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Mittwoch
18. April 2012, 20:00 Uhr, Kurhaus Baden-Baden
Bénazet Saal
Urban
Priol: Wie im Film.
Man kennt das Gefühl: Du wachst auf und denkst
dir - ich bin im falschen Film. Aber nicht einmal
das Murmeltier grüßt dich. Deutschland
im Jahr 2010: Ein Land ohne Agenda, eine Regierung
ohne Kompaß. Ein Regierungsprogramm mit dem
Motto: "Scheitern als Chance". Stolz verkündet
die Praktikanten-Combo von Schwarz-Gelb: "Wir
fahren in der Krise auf Sicht!" So did the
'Titanic'. Als kleines Prinzip Hoffnung muss
herhalten, dass die Eisberge, die auf
Kollisionskurs liegen, dank der Klimaerwärmung
bis zum Crash abgeschmolzen sind. Und die
selbsternannten Weltklimaretter feiern es schon als
Erfolg, dass bei ihren verbalen Ausblähungen
immerhin kein Methangas freigesetzt wird. Da sehnt
man sich nach großem Kino, hofft darauf, dass
irgendwann Bruce Willis erscheint und mit einem
Satz die Probleme löst: "Geben Sie mir den
Präsidenten!" Man stelle sich das in seiner
ganzen Erbärmlichkeit bei uns vor: Bruce
Willis verlangt nach dem Präsidenten und es
erscheint - Horst Köhler, der gerade bei einer
Charity-Gala ein Fohlen getauft hat und ganz
herzlich von seiner Frau grüßen
lässt. Der tägliche Irrsinn in unserer
Banaldemokratie der herbeigetwitterten
Facebook-Jünger zwischen
mehrwertsteuerreduzierten Stundenhotels und
westerwellschen Gockeleien - gewogen und zu seicht
empfunden. Mittendrin im tagesaktuellen Dickicht:
Urban Priol. Er verknüpft Zusammenhänge,
durchleuchtet das Dunkel, bringt Sprechblasen zum
Platzen. Bis man verwundert den Kopf
schüttelt: Wie im Film. Natürlich mit
Überlänge. Demnächst in Ihrem
Theater. James Bond will return. (PR)
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