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Mariinsky Ballett

 

 


Mariinsky Ballett
St. Petersburg

Wenn sich der Vorhang zu einer Vorstellung des Mariinsky-Balletts öffnet, hält das Publikum jeden Abend aufs neue den Atem an. Derlebendige Mythos, die unvergleichliche Grazie der Tänzerinnen und Tänzer sowie das Versinken in eine vergessen geglaubte Welt lösen diesen Effekt aus.

Das Mariinsky-Ballett und das Ballettorchester des legendären russischen 0pernhauses sind traditionell zu den Weihnachtsfeiertagen im Festspielhaus Baden-Baden zu Gast, in diesem Jahr bleiben die wohl besten russischen Tänzerinnen und Tänzer vom 22. bis 29. Dezember 2004 an der Oos und zeigen gleich drei verschiedene Ballette und eine Abschlussgala mit vielen Kabinettstückchen aus einer virtuosen russischen Ballettgeschichte.

Als das Mariinsky-Ballett noch "Kirow" hieß, emigrierten viele Stars wie Nurejew oder Barishnikow in den Westen. Sie wurden auf der ganzen Welt vergöttert und die Legenden um diese Tanzgötter wurden von Jahr zu Jahr schillernder. Auch heute tanzen Frauen und Männer mit Ausnahmetalenten in dieser Compagnie, bringen es allerdings nur noch in wenigen Ländern außerhalb Russlands zu einem Starkult, wie es die berühmten Emigranten einst vermochten. Längst haben im Westen die neuen Entwicklungen des Tanztheaters die Alleinherrschaft der "Russischen Schule" beendet. Und doch ist es immer wieder eine Augenweide, zu den Wurzeln des Balletts zurückzukehren und sich der Ursprünge der europäischen Ballettgeschichte bewusst zu werden.

George Balanchine und die zarten Wesen der Moderne

Die Werke George Balanchines werden in diesem Jahr weltweit gefeiert. Der aus Georgien stammende Choreograph würde nämlich 2004 genau 100 Jahre alt. Aus diesem Grund hat sich auch das Mariinsky-Ballett wieder mit seinen Werken beschäftigt und einen bezaubernden Abend mit drei seiner Arbeiten zusammengestellt. Hinter dem Titel „Ballet lmpérial“ (Mittwoch und Donnerstag, 22. und 23. Dezember 2004) verbergen sich bekannte musikalische Werke und geradezu schwerelos wirkende Choreographien von zeitloser Eleganz. Ob in Maurice Ravels berühmten "La Valse", in Hindemiths "Four Temperaments" oder im "Ballet ImpériaI“, dem Tschaikowskys zweites Klavierkonzert als musikalischer Tanzboden dient: Alle Werke haben neben ihren offensichtlichen tänzerischen Bezügen von Walzern, Polonaisen und dramatischen Zwiegesprächen immer auch das gewisse Etwas, das zwischen Orchestergraben und Bühne schwebt, das eine berührende Tiefe herstellt, die nicht von diesem Stern zu sein scheint. Der Zuschauer wird von einer unsichtbaren Macht angerührt, die schwebenden Tänzerinnen und Tänzer gleichen Engeln, die uns für einen kurzen Moment zeigen, zu welcher Schönheit die menschliche Seele erwachsen kann.

Sterbende Schwäne und erwachende Prinzessinnen

Was wäre das russische Ballett nur ohne seine Schwäne. Oft kopiert und selten so überzeugend wie in St. Petersburg tanzten schon viele Compagnien den Tschaikowsky-Klassiker "Schwanensee" (1. und 2. Weihnachtstag, 25. und 26. Dezember um 20 Uhr, bzw. 14 und 20 Uhr).

In Russland gehört dieses Ballett zu den nationalen Heiligtümern, das am besten nur von den derzeit besten Tänzerinnen und Tänzern interpretiert werden darf. In der Rolle des verzauberten Schwans (Odile/Odette) brillierten die besten Ballerinen der Tanzgeschichte und größtenteils wurden Sie an der legendären Waganowa-Akademie in St. Petersburg ausgebildet, die noch heute für den von Kindesbeinen an trainierten Nachwuchs des Mariinsky-Balletts sorgt. Bei seiner Uraufführung war dabei noch längst nicht klar, dass dieses Ballett mit der wunderbaren Musik Tschaikowskys einmal als der Inbegriff russischer Tanzkultur gelten würde. Erst die Neuinszenierung und Choreographie von Marius Petipa und Lew Iwanow 1885 brachte den Durchbruch. 1950 renovierte Konstantin Sergejew auf sanfte Weise diese erfolgreiche Produktion, mit der das Mariinsky-Theater auch im Festspielhaus Baden-Baden zu sehen sein wird.

Nüsse knacken wie die Zaren

Zaren und Fürstinnen, Minister, Generäle und angesehene Bürgerinnen und Bürger ließen sich schon immer im Marientheater in St. Petersburg durch aufwändige Ballette im harten russischen Winter erheitern. Zu den meist geliebten Werken zählt die Geschichte vom "Nussknacker", die am (27. und 28. Dezember 2004, 20 Uhr, zusätzlich am 28. Dezember um 14 Uhr) vom Mariinsky-Ballett im Festspielhaus Baden-Baden getanzt wird. Die Handlung wurde schon als Gute-Nacht-Geschichte auf manch einem Bettrand erzählt und ist in Literatur, Film und Comic ein wirklicher Weihnachtsklassiker geworden. Das Ballett der Schneeflöckchen im zweiten Akt aktiviert garantiert jeden noch so vertrockneten Tränenkanal. Tschaikowsky starb 1893 und hat leider nie erfahren, was für große Erfolge seine Musik schlussendlich hatte.

Ein Feuerwerk auf die Spitze getrieben

Weder Schwerkraft noch Schneegestöber können sie aufhalten. Die Solistinnen und Solisten des Mariinsky-Balletts fliegen zum Abschluss ihres Wintergastspiels im Festspielhaus Baden-Baden gleich reihenweise in größter Grazie über die Bühne des Festspielhaus Baden-Baden. In ihrer "Abschlussgala" verzaubern sie das Publikum noch einmal mit kurzen Ausschnitten aus berühmten Ballett-Klassikern (Mittwoch, 29. Dezember 2004). Da schweben Schwäne, springen Pierrots, tändeln Verliebte und trippeln Prinzessinnen so lange, wie es das Publikum vor Begeisterung gerade noch aushält.

Bewahrer und Erneuerer

Makhar Vaziev, Direktor des Kirow-Balletts am Mariinsky-Theater, stammt aus Alagir/Nordossetien, und schloss 1981 seine Tanzausbildung am berühmten St. Petersburger Waganowa-Institut in der Klasse von Prof. Jun Umrichin ab. Bereits 1979 tanzte er am Kirow-Ballett und wurde 1989 Erster Solist. Sein Repertoire umfasste die wichtigsten männlichen Hauptrollen des klassischen Repertoires. 1995 wurde er zum Direktor des Kirow-Balletts ernannt. Makhar Vaziev fühlt sich der Bewahrung der russischen Balletttradition verpflichtet, fördert aber gleichzeitig den Einzug des zeitgenössischen Tanzes in das Repertoire des Mariinsky-Theaters. So wurden zum Beispiel die Choreografien Balanchines nach St. Petersburg heimgeholt und im Jahr 2001 mit überwältigendem Erfolg ein dreiteiliger Ballettabend von John Neumeier am Mariinsky-Theater realisiert.

Die Aufführungen des Mariinsky-Balletts werden live vom Orchester des Mariinsky-Theaters begleitet. (FH)


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