1. Weltkriegs wirkten sich negativ auf das Stadtgeschehen aus. Die Bäder wurden in jener Zeit seltener besucht, obwohl sie auch von den Soldaten, die in einem großen Barackenlazarett untergebracht waren, genutzt wurden.

Nach Kriegsende begann mit den wieder steigenden Gästezahlen eine regelrechte "Hochsaison" im Baden-Badener Kurwesen. Mit den alljährlichen Pferderennen, Automobil-, Tennis-, und Golfturnieren und einer Vielzahl anderer Veranstaltungen gelang es der Stadt im Jahr 1928 100.000 Kurgäste begrüßen zu können.

Der Vorstellung einer weiteren Steigerung der Gäste- und Übernachtungszahlen setzte die Weltwirtschaftskrise mit all ihren Begleiterscheinungen ein Ende. Die daraus resultierende desolate Situation führte zu zwei Visionen: Wiedereinführung des Glücksspiels, das seit 1872 in Deutschland verboten gewesen ist, und Ausbau des Bades zum Staatsbad.

Die erste Vision konnte 1933 vorübergehend und am 1. April 1950 für die nächsten Jahrzehnte verwirklicht werden.

Die zweite Vision endete in einer grundlegenden Umgestaltung des Bäderberbezirks, dem u.a. das prachtvolle Augustabad zum Opfer fiel, und in mehrfachen Änderungen der Zusammensetzung und der Befugnisse der
Bäder- und Kurverwaltung, die am 31.03.1995 endgültig aufgelöst wurde. Seitdem wird der Besitz des Landes in der Stadt von der Bäder- und Kurhausverwaltung betreut. Der Bäderbetrieb, der Veranstaltungssektor und die Werbung werden von separaten privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen geführt.

Die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten (1933-1945) machte nicht vor den Toren der Stadt halt und fand auch hier einen ihrer abscheulichen Höhepunkte in der brutal inszenierten Zerstörung der
jüdischen Synagoge und im Abtransport jüdischer Männer am 10. November 1938 und einer weiteren Deportation von Mitbürgern jüdischen Glaubens am 1. Januar 1940.

Dass Baden-Baden, wie die Stadt seit 1931 offiziell hieß, im 2. Weltkrieg nicht noch mehr Schaden zugefügt wurde als die Bombardierung von Baden-Oos, bei der 40 Tote zu beklagen waren und 1/3 des Ortsteils zerstört wurde, sowie die Beschädigung der Lichtentaler Bonifatiuskirche und eines Turmes des Neuen Schlosses, beruht auf der Tatsache, dass die Franzosen auf jeden Fall ihr Hauptquartier als Besatzungsmacht in Baden-Baden einrichten wollten und die Stadt deshalb ausdrücklich vor Luftangriffen verschont werden sollte.

Im übrigen trafen auch während des 2. Weltkrieges noch "Kurgäste" in Baden-Baden ein, mit der sog. Kinderlandverschickung kamen Kinder aus gefährdeten Regionen Deutschlands nach Baden-Baden.
Lesen Sie dazu den Bericht des Zeitzeugen Erich Bierhals aus Dortmund.

Im April 1945 ließen sich französische Offiziere und ihre Begleitpersonen in den Luxushotels und Privatvillen nieder. Nur allmählich wurden die Hotels und Kureinrichtungen wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt. In der sogenannten Cité im Westen der Stadt bauten sie 1600 Wohnungen und die notwendige Infrastruktur für ihre Soldaten und Angehörigen.
Im Mai 1999 wurden die Franzosen mit einem großen Fest von den Baden-Badener Bürgern verabschiedet. Dass diese Besatzungszeit in einer freundschaftlichen Atmosphäre endete, war vielen Personen, die sich intensiv um eine Aussöhnung von Franzosen und Deutschen bemühten, zu verdanken. Letztendlich wäre dieses Ergebnis jedoch nicht zustande gekommen, wenn sich nicht der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, und der erste Ministerpräsident der Vierten Republik Frankreichs, Charles de Gaulle, um die Völkerverständigung bemüht hätten.

Unter der französischen Militärregierung begann die Wiederbelebung des Kur- und Bäderbetriebs, die von den nachfolgenden Oberbürgermeistern und Kurdirektoren gefestigt und ausgebaut wurde. Die Gründung des
Südwestfunks mit Hauptsitz in Baden-Baden ließ den Ort zusätzlich an Bedeutung gewinnen, genauso wie die Ansiedlung von kosmetischen und pharmazeutischen Unternehmen mit weltweitem Ruf, wozu Juvena, Sans Soucis und Heel zählen. Auch ein Tochterbetrieb des Marktführers für Hydraulik-Schlauchleitungen Aeroquip siedelte sich ebenfalls in Baden-Oos an.

Zu den Schlagerfestspielen

Miss-Germany-Wahlen, Tanz- und Golfturniere, Schlagerfestspiele, das American Folk Blues Festval, die alljährlichen Ehrungen der Sportler des Jahres und die zweimalige Tagung des Internationalen Olympischen Komitees sorgten neben den "klassischen" Veranstaltungen werbewirksam für die Anreise illustrer nationaler und internationaler Gäste, so dass die Übernachtungszahlen 1966 fast die Millionengrenze erreichten.


Vielleicht muss diese Phase als eine Art Nachbeben der 20er Jahre betrachtet werden, denn bis zur Jahrhundertwende konnte dieses Ergebnis trotz vielfacher Bemühungen, wie z.B. dem Ausbau des Kongresswesens, nicht mehr erzielt werden.

Im Zeitalter der Individualmotorisierung zeigte sich bald, dass das Oostal zu eng war für die Autoflut, die über es hereingebrochen war. Staus und schlechte Luft verdarben den Gästen und den Einheimischen den Aufenthalt im "Herzen" der Stadt, weswegen Fußgängerzonen eingerichtet wurden und der Autoverkehr an der Peripherie und in einem unterirdischen innerstädtischen Tunnel verschwand.

Alle Einzelaktionen oder Bemühungen von Interessengruppen führten jedoch nicht zu der gewünschten und dringend notwendigen Erhöhung des Gästeaufkommens mit einer längeren Verweildauer, weswegen etliche große Hotels und zahlreiche kleinere Betriebe schließen mussten.

Letztendlich sollte der Bau eines
Festspielhauses (des zweitgrößten Europas und des viertgrößten der Welt), in dem u.a. die Karajan-Pfingstfestpiele präsentiert werden, wieder ein internationales Publikum anziehen und den Durchbruch bringen. Das Festspielhaus steht, der große Durchbruch konnte bislang jedoch noch nicht verwirklicht werden.

Das Ende des 20. Jahrhunderts erlebte die Stadt mit Sorgen und Problemen, wie z.B. schrumpfende Hotellerie, kränkelnder Einzelhandel, ein Festspielhaus mit großen Startschwierigkeiten.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden (2002)




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