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Herbert
von Karajan Pfingstfestspiele 2003
Das Scharoun-Ensemble
Am
Donnerstag, den 12.06.2003 begeisterte das
"Scharoun-Ensemble" im Festspielhaus in Baden-Baden
die Zuschauer mit Kammermusikwerken von Wolfgang
Amadeus Mozart und Giovanni Battista Pergolesis
"Stabat Mater".
Das 1983 von Mitgliedern der "Berliner
Philharmoniker" gegründete Scharoun-Ensemble
eröffnete das Konzert mit Wolfgang Amadeus
Mozarts Divertimento D-Dur KV 251. Das Divertimento
für zwei Hörner, Oboe und Streicher
komponierte Mozart innerhalb weniger Tage für
den Geburtstag seiner Schwester. Im 18. Jahrhundert
gehörte diese Komposition zur weit
verbreiteten Unterhaltungsmusik und wurde zu den
unterschiedlichsten Anlässen gespielt.
Schwungvoll entfaltete das Scharoun-Ensemble den
Charme und Witz des Divertimentos. Es ist
durchzogen von einer feinen Ironie und zahlreichen
Anspielungen, mit denen Mozart die Vorliebe seiner
Schwester für den französischen Stil
karikieren wollte.
Das Quartett für Oboe, Violine, Viola und
Violoncello F-Dur KV 370 komponierte Mozart im
Frühjahr 1781 während eines Aufenthaltes
in München für einen der besten Oboisten
seiner Zeit. In dem dreisätzigen Quartett, das
aus zwei schnellen Ecksätzen und einem
langsamen Mittelteil besteht, werden Merkmale des
konzertanten Stils (auch hier trägt die Oboe
das Werk) mit kammermusikalischen Elementen eng
miteinander verbunden.
1735 wurde Giovanni Battista Pergolesi mit der
Komposition des "Stabat Mater" - ein Werk
religiöser Kontemplation - beauftragt. Er
vollendete das Werk kurz vor seinem Tod am 17.
März 1736 in einem Franziskanerkloster in
Pozzuoli bei Neapel. Im Gegensatz zur älteren
Version des "Stabat Mater" von Alessandro Scarlatti
- der die dramatischen Aspekte des Textes in den
Vordergrund stellte - schrieb Pergolesi eine Folge
kontemplativer Duette und Arien, ohne dramatische
Höhepunkte zu suchen. Die spielenden Streicher
des Ensembles - denen eher die Rolle einer
Begleitung zugewiesen ist - interpretierten das
"Stabat Mater" mit einem Knabensopran und einem
Countertenor - obwohl es in der Regel das Werk von
obertonreichen Sängerinnen aufgeführt
wird. Alexander Lischke aus dem Tölzer
Knabenchor begeisterte das Publikum mit dem klaren
Klang seines Knabensoprans. Der Countertenor -
Matthias Rexroth - ein Meister der feinen Töne
- bestach durch ein angenehm rundes Timbre. Bei den
Duetten verschmolzen die beiden Stimmen und wurden
behutsam vom Ensemble getragen. Die Künstler
brachten den Zuhörern die Passion Christi und
den Schmerz Marias mit äußerster
Zurückhaltung nahe und luden mit ihrem
Zwiegesang zur mitfühlenden Teilnahme ein.
Das Publikum bedankte sich mit Beifall und
Bravo-Rufen.
Marion Meloni, Renchen
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