Festspielhaus   
Beim Alten Bahnhof 2   
76530 Baden-Baden   

Festspielhaus Baden-Baden

  

 

 



Abb: Wolfgang Peter


  Am 3. Juli 2004 machte Marcel Marceau das Publikum des Festspielhauses mit der "Kunst der Stille" vertraut.

Im gut besuchten Festspielhaus geht das Saallicht aus. Hinter dem Vorhang hört der Zuschauer einige dumpfe Schläge. Die Spannung steigt.

Der Vorhang öffnet sich und eine Gestalt mit einem Transparent mit der Aufschrift "Die Schöpfung der Erde" wird sichtbar. Im Nebel erscheint Marcel Marceau - weiß gekleidet, mit weiß geschminktem Gesicht. Ausdrucksstark, untermalt von sanften Musikklängen, stellt er die Entstehung der Welt dar: Fische, Vögel und schließlich der Mensch erwachen zum Leben.

Aus seinem Repertoire "Pantomimes de style" präsentiert er außerdem "Im Volksgarten", "Der Vogelfänger", "Der Gerichtshof", "Die Hände - Kampf zwischen Gut und Böse", sowie "Jugend, Reife, Alter, Tod". Er braucht kaum Musik, um sein Handeln zu unterstreichen. Seine Mimik und Gestik, die Bewegungen seines gesamten Körpers sprechen eine eigene Sprache.

Nach der Pause tritt der 81jährige als melancholischer und ironischer Clown - Monsieur Bip - wieder ins Scheinwerferlicht. Er versucht sich als Löwenbändiger und Straßenmusikant, stellt seine Erfahrungen auf hoher See dar und versucht schließlich Selbstmord zu begehen. Das lachende Publikum bringt ihn dabei überhaupt nicht aus der Ruhe.

Nach zwei Stunden dankt das Publikum mit tosendem Beifall und stehenden Ovationen. Einige ältere Damen überreichen dem Künstler sogar Blumen - ein Abend also, der dem Alter des Baden-Badener Publikums vollkommen angemessen war. (Alexandra Wettstein)

 Marcel Marceau trat am 1. Februar 2005 wieder im Festspielhaus Baden-Baden ins Scheinwerferlicht.
Bericht über die Veranstaltung.


Tourdaten:

14.07.2005 20:00
Berlin, Komische Oper
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15.07.2005 20:00
Berlin, Komische Oper
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16.07.2005 15:00
Berlin, Komische Oper
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16.07.2005 20:00
Berlin, Komische Oper
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17.07.2005 20:00
Berlin, Komische Oper
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29.07.2005 21:00
Frankfurt, Alte Oper
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30.07.2005 21:00
Frankfurt, Alte Oper
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31.07.2005 21:00
Frankfurt, Alte Oper
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Zusatztermine:

02.08.2005-06.08.2005
MÜNCHEN
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Marcel Marceau

Bip taucht sofort vor dem geistigen Auge all derer auf, die jemals die Figur mit dem weiß geschminkten Gesicht, dem Ringelhemd und dem zerbeulten Hut mit der roten Blume erlebt haben, wenn der Name Marcel Marceau fällt.

Der am 22. März 1923 in Straßburg geborene Marcel Marceau verkörperte Bip erstmals mit 24 Jahren.

Jahre zuvor hatte er bereits begonnen, mit Gesten Eindrücken und Ideen Ausdruck zu verleihen. Die großen Stummfilmstars wie Charly Chaplin und Buster Keaton bekräftigten seine Vorstellung, die Kunst der Stille zum Beruf zu machen.

Bevor er allerdings die Schauspielschule des Sarah Bernhardt Theaters in Paris besuchen konnte, musste die schwere Zeit des Zweiten Weltkriegs gemeistert werden.

1942 hatte sich Marcel Marceau der französischen Widerstandsbewegung angeschlossen und später als Angehöriger der französischen Armee gekämpft.

1946 folgten der Eintritt in die Schauspielschule und erste Auftritte als Pantomime.

Als Bip 1947 "geboren" war, machte Marcel Marceau die ganze Welt mit seiner "L'Art du Silence" (Kunst der Stille) bekannt. Mehr als vierzig Jahre tourte er erfolgreich um den Globus.

Die "Geschichte des Bip", geschrieben von Marcel Marceau und andere von ihm verfasste Bücher zeigten sein Talent zum Schreiben. Als Maler und Zeichner wurde Marcel Marceau in Ausstellungen in Frankreich, Deutschland, den USA und Japan ebenfalls bekannt und respektiert.

In erster Linie war er jedoch Pantomime. Die von ihm gegründete "Compagnie de Mime Marcel Marceau" war einzigartig auf der Welt und führte in Paris erfolgreich Pantomime-Dramen auf, wozu unter anderem Gogols "Der Mantel" und Tirsa de Molinas "Don Juan" die Vorlage geliefert hatten.

1955 absolvierte Marcel Marceau seine erste Amerika-Tournee. Später war er, und zwar nicht nur in den USA, auch in Fernsehsendungen präsent.

Neben seinen Auslandsreisen und Fernsehauftritten kümmerte sich Marcel Marceau um den Nachwuchs und gründete 1978 die "Ecole International de Mimodrame de Paris Marcel Marceau", deren beste Absolventen 1993 die "Nouvelle Compagnie de Mimodrame" formierten.

Drei Jahre später wurde die "Marcel Marceau Foundation" in New York ins Leben gerufen.

Der Ausnahmekünstler erhielt eine Vielzahl an Auszeichnungen, wozu die Ehrendoktorwürden etlicher US-amerikanischer Universitäten ebenso zählen wie seine Ernennung zum Offizier der französischen Ehrenlegion und die Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Schönen Künste.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden


Marcel Marceau

Marcel Marceau
von Bruce Goldstone, Steven Rothfeld (Fotograf)
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe, 64 Seiten
Stewart Tabori & Chang Verlag

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