Festspielhaus   
Beim Alten Bahnhof 2   
76530 Baden-Baden   

Festspielhaus Baden-Baden

  

 

 


Presseschau

Flamenco - viele haben den Tanz während ihres Spanien-Urlaubs kennengelernt: als eine Touristenattraktion, bei der jeder zum Mitmachen animiert wird.

Perfektes Tanztheater

Was das Ballet Teatro Español hingegen im Festspielhaus zeigte, war perfektes Tanztheater. Der Gründer und Choreograf Rafael Aguilar verstand es, eine eindrucksvolle Mischung zusammenzustellen.

Die erste Darbietung - "El Rango" - nach Federico Garcia Lorcas Drama "Bernarda Albas Haus" gilt als ältestes Flamenco-Tanzstück weltweit. Darin wird die autoritäre Unterdrückung der jüngsten Tochter durch die Mutter nach dem Tod des Vaters inszeniert. Die Tochter rebelliert, wirft ihre Trauerkleidung ab und lässt tanzend ihren erotischen Träumen freien Lauf. Die Konfrontation mit dem Matriarchat endet tragisch - die Mutter tötet ihr jüngstes Kind.

Nach einem faszinierenden Gitarrensolo folgte die von allen mit Spannung erwartete Choreografie zu Maurice Ravels "Bolero". Der Solist Juan Carlos Calleja tanzte, angefeuert von einer Schar Tänzerinnen in roten Kleidern, die aufreizenden Passagen mit entblößtem Oberkörper und erhielt dafür enthusiastischen Applaus vom Publikum.

Nach der Pause fühlten sich die Zuschauer auf die Straßen Spaniens versetzt. Die "Suite Flamenca" gab einen Einblick in die großartige Vielfalt des Tanzgeschehens voller Melancholie und Dramatik, wobei Gitarre, Gesang und Tanz ununterbrochen miteinander in Verbindung standen. In einer knapp einstündigen Darbietung konnten nicht nur die Tänzerinnen, sondern auch die Tänzer in effektvollen Soli die Verbundenheit mit Musik und Tanz eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Tosender Applaus das Publikums in einem spärlich besetzen Festspielhaus lockte trotz allem noch eine Zugabe hervor.

Alexandra Wettstein, Baden-Baden

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