Franz Alt

Hier finden Sie Beiträge von Dr. Franz Alt
zu wichtigen ökologischen Themen, die uns alle angehen sollten.

Agrarwende jetzt. Gesunde Lebensmittel für alle.


Die zehn Gebote des Ökolandbaus

Daraus ergeben sich "zehn Gebote" des ökologisch-biologischen Landbaus. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist das wahre Kapital des Bauern. Dieses Kapital ist freilich nicht beliebig vermehrbar - es ist jedoch verbesserbar.


1. Ökologische Landwirtschaft beachtet die naturgesetzlichen Kreisläufe zwischen Boden, Wasser, Luft, Pflanze, Tier und Mensch. Ökologisch-biologische Landwirtschaft denkt und arbeitet ganzheitlich. Die alte Landwirtschaft bewirkt zu viel Durchlauf und zu wenig Kreislauf.

2. Im ökologischen Landbau werden lokale und betriebliche Rohstoffe eingesetzt.

3. Die Bodenlebewesen werden durch achtsame Bodenbearbeitung gut gepflegt und ernährt. Das heißt organisch düngen und Stallmist verwenden. Gründüngung fördert bodenbiologische Prozesse. So wachsen die Pflanzen gesund und harmonisch.

4. Die richtige Kombination von Ackerbau und Viehzucht bedeutet maximal 1,4 Großvieh pro Hektar.

5. Dem Standort angepasste Fruchtfolgen werden beachtet sowie bei der Auswahl der Pflanzen die Bedingungen des Standorts.

6. Zur vorbeugenden Pflanzenhygiene gehört die Förderung der Nützlinge.

7. Tiefes Lockern und flaches Wenden verbessert die Bodenstruktur und fördert den Humusgehalt.

8. Artgerechte Tierhaltung bedeutet viel Bewegungsmöglichkeiten für die Tiere. Sie werden mit Produkten vom eigenen Hof gefüttert. Kranke Tiere erhalten Naturheilmittel.

9. Ökobauern machen die Kulturlandschaft durch Hecken, Teiche und Obstanlagen attraktiver. So entstehen auch Nist- und Unterschlupfplätze für Vögel, Insekten und andere Nützlinge.

10. Ökobauern arbeiten nicht mit Kunstdünger und chemischen Pflanzenbehandlungsmitteln, verwenden keine Chemie zum Nachreifen ihrer Produkte und keine Hormone für Pflanzen und Tiere.

Agrarwende jetzt

Diese "zehn Gebote" zeigen deutlich, dass durch zeitgemäßes Wirtschaften der Biolandwirt ein Kulturwirt ist. Er hat einen der umfassendsten und vielseitigsten und wichtigsten Berufe der Welt. Dieser Beruf ist eine Be-rufung. Man kann ihn nicht erlernen wie das Schlosser- oder Computerhandwerk. Fruchtfolge, Untersaaten, Zwischensaaten, Biogasproduktion, Bodenpflege, Pflanzenhygiene und artgerechte Haltung von Hühnern und Schweinen und Rindern: In das alles kann man eigentlich nur von Kindsbeinen an hineinwachsen. Deshalb ist das Bauernsterben der letzten Jahrzehnte weit mehr als ein übliches Problem der Umstellung eines Berufsstandes. Es ist eine Kulturschande. Und ein Anschlag auf jede vernünftige Familienpolitik. Wo gibt es mehr interessante Familienarbeitsplätze als in einer bäuerlichen Familienwirtschaft?


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