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"Ein Sommernachtstraum“ mit Klaus
Maria Brandauer
"Wir sind aus solchem Stoff, aus
dem die Träume sind / Und unser kurzes Leben
umschließt ein langer Schlaf“ mit diesem
Zitat aus Shakespeares letztem Stück, dem
“Sturm“ leitet Klaus Maria Brandauer den
"Sommernachtstraum“ ein.
Und während das Pianoduo Andreas Grau und
Götz Schumacher sich Mendelssohns
Ouvertüre widmen, sitzt Brandauer erst
lauschend und dann fast einschlafend auf seinem
Stuhl. Er wirkt so überzeugend, dass das
Publikum unruhig wird, flüstert und sich
räuspert, um Brandauer zu wecken. Als
wäre er aus einem tiefen Schlaf erwacht,
blickte er dann um sich und verwandelte sich
blitzschnell in das komplette Personal der
Shakespeare’schen Liebeskomödie.Dann folgten
90 Minuten, in denen Brandauer mit dem Pianoduo in
einen Dialog trat. Er widmete sich vor allem beim
Feenspuk im Wald dem Rollenspiel und fand für
jede Figur eine eigene Tonlage - verließ
immer wieder seinen Lesepult, um etwa unter diesem
jene Blume zu pflücken aus der er
imaginär den Zaubertrank herstellte.
Das Pianoduo setzte präzise Intermezzi
zwischen Brandauers Szenen und teilte sich viele
Textpassagen mit ihm. Musik und Worte fielen wie
ganz selbstverständlich in eins. Klaus Maria
Brandauer gehört zu den wenigen
deutschsprachigen Schauspielern, die weltweite
Anerkennung gefunden haben. Er kann die Welt mit
seiner Sprache einfangen. Mehr braucht es nicht
…
Eine gelungene Vorstellung, die von dem Publikum
dankbar und mit viel Applaus gewürdigt
wurde.
Von Marion Meloni, Rheinmünster
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