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Daniel Barenboim, Die Musik - Mein Leben

Daniel Barenboim
"Die Musik - Mein Leben"

Aus dem Englischen von Michael Lewin und Matthias Arzberger

Gebundene Ausgabe, 344 Seiten,
Ullstein Verlag, München

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"Ich habe versucht zu beschreiben, wie es ist von der Musik besessen zu sein, und war neugierig darauf dieser Besessenheit nachzugehen."

Musik ist klingende Luft

Der Titel "Die Musik - Mein Leben" soll eigentlich keine Autobiografie sein, meint Daniel Barenboim, der als einer der größten Musiker unserer Zeit gilt. "Ich wollte über vieles schreiben, was mit Musik zu tun hat. Der biografische Aspekt ist eher eine Art Leitfaden." Vor elf Jahren erschien Daniel Barenboims Buch zum ersten Mal. Die Neuauflage ist eine um mehrere Kapitel erweiterte Fassung, die aktuelle Entwicklungen - auch politische - berücksichtigt. Das Buch ist zu seinem 60. Geburtstag, der am 15. November 2002 war, erschienen.

Einige Wochen zuvor war der Pianist und Dirigent in Ramallah. Dort, am Sitz der palästinensischen Verwaltung, hatte er mit Jugendlichen musiziert und sich wieder einmal den Zorn israelischer Politiker zugezogen. Barenboim berichtet, dass in Ramallah während der künstlerischen Arbeit der "Hass auf Punkt Null gebracht wurde". Für den Maestro gibt es keine militärische Lösung im Nahost-Konflikt. "Es darf nicht dauernd gefragt werden: Welches sind meine Rechte? Wichtiger ist: Worin liegt meine Verantwortung?" Dennoch sieht sich Barenboim nicht als Unterstützer eines der beiden Lager: "Gerade weil das Thema so politisch ist, darf unsere Botschaft keine politische, sondern muss eine menschliche sein."

Barenboim liebt es, sich einzumischen und auch zu provozieren. Vor entsetzten Israelis dirigierte er zum Beispiel das "Tristan"-Vorspiel des verhassten Richard Wagner. Doch er benutzt die Musik nicht. "Ohnehin besitze Musik keine moralische Qualität, da halte er es ganz mit dem Komponisten Ferruccio Busoni: "Musik ist klingende Luft." Ausschlaggebend sei, was mit ihr geschehe: "Musik ist wie ein Messer. Entweder kann ich damit Brot schneiden oder es als Mordinstrument einsetzen."

Die Reflexionen zu dieser Thematik nehmen auch den größten Raum in Barenboims Buch ein, etwa die sehr persönlichen Betrachtungen über Musik-Interpretation und über das Phänomen Klang, über Opernregie und die Psychologie des Orchesters. Barenboim erzählt auch über seine vielfältigen Begegnungen mit seinen berühmten Künstlerkollegen, über seine langjährige Freundschaft zu
Pierre Boulez und sein Verhältnis zum Musikbetrieb.

  Am 26. Januar 2003 konnte sich das Publikum des Baden-Badener Festspielhauses an der Konzertführung Daniel Barenboims erfreuen, der mit der Staatskapelle Berlin Robert Schumanns Sinfonie Nr. 4 d-Moll und Johannes Brahms' Sinfonie Nr. 1 c-Moll offerierte.

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