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Ivo Pogorelich

Abb: Wolfgang Peter


 Kurz vor der Jahrtausendwende, am 26. Mai 1999, beeindruckte Ivo Pogorelich im Festspielhaus Baden-Baden mit Polonaisen, Sonaten und Mazurken Frédéric Chopins.

 Im Rahmen der Herbert von Karajan Pfingstfestspiele 2007 bestritt Ivo Pogorelich am 26. Mai einen Klavierabend:

Ivo Pogorelich, einer der eigenwilligsten Pianisten der aktuellen Klassik-Szene, verzauberte am Samstagabend das Publikum im Festspielhaus in Baden-Baden mit Werken von Brahms, Prokofjew, Granados und Ravel. Seine Programme werden von ihm höchst eigenwillig zusammengestellt und auch so gespielt. Das verlangt vom Zuhörer höchste Aufmerksamkeit und auch Aufnahmefähigkeit.

Sein Spiel ist voller Dynamik und doch so würdevoll, so dass jede Musik unter seinen Händen zum Ereignis wird. Er lädt die Zuhörer ein, sich bei seinem kraftvollen und klangvollen Spiel der Magie des Augenblicks hinzugeben. Es ist beeindruckend, wie er - wie kein anderer - mit der linken Hand nur willkürlich scheinende, aber immer den Sinn verdeutlichende Akzente setzt.

Pogorelich erinnert an einen Zen-Meister - beeindruckend doch immens präsent. Das Publikum bedankte sich bei Pogorelich mit tosendem Beifall und erfreute sich an seiner Zugabe von Mily Balakirew.

Ivo Pogorelich unterwirft sich dem obersten Gebot des Klanges. Wer sich als Zuhörer dem hingeben kann, begreift wieder, warum Musik für den Menschen so existentiell wichtig und unverzichtbar ist.

Marion Meloni, Rheinmünster


 


Ivo Pogorelich

Der "Klangmagier" wurde am 20. Oktober 1958 in Belgrad, der Hauptstadt des damaligen Vielvölkerstaates Jugoslawien, geboren. Seine musikalische Ausbildung am Klavier begann Ivo Pogorelich mit sieben Jahren. Er setzte diese 1970 an der Zentralen Musikschule in Moskau und danach am dortigen Tschaikowsky Konservatorium fort.

Von 1976 an wurde Ivo Pogorelich von seiner späteren Frau Aliza Kezerade unterrichtet. Mit zwanzig Jahren begann er, erfolgreich an Musikwettbewerben teilzunehmen. 1978 gewann er den Casagrande Wettbewerb im italienischen Terni und 1980 den Internationalen Musikwettbewerb in Montreal. Im selben Jahr brachte ihm ein Vorfall beim Warschauer Chopin Wettbewerb internationale Aufmerksamkeit ein. Als Wettbewerbsteilnehmer war Ivo Pogorelich nicht über die dritte Runde hinaus gekommen.
Martha Argerich war wegen dieser Entscheidung derart erbost, dass sie die Wettbewerbs-Jury mit den Worten "Er ist ein Genie." verließ.

Ivo Pogorelichs internationaler Siegeszug begann. Seine Auftritte in London, Paris, New York, Madrid, Brüssel, Amsterdam, Rom und Tel Aviv waren triumphal. Seine Konzertabende waren fast ausnahmslos ausverkauft. Konzertkritiker bescheinigten dem jungen Pianisten höchste technische Fertigkeiten und intellektuelles Talent. Das über die Jahre aufgebaute umfangreiche Repertoire erstreckte sich von Bach und Beethoven, über Chopin bis zu Rachmaninow und Scriabin und wurde nicht nur in Konzertsälen, sondern auch auf Tonträgern zu Gehör gebracht.

Ivo Pogorelich dachte jedoch nicht nur an seine eigene Karriere, sondern widmete sich bereits frühzeitig der Förderung junger Künstler. Eine 1986 von ihm ins Leben gerufene Stiftung führte von 1989 bis 1997 zum jährlich ausgetragenen Ivo Pogorelich Festival in Bad Wörishofen.

Eine zweite von ihm gegründete Stiftung hatte den Aufbau und Unterhalt eines Mutter-Kind-Hospitals in Sarajevo, der in den Wirren des Zerfalls Jugoslawiens stark beschädigten Hauptstadt Bosniens und Herzegowinas, zum Ziel. Mittels Benefizkonzerten wurde die Realisierung angegangen.

Der bayerische Kneipp-Kurort Bad Wörishofen wurde Ivo Pogorelich zur zweiten Heimat und diente ihm nach dem frühen Tod seiner Frau im Jahr 1996 als Rückzugsraum.

Nach einer Schaffenspause meldete sich der Künstler, dem provokante Souveränität ebenso zugeschrieben wird wie der Bruch mit Klischees und der kompromisslose Einsatz für seine Kunst, im dritten Jahrtausend erfolgreich im internationalen Musikbetrieb zurück.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden



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Ivo Pogorelich
Piano Sonata 2
Chopin, Ravel, Prokofieff
Label: Deutsche Grammophon
Format: Audio CD (CD-Anzahl: 1)

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