Festspielhaus   
Beim Alten Bahnhof 2   
76530 Baden-Baden   

Festspielhaus Baden-Baden

  

 

 

Drei neue Stifter.
Festspielhaus
im Aufwärtstrend.

Das vor zwei Jahren noch vom Konkurs bedrohte Festspielhaus Baden-Baden hat drei neue Stifter und ist damit weiter auf dem Weg der finanziellen Gesundung. Wie der Vorsitzende der Kulturstiftung Festspielhaus, Horst Weitzmann, im Rahmen einer Pressekonferenz am 12. 11. 2001 mitteilte, ist der Stifterkreis nun auf acht Mitglieder angewachsen.

Das Kapital der Stiftung habe sich durch die neuen Finanzgeber und durch weitere Einlagen eines der fünf Gründungsstifter von 5 auf 9,1 Millionen Mark erhöht. Dem Ziel, den Betrieb des Festspielhauses ohne jede öffentliche Subvention zu finanzieren, sei die Stiftung so einen deutlichen Schritt näher gekommen.

 

 

Neue Stifter für das Festspielhaus

Zwei der neuen Stifter sind Unternehmer aus der Region: Françoise und Wolfgang Müller-Claessen (2. v. links) von der Walter-Marketing Gruppe Ettlingen und Sigmund Kiener (4. v. links) von InfoScore GmbH Baden-Baden. Der dritte im Bunde möchte anonym bleiben. Die Kulturstiftung erhofft sich, das Stiftungskapital jedes weitere Jahr um fünf Millionen Mark aufstocken zu können.

Die durchschnittliche Besucherzahl des mit 2500 Plätzen zweitgrößten Opernhauses Europas hat sich laut Intendant Andreas Mölich-Zebhauser pro Aufführung von 700 im Eröffnungsjahr 1998 auf 1500 im Herbst 2001 mehr als verdoppelt. Der Umsatz des anfangs umstrittenen Festspielhauses erhöhte sich von 14,6 Millionen Mark im Jahr 1999 auf gesicherte 21,3 Millionen Mark im laufenden Jahr. Für das Jahr 2002 wird ein Gesamtumsatz von 24,7 Millionen DM prognostiziert.

Die Subventionsentwicklung sei genau entgegengesetzt: Nach einem Deckungsbedarf von 12 Millionen DM im Jahr 1998 führte das Festspielhaus die öffentliche Anschubfinanzierung in drei Schritten von 8,2 Millionen (1999), 3,7 Millionen (2000) und 1,1 Millionen (2001) auf Null zurück.

Nicht berücksichtigt sind jedoch die noch etwa 20 Jahre fließenden jährlichen Zahlungen von 5 Millionen Mark vom Land Baden-Württemberg und die mehr als 3 Millionen Mark von der Stadt Baden-Baden für die Miete des Hauses und für Instandhaltungskosten.

Wie Mölich-Zebhauser weiter mitteilte, finanziert sich das Festspielhaus zur Zeit zu 55 Prozent aus dem Kartenverkauf, zu 22 Prozent aus der Gastronomie und der Vermietung des Hauses an andere Veranstalter sowie zu 23 Prozent aus Spenden, Sponsoring und Stiftungsgeldern. Auch für die Region sei das Festspielhaus von wirtschaftlicher Bedeutung. So wurden im Jahr 2000 für die gastierenden Künstler 1,4 Millionen Mark für Übernachtungskosten bezahlt. Auch der Werbeetat von rund 2,5 Millionen würde zum größten Teil nach Baden-Baden und Umgebung zurückrückgeführt. Interessant wäre auch zu erfahren, ob sich durch die Besucher des Festspielhauses die Übernachtungszahlen der Baden-Badener Hotels erhöht haben und wie weit der städtische Einzelhandel von den Festspielbesuchern profitiert. Leider liegen dazu keine Erkenntnisse vor.

Text + Foto: Wolfgang Peter, Baden-Baden


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