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Lorin
Maazel
"A legend in his time", eine Legende seiner Zeit,
heißt es in vielen Beschreibungen des Lebens
und des Lebenswerks Lorin Maazels.
Legendär kann bereits der Beginn der Karriere
des am 6. März im Pariser Vorort Neuilly
geborenen Sohnes amerikanischer Eltern bezeichnet
werden. Lorin Maazel war vier Jahre alt und wuchs
in den USA auf, als sein absolutes Gehör und
sein fotografisches Gedächtnis erkannt wurden.
Mit fünf Jahren erhielt er Geigen- und
Klavierunterricht und wurde von Vladimir
Bakaleinikoff in Pittsburgh in die Kunst des
Dirigierens eingeführt.
Mit sieben Jahren dirigierte Lorin Maazel das NBC
Symphony Orchestra und das New Yorker Philharmonic
Orchestra, dessen Chefdirigent er 65 Jahre
später, auf dem Höhepunkt seiner
Karriere, werden sollte. Weitere Auftritte des
Kinderdirigenten mit namhaften Orchestern
folgten.
1946 begann Lorin Maazel, Sprachen, Mathematik und
Philosophie an der Universität von Pittsburgh
zu studieren. Während seines Studiums spielte
er als Geiger im Pittsburgh Symphony Orchestra und
vertiefte gleichzeitig seine Kenntnisse und
Fertigkeiten als Dirigent dieses Orchesters.
Mit 21 Jahren beschäftigte sich Lorin Maazel
in Italien mit der Barock-Musik und bekam Kontakt
zu den großen europäischen Orchestern,
die er erfolgreich dirigierte.
Die Karriere der Superlative hatte begonnen.
Lorin Maazel war der erste Amerikaner und zugleich
der jüngste Dirigent, der während der
Bayreuther Festspiele des Jahres 1960 Richard
Wagners "Ring der Nibelungen" dirigierte. Er
dirigierte nicht nur in Europa und Nordamerika,
sondern auch in Australien, Japan, Südamerika
und der ehemaligen Sowjetunion. Mehr als 150
Orchester in mehr als 5000 Opern- und
Konzertaufführungen wurden von Lorin Maazel
geführt.
Daneben gab er mehr als 20
Wohltätigkeitskonzerte, von denen einige
weltweit im Fernsehen verfolgt werden konnten,
zugunsten von UNICEF, dem Internationalen Roten
Kreuz und anderen international tätigen
Hilfsorganisationen.
Lorin Maazel bekleidete hochrangige Ämter wie
die des Künstlerischen Direktors der Deutschen
Oper Berlin (1965-1971), des
Hauptgeschäftsführers der Wiener
Staatsoper (1982-1984) und des Musikdirektors des
Pittsburgh Symphony Orchestra (1988-1996).
1994 wurde Lorin Maazel zum Chefdirigenten des
Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
ernannt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Wechsel
zum New Yorker Philharmonic Orchestra im Jahr 2002
inne.
Mehr als 300 Tonträgeraufnahmen, auf welchen
alle Puccini-Opern, alle Sinfonien Beethovens,
Mahlers, Rachmaninows, Sibelius' und Tschaikowskys
festgehalten sind, entstanden unter Lorin Maazels
Leitung.
Mit Opernfilmen machte sich der Maestro ebenfalls
einen Namen, zum Beispiel mit der Verfilmung der
Mozart-Oper "Don Giovanni".
Zahllose Ehrungen und Auszeichnungen wurden Lorin
Maazel während seines langen
Künstlerlebens zuteil. Die Vollendung seines
70. Lebensjahres wurde weltweit, in London, Berlin,
Paris, München, Wien, Mailand, Rom, Madrid,
Tokio, New York und Chikago, mit musikalischen
Jubiläumsgrüßen begangen. Die
Musikwelt erwies damit dem Mann Respekt, von dem
Gideon Toeplitz, langjähriger
geschäftsführender Direktor des
Pittsburgh Symphony Orchestra, des
"Heimatorchesters" des Jubilars, sagt: "Er ist
einer der intelligentesten Menschen, mit denen ich
jemals zusammen gearbeitet habe. Er hat eine andere
Wellenlänge als jedermann."
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