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Mozarts "Große Messe in c-Moll"

Am Sonntag, den 17.11.2002 lud das Festpielhaus in Baden-Baden zu einem Konzert mit dem SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg ein. Im gut besetzten Festspielhaus begann der erste Teil, unter der Leitung des Chefdirigenten Sylvain Cambreling, mit Orchesterwerken von Anton Webern.

Sylvain Cambreling

Johann Sebastian Bachs "Ricerca zu sechs Stimmen" aus dem "Musikalischen Opfer BWV 1079" - 1935 uraufgeführt durch das von Webern selbst geleitete BBC-Orchester - wurde von den Musikern unter der Leitung von Chefdirigent Sylvain Cambreling in ruhigem Tempo und mit kammermusikalischer Feinheit gespielt. Webern schrieb 1938 "Hier darf nichts zurücktreten! Nicht der leiseste Ton einer Dämpfertrompete zum Beispiel darf verloren gehen. Alles Ist Hauptsache in diesem Werk und - in dieser Instrumentation".

Auch die danach folgenden "Deutschen Tänze D 820" von Schubert , die erst 100 Jahre nach seinem Tod entdeckt wurden, verwandelte Cambreling in ein sensibles Orchestergeflecht. Der Chefdirigent glänzte auch hier nicht durch Geschwindigkeit, sondern durch ausgeglichene Klänge, getreu den Worten Weberns, dass es sich bei dieser Musik um "liebe, zarte, schöne Gedanken" handle. Die Gegenüberstellung von Holzbläsern und dem Solo des Konzertmeisters kamen besonders gut zur Geltung.

 


Im zweiten Teil folgte - die vom Publikum mit Spannung erwartete - Mozarts c-Moll-Messe KV 427. Die unvollendet gebliebene Messe Mozarts wurde selbst nach der Uraufführung 1783 in der Salzburger Peterskirche in späterer Zeit immer wieder als Fragment aufgeführt. Sylvain Cambreling entschied sich in Baden-Baden für die von Helmut Eder um das Credo und das Benedictus ergänzte Fassung. Cambreling dirigierte dynamisch und unterstrich die leichten Klänge der Mozart-Zeit. In dieser letzten Messekomposition des Salzburger Meisters findet man einige der schönsten und virtuosesten Arien aus dem gesamten Schaffen Mozarts. Er hat den beiden Sopranstimmen besonders viel Raum in dieser Messe gewidmet. Die hauptsächliche Sopranpartie - bei der Uraufführung 1783 von Konstanze Mozart gesungen - wurde von der Sopranistin Christiane Oelze stilgerecht und sehr gefühlvoll gesungen. Als Mezzosopran überzeugte Stella Doufexis von der und harmonierte im Zusammenklang mit Christiane Oelze.

Tenor Wilhelm Hartmann und Bariton Frédéric Caton ergänzten im Benedictus das nobel klingende Solistenquartett.

Der Tölzer Knabenchor begeisterte das Publikum durch stimmliche Ausdruckskraft und meisterte souverän die spektakulären Chöre dieser letzten Messkomposition Mozarts.

Die gelungene Aufführung des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg unter der Leitung des Chefdirigenten Sylvain Cambreling mit der hochkarätigen Solistenbesetzung und dem Tölzer Knabenchor stießen auf großen Anklang und wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Beifall honoriert.

Von Marion Meloni, Renchen
für www.bad-bad.de




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