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Hans
Clarin entführte in Zauber der Weihnacht
Stimmungsvoller
Abend mit ausgewogenem Programm von Text und Musik
im Festspielhaus
Das Bedürfnis nach Ruhe und Besinnlichkeit,
nach festlicher Stimmung und weihnachtlicher
Geschichte ist in diesen Tagen groß. Deutlich
machte dies ein voll besetztes Festspielhaus, das
mit einer "Alpenländischen Weihnacht" auf die
Feiertage einstimte. Während die Lichter im
voll besetzten Zuschauerraum heruntergedreht
werden, erstrahlt auf der Bühne ein Lichter
geschmückter Weihnachtsbaum. Zarter
Glockenklang ist zu hören. Die sich schnell
und akkurat formierenden Regensburger Domspatzen
stimmen mit hellen klaren Stimmen den Jubelgesang
"Adeste Fideles" an, den die Bläser des
Ensembles "Classique" weich und gefühlvoll
begleiten. Hans Clarin, der seinen Platz an einem
rustikalen Tisch eingenommen hat, erhebt seine
markant rostig-raue Stimme. Er beginnt die
Weihnachtsgeschichte zu lesen.
Nein, es ist mehr als nur ein Lesen oder
Erzählen. Seine dynamische und packende
Erzählkunst, die von Herzen kommenden Worte,
verleihen seiner Erzählung von der
"Verkündigung" bis zur "Geburt des heiligen
Kindes" eine einzigartige Lebendigkeit. Der
bekannte Schauspieler lässt die Zuschauer die
Geschichte der Weihnacht hautnah erleben.
Dann wieder erheben sich unter Leitung von
Hans-Stephan Martin die strahlenden jungen Stimmen
der "Regensburger Domspatzen". Händels
"Tochter Zion" erschallt. Voller Sehnsucht fragen
sie "Ach, wann kommen jene Stunden". Perlend und
sanft lässt Eva Deborah Keller die Harfe
erklingen und verdeutlicht mit ihrer virtuosen
Darbietung, dass ein "Winterabend" durch die Kraft
der Musik wohlig und warm sein kann.
Kraftvoll ergreift Hans Clarin wieder das Wort, um
seine spannungsgeladene Erzählung
fortzusetzen. Kaum, dass seine letzten Worte
verhallen, setzt der Chor mit themenbezogenen
Liedern ein, denen das Bläser-Ensemble einen
samtenen Notenteppich bereitet. Festlich und
stimmungsvoll zelebrieren die Musiker das "Largo
aus Concerto f-Moll" von Antonio Vivaldi. Die
brillanten solistischen Leistungen von Peter Seitz
(Posaune) und Rolf Ihler (Trompete) akzentuieren
die Schönheit der Musik und lassen sie zum
schmeichelnden Hörerlebnis werden.
Das abwechslungsreiche Repertoire, die ausgewogene
Verschmelzung von Wort und Musik, die
kontrastierenden Dialoge der Blasinstrumente und
der Harfe machen den außergewöhnlichen
Reiz der "Alpenländischen Weihnacht" aus. Hans
Clarin nähert sich mit seiner Erzählung
dem Ende. "Der Heiland ist geboren" triumphiert die
Sängerschar. Man möchte das Ende
hinauszögern, der Erzähler scheint es zu
erraten.
Er geht mit persönlichen Kindheitserinnerungen
an die Weihnacht bei sich zu Hause in die
Verlängerung. "Weihnachten ohne ein Lied, das
wäre in unserer Familie undenkbar gewesen.
Obwohl die musikalischen Fähigkeiten bei uns
allen sehr begrenzt waren, es wurde gesungen und
ich konnte nie verstehen, warum der Tannenbaum
Blätter hat". Zum Nachdenken regte seine Frage
an, zu der er die Antwort parat hatte. "Warum ist
es so schwer geworden Frieden zu schenken und
selbst dabei froh zu werden? Vielleicht müssen
wir alle etwas ärmer werden, um dadurch
reicher zu werden".
Seinen Zuhörern gab er ein Päckchen mit
auf den Weg. "Vertrauen, Güte, Courage',
Frieden und Gerechtigkeit auf Erden" waren sorgsam
hineingelegt, "damit das Fest ein reiches wird".
Neunzig Minuten vergingen wie im Fluge. Mit
anhaltendem Applaus dankten die Besucher für
einen wunderschönen Abend, die Begeisterung
der Zuhörer war nur mit einigen musikalischen
Zugaben zu bremsen.
Sigrid Preuss, BNN 23.12.2002
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