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Herbstfestspiele 2008
1. bis 5. Oktober im Festspielhaus Baden-Baden
Die Herbstfestspiele 2008 wurden am
1. Oktober mit Johannes Brahms’: Violinkonzert
D-Dur Op. 77 ((36’)) und Igor
Strawinskys:Ballettsuite “L’Oiseau de feu“
eröffnet. Nikolaj Znaider, Violine, ließ
beide Kompositionen gemeinsam mit dem Deutschen
Symphonie Orchester Berlin und der Leitung von Ingo
Metzmacher hörbar werden.
Zu den ganz großen Klavierduos unserer Zeit
gehören die französischen Geschwister
Katia und Marielle Labèque. Sie eroberten am
2. Oktober – vierhändig wie aus einer Seele –
die Herzen des Baden-Badener Publikums mit Wolfgang
Amadeus Mozarts Sonate für zwei Klaviere D-Dur
KV 448 und Franz Schuberts: Fantasie f-Moll Op. 103
D 940, sowie Erik Saties “Trois Morceaux en forme
de poire“ und der “Rhapsodie espagnole“ Maurice
Ravels.
Der junge Martin Stadtfeld überzeugte
während der Klaviermatinee am 3. Oktober mit
den späten Schubertschen Klaviersonaten, die
ohne Zweifel zu den wertvollsten Werken des
Klavierrepertoires zählen. Er hatte die 1826
komponierte Sonate G-Dur D 894 sowie die im
Todesjahr Schuberts komponierte Sonate B-Dur D 960
aufs Programm gesetzt.
Am 3. Oktober gab es zum ersten Mal eine
Orchester-Werkstatt im Rahmen des
“Education“-Programms. Unter der Leitung Daniel
Hardins probte das Mahler Chamber Orchestra (MCO)
Antonin Dvoráks achte Sinfonie, die für
den darauf folgenden Abend als weiteres
musikalisches Angebot der Herbstfestspiele auf dem
Programm stand.
Musikvermittlung für
Erwachsene heißt der neue Zweig – für
Menschen, welche die Musik erst für sich
entdecken oder wieder entdecken, gedacht. Der
Sprecher des Festspielhauses, Rüdiger
Beermann, wies in seiner Begrüßung
darauf hin, dass zukünftig mehr solcher
Hintergrundprogramme zu erwarten seien. Der
33-jährige britische Dirigent Daniel Harding
nahm seine Zuschauer bei der Hand und führte
sie zusammen mit dem MCO in die wundersame Welt der
klassischen Musik. Dem Zuschauer wurde vermittelt,
wie eine Orchesterprobe abläuft. Es wird
gespielt, unterbrochen, zugehört, das Gesagte
sofort umgesetzt und überprüft und dann
wieder unterbrochen.
“Bach in der Kirche“ könnte das Konzert
überschrieben werden, zu welchem am 4. Oktober
um 23 Uhr in die Spitalkirche eingeladen worden war. Mit diesem
Angebot unternahm die Intendanz den Versuch, die
Musik aus dem Festspielhaus an anderen Orten in der
Stadt zum Klingen zu bringen. Drei Mitglieder des
Mahler Chamber Orchestra, die Soloflötistin
Chiara Tonelli, der Solocellist Konstantin Pfiz und
die Geigerin Henja Semmler, die nacheinander mit
virtuosem Können nach Johann Sebastian Bachs
Notenvorgaben eine tief berührende
Atmosphäre schufen, ließen diesen
Versuch zu einem vollen Erfolg werden.
Von Marion Meloni, Rheinmünster
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